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Doppelkarrieren


Karriere im DoppelpackBild: fotolia-wibaimages

Männer als Führungskräfte wollen Beruf und Familie vereinbaren




Es ist klar: Es geht um Frauen. "Karriereverläufe von Frauen - Paardynamiken und institutionelle Rahmungen in der Rush Hour des Lebens" heißt ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt des Deutschen Jugendinstituts (dji). 45 Frauen in Führungspositionen und ihre Partner wurden befragt. Bedingungen herausfinden, unter denen Frauen Erfolg haben, ist das Ziel der Untersuchung. Denn: Frauenkarrieren bleiben auf der Strecke, sobald die Kinder kommen.

Arbeitgeber wollen allseitige Verfügbarkeit

So weit, so bekannt. Doch es ist erstaunlich: Weniger der Unwillen der Männer und Väter, Verantwortung in der Familie zu übernehmen, wird herausgestellt. "Viel entscheidender ist, dass die Bedingungen der Arbeitswelt an den Bedürfnissen sogenannter Doppelkarrierepaare vorbeigehen", so Dagmar Müller, Mitarbeiterin des Projekts. Insbesondere die Bereitschaft, den Arbeits- (und meist auch Wohnort) zu wechseln und die Verfügbarkeit rund um die Uhr gelten als Voraussetzung für eine Führungskraft. Und das gilt schließlich auch und vor allem für Männer!

Etwa 20% aller Paare sind hochqualifiziert und karriereorientiert, so ein Schätzung von 2002. Beim Nachwuchs sei es inzwischen sogar mehr als die Hälfte, so die Studie. Wie kann eine Doppelkarriere klappen? Wertschätzung durch den Partner ist das A und O. Emotionale wie praktische Unterstützung ist angesagt, beide Seiten müssen Kompromisse eingehen. Erstaunlich sei, so die Autorinnen, dass sich zunehmend auch Männer vom Leitbild der Vollzeit-Führungskraft distanzieren und eine Balance zwischen Beruf und Privatleben anstreben.

Neue Personalpolitik notwendig

Doch die Rahmenbedingungen entscheiden, welches Arrangement das Paar überhaupt treffen kann. Das Hauptproblem ist die Synchronisation von Zeit. Hier können Teilzeit, Vertrauenszeit und Home Office helfen - wenn die Betreuungsfrage für die Kinder gelöst ist. Vor allem Ganztagsangebote seien hier vonnöten.

Personalpolitik müsse zunehmend den Partner mit in den Blick nehmen. In den USA sei es durchaus üblich, dem Partner eine Stelle im gleichen Unternehmen anzubieten. In Deutschland dominierten Einzelfalllösungen. Ein ganzheitliches Konzept, das flexibel auf Änderungen der Familiensituation reagiert, sei notwendig, um Führungskräfte langfristig zu halten.

Ralf Ruhl

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