Fehlende Freude aufs Vater-Sein |
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„Du wirst Vater!“ – oft beflügelt diese Nachricht, lässt bisher ungekannte Gefühle zu und gibt einem Mann die Kraft und die Lust in ein neues Leben aufzubrechen. Aber was ist, wenn die Freude aufs Vater-Werden fehlt? Eine persönliche Geschichte. |
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„Ich bin schwanger“, hat meine Verlobte zu mir gesagt. Bevor diese drei Worte gefallen sind, habe ich mir immer vorgestellt, ich würde einen Luftsprung machen. Ich habe stattdessen gefragt: „Wirklich? Bist du sicher?“ Dann habe ich sie gebeten, einen zweiten und dritten Schwangerschaftstest zu machen. Nicht, dass ich das Kind nicht wollte. Aber vielleicht würde ich den Kick erst spüren, wenn mein Gehirn alle Zweifel aus der Welt geräumt sah. War aber nicht so.
Ultraschall und Laminat
Vielleicht kommt die Papa-Power ja beim Ultraschall. Den ersten habe ich verpasst, weil ich mich nicht traute, meinen Chef um einen freien Tag zu bitten. Als ich beim zweiten Frauenarzttermin dieses schwarz-weiße-Geblubbere auf dem Monitor sah, sendete mein Gehirn die Frage ans Herz: „Na? Fühlst du es?“ Nein, vielleicht ein bisschen. Aber so richtig gezündet hat es nicht.
Vielleicht würde ich mich mehr wie ein Vater fühlen, wenn ich aktiv würde. Also riss ich Teppichboden raus (wer weiß was die Vormieter hier verschüttet haben – und das Baby soll doch hier krabbeln) und verlegte Laminat in unserer voll eingerichteten Wohnung. Es hat auch tatsächlich Klick gemacht – allerdings nur beim Verlegen der Bodendielen.
Ich räumte mein Arbeitszimmer, zum Glück gibt es in unserer Wohnung eine geräumige Flur-Ausbuchtung, in der Schreibtisch, Bücherschränke und Stuhl ihren Platz fanden. Mein ehemaliges Arbeitszimmer war nun das Babyzimmer. Eigentlich bleibt es damit ein Arbeitszimmer, denn hier soll gewickelt, gefüttert, geschlafen werden. Als alles fix und fertig war, mich eingeschlossen und meine Verlobte mich umarmte – da kitzelte es kurz, irgendwo in meinem Inneren.
Ich will Dauer-Energie
Dreimal hatte ich sie schon gespürt, die Power. Als ich es meiner Mutter sagte und im Hintergrund mein Vater brüllte „Wahnsinn! Ich werd Opa!!“ Das zweite Mal, als ich mein Baby im Bauch seiner Mutter treten fühlte: da überkam mich dieses Gefühl von Wärme, Sprachlosigkeit, Bewunderung. Mein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen, meine Partnerin strahlte, weil ich strahlte. Dann war es wieder weg. Und als ich mit ihr das Geburtshaus ansah, in dem das größte Erlebnis meines Lebens in wenigen Monaten stattfinden sollte. Aber kurz darauf war es wieder verflogen.
Dabei hatte ich doch alles getan, was die Bücher und die diversen Internet-Foren mir geraten hatten. Ich umhegte und umsorgte die werdende Mutter meines Kindes. Entlastete sie im Haushalt. Sorgte für kleine Aufmerksamkeiten, keine Blumen, sondern Süßigkeiten. Das kam derzeit besser an. Ich hatte mich handwerklich betätigt, mein Büro geopfert. Wo ist meine Energie? |
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TEIL 1
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Chris, Köln:
02.02.2012 11:00
Dankefür die Story!
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