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Männerverdienste

Männerverdienste
Bild: Stanislav Komogorov - Fotolia.com

Männer verdienen fast ein Viertel mehr als Frauen für die gleiche Arbeit, liest man immer wieder. Das ist der sogenannte Gender Pay Gap. Diese Zahl ist aber grundsätzlich falsch, so eine Analyse des Statistischen Bundesamts. Demnach beträgt der Verdienstunterschied höchstens acht Prozent!

Gender Pay Gap



Männer bekommen mehr Geld für die gleiche Arbeit, Frauen werden am Arbeitsplatz immer noch diskriminiert, so eine mediale Standardaussage. Der Unterschied, der Gender Pay Gap, liege bei 23 %. Nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes kann diese Aussage nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Rund zwei Drittel des Gender Pay Gap sind demnach auf strukturell unterschiedliche arbeitsplatzrelevante Merkmale von Männern und Frauen zurückzuführen. Die wichtigsten Unterschiede sind dabei die zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmern ungleiche Besetzung von Positionen. Frauen sind zudem eher teilzeitbeschäftigt und tendenziell schlechter ausgebildet. Wesentlich ist aber vor allem die zwischen den Geschlechtern unterschiedlich ausfallende Berufs- beziehungsweise Branchenwahl.

Männerberufe, Frauenberufe



Zu den Berufen mit dem höchsten Frauenanteil bezogen auf das Jahr 2009 zählen laut Statistischem Bundesamt Kosmetikerin (96,6 %), Haus- und Ernährungswirtschaft (94,9 %) und Erzieherin (92,8 %). Ausgesprochene Männerberufe sind Maurer (99,9 %), Metall- und Anlagenbauer (98,4 %) sowie Elektroberufe (95,4 %). Recht ausgeglichen gestaltet sich das Geschlechterverhältnis bei Groß- und Einzelhandelskaufleuten (50,4 % Männer), Warenprüfern (48,4 % Männer) und Geistes- und Naturwissenschaftlern (52,6 % Männer).

Das verbleibende Drittel des Gender Pay Gap, bezogen auf das Jahr 2006, besagt, dass Frauen für eine gleichwertige – nicht gleiche – Tätigkeit, ca. 8 % weniger Lohn oder Gehalt bekommen. Nach Aussage des Amtes stellt dieser Wert eine Obergrenze dar, denn weitere Faktoren verringern den Gehaltsabstand.

Überstunden und Berufserfahrung



Dazu gehören die Überstunden. Männer leisten laut Statistik mehr bezahlte Überstunden als Frauen. Was ist aber mit den unbezahlten? Die werden nicht erhoben. Aber warum sollten an dieser Stelle Männer weniger leisten, wo doch die Bereitschaft zur unbezahlten Mehrarbeit als ein wesentliches Kriterium für das Engagement im Betrieb gilt?

Auch die Berufserfahrung spielt bei der Höhe der Vergütung eine wichtige Rolle. Frauen haben wegen der Mutterschaft und der folgenden Elternzeit häufig unterbrochene Erwerbsbiografien. Diese wurden für die Statistik bereinigt und durch einen Schätzwert ersetzt, um eine durchgängige Arbeitsbiografie zu simulieren.

Ebenso wurden Bereiche, in denen vorrangig Männer arbeiten, nicht in die Untersuchung einbezogen: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Fischzucht, Militär und Sozialversicherung.

Somit sind die aufgedeckten 8 % bereinigter Gender Pay Gap wirklich als Obergrenze zu verstehen und liegen in der Realität wahrscheinlich deutlich niedriger.

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Weitere Informationen

Die hier beschriebenen Erkenntnisse wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen“ gewonnen. Datengrundlage der Berechnungen ist die Verdienststrukturerhebung 2006 mit Angaben von 3,1 Millionen Beschäftigten. Als erklärende Faktoren beziehungsweise Eigenschaften wurde die potenzielle Berufserfahrung, der Ausbildungsabschluss, die Leistungsgruppe (berufliche Position), die Beschäftigungsart (Vollzeit/Teilzeit), die Art des Arbeitsvertrags (befristet/unbefristet), der Beruf, der Wirtschaftszweig, die Tarifbindung des Beschäftigten, der Einfluss der öffentlichen Hand auf das Unternehmen, die Unternehmensgröße, die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und die regionale Verortung des Betriebes (Ost/West; Ballungsraum/kein Ballungsraum) einbezogen.

Den Bericht des Statistischen Bundesamtes über den Gender Pay Gap können Sie hier bestellen:

www-ec.destatis.de

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