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Immer mehr Väter wollen Elterngeld


Immer mehr Väter wollen ElterngeldBild: *bonsai*-photocase.de

Über ein Fünftel der Väter bezieht Elterngeld! Damit ist es so attraktiv wie nie zuvor. Doch gibt es hohe regionale Unterschiede, was die Höhe des ausgezahlten Betrags und die Dauer der Elternzeit betrifft.

Sächsische Väter vorn


Das Elterngeld ist für Väter äußerst attraktiv: Im vierten Quartal 2007 bezogen lediglich 12% der Väter das in jenem Jahr eingeführte Elterngeld. Doch knapp 24% der Väter der im Jahr 2009 geborenen Kinder bezogen Elterngeld, so das Statistische Bundesamt. In absoluten Zahlen: Das sind 157 000 Väter bei 665 000 im Jahr 2009 geborenen Kindern!

Allerdings sind die regionalen Unterschiede groß: Die höchsten Väterbeteiligungen hatten mit jeweils rund 30% Bayern, Berlin und Sachsen, die niedrigste das Saarland mit etwa 14%. Bei einer tieferen regionalen Betrachtung ist besonders die hohe flächendeckende Väterbeteiligung in Bayern auffällig. In 75 der 96 bayerischen Kreise lag der Anteil der Väter, die Elterngeld bezogen, bei mindestens 25%. Zum Vergleich: deutschlandweit erreichten 112 der insgesamt 412 Kreise einen solch hohen Wert.

Jena ist Väterhauptstadt Deutschlands


Die Kreise mit der höchsten Väterbeteiligung lagen jedoch nicht in Bayern: dies waren die thüringische Stadt Jena (43%), gefolgt von der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam (39%). Die Kreise mit der geringsten Inanspruchnahme des Elterngeldes von Vätern waren mit jeweils 9% die Stadt Gelsenkirchen und der Landkreis Olpe (beide Nordrhein-Westfalen) sowie der niedersächsische Landkreis Nienburg/Weser mit 8%.

Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1131 Euro. Er war damit rund ein Drittel höher als der vergleichbare Anspruch von Müttern (844 Euro).

Im Osten weniger Elterngeld


Auch bei der durchschnittlichen Höhe des Elterngeldanspruchs gab es deutliche regionale Unterschiede. Während er in drei von vier westdeutschen Kreisen bei mindestens 1100 Euro lag, gab es in Ostdeutschland keinen Kreis, in dem dieser Wert erreicht wurde. Dort lag der durchschnittliche Elterngeldanspruch größtenteils unter 1000 Euro. Bundesweit am höchsten war der durchschnittliche Elterngeldanspruch der vor Geburt des Kindes erwerbstätigen Väter im bayerischen Landkreis Eichstätt mit 1355 Euro, am geringsten mit 816 Euro im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Der Anteil der vor der Geburt des Kindes erwerbstätigen Väter war in Ost- und Westdeutschland mit 82% beziehungsweise 83% fast gleich. Bei Müttern war der Anteil der vor der Geburt des Kindes Erwerbstätigen in Ostdeutschland mit 60% höher als in Westdeutschland mit 55%.

Väter nehmen nicht nur zwei "Papamonate"


Wenn sich ein berufstätiger Mann eine Auszeit vom Job nimmt, weil er sich um das Neugeborene kümmert, bleibt er durchschnittlich 3,4 Monate zu Hause. Die häufig vorgebrachte Unterstellung, Männer würden nur die zwei "Vätermonate" nehmen, um keinen Anspruch verfallen zu lassen, ist demnach nicht stichhaltig. Das zeigt eine Auswertung der Elterngeldstatistik des Statistischen Bundesamtes für Geburten 2008 durch dpa-RegioData. Im Vergleich aller Kreise und kreisfreien Städte bezogen die Väter im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg am längsten Elterngeld statt Gehalt: durchschnittlich 4,6 Monate.

Am anderen Ende des Regionalvergleichs liegt u.a. die Stadt Wolfsburg in Niedersachsen. Dort bleiben berufstätige Väter im Schnitt nur 2,7 Monate zu Hause, wenn sie überhaupt Elterngeld beziehen.

Ralf Ruhl
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

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