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Kinder haben offene Ohren

Kinder wollen entdecken. Und zwar nicht nur die Dinge hinterm Gartenzaun. „Im ersten Lebensjahrzehnt sind Kinder offen für alles und sehr gut ansprechbar, sogar für zeitgenössische Musik“, sagt Professor Claudia Spahn. Die Wissenschaftler nennen das die Phase der „Open Earness“ oder der „Offenohrigkeit“. Erst danach ändert sich die Musikaufnahme. Dann werden Rock- und Popmusik bei vielen Kindern wichtiger. Wer seinem Kind also nicht nur Madonna und Amy Winehouse nahe bringen möchte, der sollte früh damit anfangen. „Die Grundlagen für die spätere Musikpräferenz wird in den ersten zehn Lebensjahren gelegt“, sagt Spahn.

Konzerte für Kinder sollten nicht viel länger als eine Stunde dauern. Bei zu langen Programmen können Kinder unruhig werden. Wenn das auch bei kürzeren Konzertbesuchen passieren sollte, hat Christoph immer ein Bonbon parat. Nützt das nichts, hilft oft schon, wenn der kleine Zappelphilipp kurz mal durch das Programmheft blättert. Musik, zu der Kinder einen Zugang finden, kann Unruhe vorbeugen: „Kinder, die klassische Musik gewöhnt sind und dadurch emotional angesprochen werden, sind eher bereit, ruhig im Konzert sitzen zu bleiben“, weiß Professor Claudia Spahn. „Wenn es gar nicht geht, dann würde ich das Konzert mit meinen Kindern verlassen“, sagt Christoph. „Passiert ist das bisher aber noch nicht“.

Ein wenig Ruhe vor dem Konzert



Kinder nach einem anstrengenden Schultag abends noch mit ins Konzert nehmen sollte übrigens niemand. Konzentration und Spannkraft für 90 Minuten Musik sind dann nicht mehr da. „Den Tag vor einem Konzert lassen wir ruhiger angehen“, sagt Christoph. „Die Kinder sollten sich nicht so auspowern wie sonst.“

Und dann ist da noch die Kleiderfrage. Krawatten tragen die kleinen Herren heute nur noch selten. Und Mädchen in Samtkleidern sind auch eher die Ausnahme in Konzertsaal oder Opernhaus. Besser sind bequeme Kleider. Richard und Claudius tragen wie viele Jungs in ihrem Alter gute Jeans, Hemd und feine, graue Pullunder darüber. „Mir ist wichtig, dass die Kinder im Konzert oder in der Oper gut angezogen sind“, sagt Christoph. Trotzdem sollten sie sich aber noch wohlfühlen.

Pamina und Tamino haben die Feuer- und Wasserprobe bestanden. Das Publikum klatscht begeistert. Richard und Claudius auch. Zwei Stunden klassische Musik haben sie so fasziniert, dass sie auch auf dem Nachhauseweg noch erzählen. Vom Vogelfänger Papageno, von Tamino und dessen Zauberflöte.

Stefan Reisner
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Tipps für einen gelungenen Konzertabend

  • Hören Sie sich vorher die Musik an, die sie ihrem Kind im Konzert vorstellen wollen.
  • Suchen Sie ein abwechslungsreiches Programm aus.
  • Kommen Sie nicht erst fünf Minuten vor Konzertbeginn an. Kinder müssen sich auf das Haus und die neue Umgebung einstellen. Und auch die Toilette sollten Sie mit dem kleinen Konzertbesucher vor Beginn einmal aufsuchen.
  • Wichtig sind Bewegung und Abwechslung auf der Bühne, denn Kinder brauchen auch visuelle Reize während eines Konzerts.
  • Viele Konzerthäuser bieten neben den Klassischen Konzerten am Abend auch Familien- oder Kinderkonzerte an. Dort müssen Kinder nicht die ganze Zeit ruhig sitzen. Immer werden die Stücke auch von einem Moderator während des Konzerts erklärt.
  • Um Kinder schon zu Hause auf klassische Musik vorzubereiten, können Sie auch eine CD abspielen. Es gibt verschiedene Labels, die eine Reihe „Klassik für Kinder“ aufgelegt haben. Achten Sie darauf, dass dort nicht nur die Stücke gespielt, sondern auch kindgerecht die Werke erklärt werden.
  • Informationen im zu Kinderkonzerten Internet finden Sie auf den Seiten der Orchester und Konzerthäuser vor Ort. Dort einfach nach „Kinderkonzert“ suchen oder im Feld „Programm“ nach einem Konzert für Kinder Ausschau halten.

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