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Mozart mit Sitzerhöhung

Mit Kindern in ein klassisches Konzert
Bild: LVDESIGN-Fotolia.com

Mit Kindern ins Konzert zu gehen kann anstrengend werden. Wir haben einen Papa mit seinen beiden Söhnen begleitet und sagen Ihnen, wie der Besuch eines Klassischen Konzerts mit Kind zu einem schönen Erlebnis wird.
Tamino ist gerettet. Die Schlange ist tot und gleich wird der Prinz im dunklen Märchenwald den Vogelfänger Papageno treffen. Beide ziehen los zu Sarastros Tempel-Burg und wollen die Prinzessin Pamina befreien. Der elfjährige Richard und sein achtjähriger Bruder Claudius sitzen mit ihrem Vater Christoph in der Oper Leipzig. Mozarts Zauberflöte steht auf dem Spielplan. Zwei Stunden ruhig sitzen, schauen und zuhören, was auf der Bühne und in der Musik so passiert – das haben die beiden Jungs noch vor sich. Ob das funktioniert und die drei am Ende glücklich aus der Oper gehen?

Die Inszenierung macht es Kindern leicht. Sie ist bunt, schrill und ein bisschen erinnern Kostüme und Bühnenbild an ein Broadway-Musical. Was die beiden jungen Opernbesucher erwartet, hat Christoph ihnen schon vor der Vorstellung aus dem Programmheft vorgelesen. „Es ist wichtig, dass die beiden wissen, was auf der Bühne passiert“, sagt er. „Denn die Sänger versteht man nicht immer.“

Mit Musik Positives verbinden



Damit die beiden Jungs auch sehen, was sich auf den Brettern abspielt, hat der Vater gute Karten im Parkett gekauft und Sitzerhöhungen für Richard und Claudius mitgenommen. Denn wenn Kinder klassische Musik hören, sollen sie das mit einem positiven Erlebnis verbinden. „Väter sollten aufpassen, dass sie aus pädagogischen Überlegungen ihre Kinder nicht in eine Situation zwingen, in der sie schöne Musik mit einem leidvollen Erlebnis und negativen Erinnerungen verbinden“, sagt Professor Claudia Spahn vom Freiburger Institut für Musikermedizin. Vor der Oper also das Geschehen auf der Bühne knapp erzählen, vor dem Konzert mit klassischer Musik kleine Geschichten zum Komponisten oder zum Stück erzählen.

Franziska Vorberger hat so immer Kinder für klassische Musik begeistern können. Sie ist die Musikvermittlerin des Leipziger Gewandhauses und organisiert Kinderkonzerte. „Klassische Musik für Kinder sollte immer eine Geschichte erzählen“, sagt sie. Bei „Till Eulenspiegel“, „Peter und der Wolf“ oder der „Zauberflöte“ tun das die Stücke schon selbst. Wo nicht, hilft die Fantasie weiter. „Die Erwachsenen sollten bekannte Lieder in einem Stück suchen oder einfach Geschichten zur Musik erfinden“, sagt sie.

Wichtig ist auch: Auf der Bühne muss etwas passieren. Das gilt nicht nur für die Oper. Auch bei Konzerten ist das möglich. Christophs Regel: „In jedem Konzert sollte ein Solist spielen. Da können die Kinder viel beobachten.“
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Tipps für einen gelungenen Konzertabend

  • Hören Sie sich vorher die Musik an, die sie ihrem Kind im Konzert vorstellen wollen.
  • Suchen Sie ein abwechslungsreiches Programm aus.
  • Kommen Sie nicht erst fünf Minuten vor Konzertbeginn an. Kinder müssen sich auf das Haus und die neue Umgebung einstellen. Und auch die Toilette sollten Sie mit dem kleinen Konzertbesucher vor Beginn einmal aufsuchen.
  • Wichtig sind Bewegung und Abwechslung auf der Bühne, denn Kinder brauchen auch visuelle Reize während eines Konzerts.
  • Viele Konzerthäuser bieten neben den Klassischen Konzerten am Abend auch Familien- oder Kinderkonzerte an. Dort müssen Kinder nicht die ganze Zeit ruhig sitzen. Immer werden die Stücke auch von einem Moderator während des Konzerts erklärt.
  • Um Kinder schon zu Hause auf klassische Musik vorzubereiten, können Sie auch eine CD abspielen. Es gibt verschiedene Labels, die eine Reihe „Klassik für Kinder“ aufgelegt haben. Achten Sie darauf, dass dort nicht nur die Stücke gespielt, sondern auch kindgerecht die Werke erklärt werden.
  • Informationen im zu Kinderkonzerten Internet finden Sie auf den Seiten der Orchester und Konzerthäuser vor Ort. Dort einfach nach „Kinderkonzert“ suchen oder im Feld „Programm“ nach einem Konzert für Kinder Ausschau halten.

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