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Väter wollen Teilzeit


Bild: © Halfpoint - Fotolia.com

Eine große Mehrheit der Väter würde Teilzeit arbeiten - wenn die Partnerin dann mehr arbeitet und sie wieder auf eine volle Stelle zurückkehren können. Das sagt eine aktuelle Umfrage von betreut.de und der väter gGmbH.

Männer wollen kürzer


Es ist zwar nur eine standardisierte Online-Befragung, aber die Daten von jeweils 500 Müttern und Vätern zeigen doch eine ernst zu nehmende Tendenz. Und die sagt ganz einfach: Männer würden gern weniger arbeiten, Frauen gern etwas mehr. Die hauptsächliche Wunsch-Teilzeit der Väter liegt bei knapp 35 Stunden. Bei diesem Wert ist jedenfalls im Diagramm die höchste Säule verzeichnet. Frauen wünschen sich das von ihren Partnern übrigens ebenso. Danach wird es spannend: Frauen wünschen sich eine Arbeitszeit für ihren Partner von 40 Stunden an zweiter Stelle, während Platz zwei bei den Männern bei knapp 30 Stunden liegt. Macht einen Geamtdurchschnittswunsch der Männer von 34,3 Stunden. Wobei Vollzeitarbeiter grundsätzlich mehr Zeit für ihren Arbeitgeber aufwenden wollen als Erwerbslose und Teilzeitbeschäftigte.

Teilzeit - Rückkehrprogramm für Frauen


Knapp 82% der Väter stehen einer Verringerung ihrer Arbeitszeit positiv gegenüber. Fast drei Viertel wollen es dann, wenn ihre Frau dadurch besser wieder in den Beruf einsteigen kann. Und für die Hälfte ist es wichtig, auf einen Vollzeitarbeitsplatz zurückkehren zu dürfen. Fast die Hälfte der Väter und über ein Drittel der Frauen gibt übrigens an, dass bei ihnen zuhause die partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit bereits Wirklichkeit ist.

Frauen wollen ein bisschen mehr


Wie sehen die Wünsche der Frauen aus? Idealerweise wollen sie 25,9 Stunden pro Woche erwerbstätig sein, durchschnittlich. Aber das ist ein wenig ins Handtäschchen gelogen. Der größte Ausschlag auf dem Säulendiagramm liegt zwar bei knapp 29 Stunden, danach folgen 20 und auf Platz drei mit deutlichem Abstand 25 Stunden. Auch hier wollen die Vollzeitkräfte eher länger am Arbeitsplatz verweilen. Die Väter wünschen sich von ihrer Partnerin deutlich mehr Entlastung beim Geldverdienen: Zwar wollen sie im Durchschnitt ebenfalls, dass ihre Frau knapp 26 Stunden pro Woche erwerbstätig ist, die größte Diagramm-Säule steht jedoch bei 30 Stunden.

Diese Widersprüche werden auch bei grundsätzlichen Fragen deutlich: 83% der Frauen sagen, sie würden ihren Partner unterstützen, wenn er seine Arbeitszeit auf 32 Wochenstunden reduziert. Aber nur 42% wären bereit, ebenso lange erwerbstätig zu sein.

Partnerschaftliche Arrangements


Auch diese Studie zeigt: Eigentlich sind die Eltern mit ihren partnerschaftlichen Arrangements zufrieden. Ein bisschen mehr hier, ein bisschen weniger da, klar, man und frau werden sich doch noch etwas wünschen dürfen. Von einer grundsätzlichen Gleichheit und Gleichverteilung der Familien- und Erwerbsarbeit sind wir aber noch weit entfernt. Vor allem, weil es sich die Familien offenbar nicht wünschen. Und warum sollten sie zu etwas gezwungen werden, was sie gar nicht anstreben?

Ralf Ruhl

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