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Arbeitsabwesenheit


Arbeitsabwesenheit - Wenn Papa lange arbeitet, wird der Sohn verhaltensauffällig.Bild: © fasphotographic - Fotolia.com

Wenn Papa lange arbeitet, wird der Sohn verhaltensauffällig - jedenfalls in Australien. Die Auswirkungen überlanger Arbeitszeiten untersuchte das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Vater weg - Sohn aggressiv?


Sie werden aggressiv und gewalttätig, zeigen vielfältige Verhaltensauffälligkeiten. Sie sind Jungen oder junge Männer. Und sie sind Söhne von Vätern, die 55 und mehr Stunden pro Woche aus Arbeitsgründen nicht zu Hause sind.

In Westaustralien haben etwa 20 Prozent der Väter solche überlangen Arbeitszeiten. Was das für die Kinder bedeutet, untersuchte Jianghong Li vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung in einer Langzeitstudie mit mehr als 1400 Kindern. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt fünf bzw. acht Jahre alt.

Es fällt auf, dass anscheinend nur die Söhne unter der Arbeitsabwesenheit ihrer Väter leiden und das aggressiv nach außen kehren. Bei den Mädchen wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Und die Gruppe der überlang arbeitenden Mütter ist so klein, dass für sie keine entsprechenden gesicherten Aussagen gemacht werden können.

Ausschließlich Jungen betroffen


Auch in Deutschland sind solche langen Arbeitszeiten nicht selten. Nach dem Sozio-ökonomischen Panel von 2011 gelten sie für ca. 15 Prozent der Väter von drei- und vierjährigen Kindern.

Warum nun die Mädels weniger unter der Väterabwesenheit leiden, welche Rolle die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung spielt, wie die Mütter der arbeitsabwesenden Väter agieren und ob das einen Einfluss auf die Jungen hat - darüber gibt die Langzeitstudie allerdings keine Auskunft.

Ralf Ruhl

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