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Familienalltag - Drei Momentaufnahmen |
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 Bild: Pavel Losevsky - Fotolia.com
In Deutschland wachsen Kinder in den unterschied- lichsten Familien- konstellationen auf – in der klassischen Familie mit Vater und Mutter, in Patchworkfamilien, als Kinder Alleinerziehender oder in Adoptivfamilien. Ganz gleich, in welcher Konstellation man lebt – das tägliche Miteinander kann hin und wieder ganz schön anstrengend sein. Wer die Stressfaktoren erkennt und gelassen reagieren kann, hat gute Chancen auf ein ausgeglichenes Familienleben.
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Momentaufnahme 1:
Der Klassiker – Vater, Mutter, Kind(er)
Gehst du?
Bea und Sven sind seit drei Monaten stolze Eltern – meistens jedenfalls. Tom war ein Wunschkind, über das sich beide riesig freuen. Bis zur Geburt des kleinen Wonneproppens hatten die beiden ihren Alltag spielend im Griff. Jetzt spielen sie morgens immer häufiger das Beamtenspiel. Wenn Tom zwischen fünf und sechs Uhr morgens aufwacht und die Windel voll ist, heisst es: „Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“.
Beide Eltern würden zu gern noch ein klitzekleines bisschen weiterschlafen. Also stellen sie sich schlafend, in der Hoffnung – der Andere möge doch heute zuerst aufstehen, um den Zwerg zu versorgen. Derjenige, den es letztlich „erwischt“, fühlt sich oft als „Verlierer“. Das ist meistens Bea, denn Sven verfügt seitdem das Baby auf der Welt ist über einen rätselhaft komatösen Schlaf, der dazu führt, dass er das Kind „einfach gar nicht gehört hat“. „Sorry, Schatz, ...“ |
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Momentaufnahme 2:
One-Woman-Show – die Einzelkämpferin
Terminjonglage
Anna will heut nicht in den Kindergarten. Bauchweh. Mama muss aber arbeiten, schließlich verdient sie allein den Unterhalt für die „Ein-Eltern-Familie“ – so die offizielle Bezeichnung für Alleinerziehende mit Kind/ern.
Annas Vater hat schon in der Schwangerschaft das Weite gesucht. Kind, Familie und Verpflichtungen, das war dem ausgeprägten Einzelgänger „einfach zu viel“. Also „wuppt“ Annas Mutter den Familienalltag ohne Unterstützung.
Ausgerechnet heute hat sie allerdings einen wichtigen Termin, und der Babysitter, der Anna manchmal betreut, hat keine Zeit. Anna muss in den Kindergarten. Die Dreijährige ist da anderer Meinung. Mamas Erklärungs- und Überredungsversuche enden mit Krokodilstränen. Woraufhin sich natürlich sofort das schlechte Gewissen meldet. Zum Trost verspricht Eva ihrer Tochter: „Ok., Anna, dann hole ich dich heute früher ab und wir machen etwas Schönes.“ Das Gesicht ihres Chefs, wenn sie – „schon wieder wegen Privatangelegenheiten“ – darum bittet, früher gehen zu dürfen, stellt sie sich dabei lieber nicht vor. |
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Momentaufnahme 3:
Bunte Mischung – die Patchworkfamilie
Ich war aber zuerst…
Leon und Luca sind Brüder ... seitdem Leons Mama mit Lucas´ Papa zusammen gezogen ist. Die beiden Jungs verstehen sich blendend und mit Baby Sophie ist so richtig Schwung in die Patchworkfamilie gekommen. Meist geht es laut, lustig und liebevoll in der Familie zu – nur hin und wieder gibt es Zoff.
Zum Beispiel morgens, wenn drei kleine und zwei große Menschen ins Bad wollen – gleichzeitig, versteht sich. Oder wenn Papa Gert sich zu lange um Leon gekümmert hat, obwohl Luca doch etwas viiiel wichtigeres auf dem Herzen hat. Dann kommt es zu Wortgefechten, Drängeleien oder Eifersuchtsszenen, die Gert und Ina nur mit viel diplomatischem Geschick und Kompensationsgeschäften lösen können. Spätestens abends allerdings kehrt Ruhe bei den Fischer-Bergs ein. Da kuscheln sich alle gemütlich aufs Sofa und lesen Gute-Nacht-Geschichten. Wann Gert und Ina das letzte Mal Zeit für sich hatten? Keine Ahnung, irgendwann bevor Sofie auf die Welt kam, glauben sie. |
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Teil 1
Drei Momentaufnahmen
Teil 2
Tipps für die klassische Kleinfamilie
Teil 3
Tipps für Alleinerziehende
Teil 4
Tipps für Patchworkfamilien
Teil 5
Tipps für Adoptivfamilien |
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Tipps für eine stressfreie Familiensituation |
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Insbesondere, wenn eine Familie neu entsteht und sich Strukturen ändern, geraten alle Beteiligten schnell an ihre Grenzen. Da wird das eingespielte Paar plötzlich zum Konkurrenten um das Kind, da tauchen „neue“ Stiefeltern oder Geschwister auf, die man sich nicht ausgesucht hat oder lieb gewonnene Gewohnheitsrechte werden in Frage gestellt. Wenn Eltern oder Kinder sich überfordert oder nicht wertgeschätzt fühlen, können aus Mücken ganz schnell Elefanten werden. So manch einer würde dann wohl am liebsten alles stehen und liegen lassen und einfach verschwinden. Oft hilft es, erst einmal tief durchzuatmen und mit etwas Abstand die Familiensituation einmal genauer zu betrachten: Welches sind die (häufigsten) Stressfaktoren, woher kommen sie und welche gemeinsame Lösung bietet sich an? Nicht alle Probleme können sofort und für alle befriedigend gelöst werden. Aber oft hilft es schon, Details zu verändern. Die drei wesentlichen Schritte auf dem Weg zu mehr Ausgeglichenheit lauten: Bedürfnisse erkennen (auch die eigenen!), Wünsche nennen und Lösungen aushandeln. |
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