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Gefahrenquelle Wohnung


Bild: BAG - Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die meisten Kinderunfälle ereignen sich im häuslichen Bereich. Wie Eltern vorbeugen können und welche Sicherheitsartikel wichtig sind erläutert Tim Lorenz, Geschäftsführer der reer GmbH im Interview.

Gefahren im Haushalt


Warum ist das eigene Zuhause eine so große Gefahrenquelle?

Mit zunehmendem Alter wachsen Mobilität und Aktionsradius des Kindes und damit auch die Gefahren und Risiken. Gleichzeitig haben Kinder etwa bis zum vierten Lebensjahr noch kein Gefahrenbewusstsein - so können ganz alltägliche Situationen wie eine heiße Herdplatte, eine Treppe oder ein unverschlossener Medizinschrank tragische Folgen haben. Laut Statistik gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern. Allein im Jahr 2009 verunglückten 295.000 Kinder im häuslichen Bereich. Davon waren rund 63% der Kinder unter 6 Jahren.

Schätzen Eltern das Gefahrenpotenzial im eigenen zu Hause richtig ein?

Die realen Unfallgefahren im eigenen Haushalt werden von vielen Eltern als relativ unbedeutend und damit völlig falsch eingeschätzt. Aus Umfragen geht hervor, dass sie den Straßenverkehr als mit Abstand gefährlichsten Ort für ihre Kinder definieren. Zugleich wird die Gefahr von Unfällen zu Hause als relativ gering angesehen. Unfallstatistiken belegen allerdings etwas ganz anderes. Dementsprechend ist vor allem bei Kleinkindern die Zahl der Unfälle in der eigenen Wohnung zehnmal so hoch wie im Straßenverkehr.

Wichtige Sicherheitsartikel


Welche Sicherheitsartikel würden Sie empfehlen?

Wirklich unerlässlich sind in Haushalten mit Kleinkindern unter drei Jahren auf jeden Fall Treppenschutzgitter im Wohnbereich mit Treppen. Mit ihrer Hilfe lassen sich übrigens auch "unsichere" Räume absperren. Darüber hinaus sollten Steckdosensicherungen zum Standard gehören. Auch ein Herdschutzgitter ist überaus sinnvoll. Wer darauf verzichtet sollte, wenn kleine Kinder im Haushalt leben, auf den hinteren Platten kochen. Entsprechend der Wohnsituation bietet der Einsatz von Fensterriegeln, Türstoppern, Wasserthermostaten, Anti-Rutsch-Streifen sowie Ecken-/Kantenschutz aber auch von Schubladensicherungen hervorragenden Schutz, um mit wenig Aufwand schwere Unfälle zu vermeiden.

Gibt es Sicherheitsartikel, die der Gesetzgeber vorschreibt?

In bestimmten Bundesländern gilt bereits seit dem Jahr 2000 eine Rauchmelder-Pflicht für Kinderzimmer, Schlafräume und Flure. Sie sind insbesondere in weitläufigen Wohnungen oder Häusern sehr empfehlenswert, da es bereits zu Rauchvergiftungen kommt, bevor ein Brand bemerkt wird.

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