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Vätermonate stabilisieren Elternbeziehung


Vätermonate stabilisieren ElternbeziehungBild: © onoky - Fotolia.com

Wenn Väter sich mit der Mutter die Erziehungsverantwortung teilen, sinkt die Scheidungsrate, so der Familienreport des Bundesfamilienministeriums. Das gilt vor allem, wenn die Männer in Elternzeit gehen.

Das Erziehungsgeld mit der Möglichkeit, zwei "Vätermonate" zu nehmen, ist das erfolgreichste familienpolitische Instrument der letzten Jahre. Fast 70% der Bevölkerung halten es für eine gute Regelung, bei den Beziehern von Elterngeld gar 85%. Und die Männer greifen gern zu, über 25% nehmen Erziehungszeit in Anspruch, ein Viertel davon deutlich länger als zwei Monate, sodass der Durchschnitt der Bezugsdauer bei dreieinhalb Monaten liegt.

Fast 30% gehen direkt nach der Geburt in Elternzeit, sie wollen gemeinsam mit der Mutter die ersten Monate des Babys erleben. Knapp 20% setzen ihre Väterzeit ans Ende des ersten Lebensjahres, damit die Betreuung für weitere zwei Monate gesichert ist.

Realistischerer Blick auf Erziehungsverantwortung


Väter berichten, dass durch die Elternzeit ihre Beziehung zu den Kindern gestärkt wurde. Sie hätten einen realistischeren Blick auf die Erziehungs- und Betreuungsbelange gewonnen. Viele nehmen sich vor, auch weiterhin sich stärker an der Familienarbeit zu beteiligen.

Im gleichen Atemzug geben sie an, ihre Arbeitszeit auf das notwendige Maß reduzieren zu wollen und sie nach Möglichkeit familienfreundlicher zu gestalten. Bei über der Hälfte der Paare sind beide Partner inzwischen berufstätig, etwa 70% der Frauen arbeiten in Teilzeit. 25 - 35 Wochenstunden für die Erwerbsarbeit ist nach Ansicht der meisten Mütter und Väter genug. Etwa 60% der Väter würden gern ihre Arbeitszeit reduzieren, jedoch nur jede fünfte Mutter würde gern ihre Erwerbsarbeit ausweiten. Womit klar ist, dass auch in Zukunft die Männer - entgegen allen anderen politisch korrekten Beteuerungen - in der Hauptsache für das Familieneinkommen zuständig sein werden.

Papa wird immer noch stark vermisst


Wenn Väter sich stärker an der Familienarbeit beteiligen und die Vätermonate in Anspruch nehmen, stärkt das die Bindung des Paares. In Schweden, wo das Elterngeld bereits 1974 eingeführt wurde, sinkt das Scheidungsrisiko um 30%, wenn die Männer sich eine Auszeit für die Familie gönnen. Gründe für die Stabilisierung der Beziehung lassen sich in der Wertschätzung finden, die Paare füreinander haben, wenn beide sowohl Erwerbs- als auch Familienarbeit in voller Eigenverantwortung kennengelernt haben. Kinder sind übrigens mit der Berufstätigkeit beider Eltern einverstanden: Über 90% sagen sie seien "eher froh" über die Erwerbstätigkeit der Mutter. Genug Zeit habe sie dennoch für sie, meinen 80% der Kinder. Vater wird stärker vermisst: 56% würden gern mehr Zeit mit ihm verbringen. Passend dazu das Grummeln im väterlichen Bauch: Über 50% haben manchmal ein schlechtes Gewissen, weil sie zu wenig Zeit für ihre Kinder haben.

Ralf Ruhl

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