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Vater, Tochter, Beruf


Vater, Tochter, BerufBild: © Paul Binet-Fotolia.com

Sie sind klug, haben eine gute Ausbildung, sind erfolgreich im Beruf, die jungen Frauen von heute. Und was haben sie noch? Einen Vater, der zu Hause mit anpackt!

Wenn Papa kocht, staubsaugt und die Geschirrspülmaschine einpackt, haben die Mädchen von heute größere Chancen, einen klassisch als männlich bezeichneten Beruf zu ergreifen. Jedenfalls in Kanada. Eine Studie der University of British Columbia mit über 300 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und 13 Jahren ergab, dass das väterliche Verhalten die Berufswahl der Mädchen deutlich beeinflusst. Bereits Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte Prof. W.E. Fthenakis in seinen Untersuchungen gezeigt, dass Zuwendung und Bestärkung durch den Vater zu höheren Bildungsabschlüssen bei ihren Töchtern führt.

Steht Papa am Herd, macht die Tochter Karriere


Jetzt kommt also noch das direkte Verhalten an Herd und Putzlappen hinzu. Die Kanadier fanden heraus, dass Mädchen, deren Vater eher wenig zu Hause anpacken, stärker zu klassisch weiblichen Berufen wie Krankenschwester und Grundschullehrerin neigen. Sieht die Tochter ihren Papa aber auch kochen, Wäsche waschen und Blumen gießen, so streben sie in höherem Maße technische oder klassisch männliche Berufe wie Polizistin oder Profisportlerin an.

Warum? Studienleiterin Alyssa Croft meint dazu, die Töchter der modernen Väter würden ein vielfältigeres männlicheres Rollenbild vorgelebt bekommen. Daher würden sie es als selbstverständlich erachten, dass ihr späterer Partner ebenfalls im Haushalt einen großen Part übernimmt. Weswegen sie mehr Zeit in Beruf und Karriere investieren könnten. Gleichberechtigung zu Hause sei, so Croft, demnach ein Weg, Mädchen zu beruflichen Wegen zu inspirieren, von denen sie traditionell ausgeschlossen seien.

Ralf Ruhl

Kommentar


Klingt erst mal gut: Papa putzt, dann kann die Tochter zum Mond fliegen oder ein großes Unternehmen leiten. Allerdings ist, so muss man bemerken, dies nicht der einzige Faktor für Berufswahl und Karrierechancen, weder bei Mädchen, noch bei Jungen. Da hat die Wirtschaft schließlich auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Mir wird immer etwas mulmig, wenn die klassische männliche Karriereleiter so unhinterfragt gut geheißen wird, bloß weil jetzt junge Frauen darauf herumklettern. Denn ganz nebenbei werden so klassische weibliche Berufe abgewertet. Insbesondere diejenigen, die klassisch weibliche Werte zum Inhalt haben: Sich kümmern, pflegen, betreuen, Kindern und Kranken Zuwendung geben.

Wenn nicht gleichzeitig diese Berufe aufgewertet und Jungen dazu inspiriert werden, sie auch in ihre Berufswahl einzubeziehen - dann werden diese Aufgaben zunehmend von unterprivilegierten Migrantinnen übernommen werden. Ist das dann die gleichberechtigte Gesellschaft, die wir alle wollen?

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