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Forschungsergebnisse umstritten: Die Effekte des Stillens

„So lange Mutter und Kind das wollen“, so die Erklärung der stillfreundlichen Organisationen. Die Rolle der Väter wird dabei überhaupt nicht thematisiert. Diverse Studien schreiben der Frauenmilch wunderbare Effekte zu: Gestillte Kinder werden weniger krank, neigen seltener zu Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck. Muttermilch macht intelligent und begünstigt den sozialen Aufstieg.
Diese Erkenntnisse sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die Ergebnisse statistischer Untersuchungen bedürfen immer einer Interpretation. Das Ergebnis einer britischen Studie, Stillkinder besetzten im Erwachsenenalter häufiger Führungspositionen als Kinder die nicht gestillt wurden, ist wohl eher darauf zurückzuführen, dass Stillen im untersuchten Zeitraum in höheren Bildungsschichten beliebter war als in unteren Bildungsschichten.

„Stillen stärkt die Mutter-Kind Beziehung!“ Diese Erkenntnis ist die einzige, die unter Experten gänzlich unumstritten ist. Die Fachleute sind sich außerdem heute relativ einig, dass Muttermilch frei von gesundheitsschädlichen Stoffen ist und dem Kind flexibel Tag für Tag genau das bietet, was es braucht. Sie schützt vor Infektionen und Allergien und hat, bei guter Ernährung, darüber hinaus einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Mutter.

Nach neuerem Forschungsstand jedoch ist die gute und enge Mutter-Kind Beziehung längst nicht die einzige wichtige Voraussetzung für die guten Entwicklungschancen eines Kindes. Noch besser stehen die Chancen für den jungen Erdenbürger, wenn von Anfang an eine gute und enge Beziehung zu Mutter und Vater gelingt.

Nils Hilliges
TEIL 3

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Kommentare von Lesern:

 
Hanna, München:
03.11.2011 20:11
Ich selbst als Frau kann bestätigen (wenn man ehrlich zu sich selber ist), dass man tatsächlich in eine Machtposition gerät. Es ist gar nicht so leicht damit umzugehen. Die Bindung zum Kind darf niemals gegen den Vater verwendet werden. Ich denke , der Vater wird tatsächlich oft ausgegrenzt mit dem Argument, die Frau fühle es besser, wisse es besser etc.
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Frank, Dresden:
26.01.2011 09:43
Dieser Beitrag ist unglaublich spekulativ. Er unterstellt das Mütter stillen, um damit eine Machtposition auszubauen. Selbstverständlich tut es mir leid, wenn derartige Beziehungsschieflagen existieren sollten. Deshalb aber zu untertellen, dass die Vorteile des Stillens überbewertet werden, halte ich für egozentrisches Verhalten. Es gibt für alles eine Zeit. Väter haben nur früh genug die Möglichkeit ihre Rolle auszufüllen.
Ulrike, Berlin:
01.08.2010 17:48
Das Still-Dogma zu hinterfragen ist auch für die Frauen wichtig. Schließlich wird hiermit eine Grundlage für eine ungleich verteilte Bindung und Verantwortung gelegt.

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TEIL 3

Die Vater-Kind-Beziehung in der Stillzeit

Eine enge Beziehung des Säuglings zum Vater von Geburt an verspricht gute Entwicklungschancen für das Kind.

Die Entscheidungen in welcher Form und wie lange gestillt wird, sollten im Idealfall von den Eltern gemeinsam getroffen werden.

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