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Warum Elternzeit?


Wenn die Frau eine Vollzeitstelle hat, gehen Väter eher in Elternzeit.Bild: Friday-Fotolia.com

Wenn die Frau eine Vollzeitstelle hat, gehen Väter eher in Elternzeit. Was logisch klingt, hat nun die Wissenschaft bestätigt.

"Who cares?" - wer kümmert sich? - fragte das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut und fragte nach den Bedingungen, unter denen Männer bereit sind, in Elternzeit zu gehen. Wenig erstaunlich: Wenn die Frau vollzeit arbeitet oder ein hohes Einkommen hat, hat der Mann eher Elternzeitambitionen. Um 150% erhöht sich die Wahrscheinlichkeit gegenüber Paaren mit nicht-erwerbstätiger Partnerin. Ebenso hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines elternzeitenden Vaters, wenn die Frau mehr verdient als er.

Geld und Sicherheit schaffen Väterzeit!


Auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist ein wesentliches Kriterium: Wer einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, in einem großen Unternehmen arbeitet (egal ob öffentlich oder privat), oder eine Führungsposition innehat, ist eher bereit, für das Kind einige Monate Arbeitspause einzulegen. Bei Doppelverdienern, wenn also beide berufstätig sind, sollte sie im öffentlichen Dienst tätig sein oder eine Leitungsposition bekleiden. Dann ist die Chance, dass der Mann in Elternzeit geht, am höchsten.

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen den Einkommensunterschieden im Paar und der Neigung zur Elternzeit, kommentiert Nora Reich, Autorin der Studie. Und wünscht sich eine stärkere Beteiligung von Müttern am Arbeitsmarkt. Warum die Zunahme ungesicherter und befristeter Arbeitsverhältnisse für Männer und Frauen nicht ebenfalls kritisiert wurden, bleibt unverständlich.

Ralf Ruhl
(Quelle: HWWI)

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