Welcher Vätertyp sind Sie? |
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 Bild: Jens Klingebiel - Fotolia.com
Väter, die sich mit ihren Partnerinnen Erwerbs- und Erziehungsarbeit auf Augenhöhe teilen, bilden noch nicht die Mehrheit. Anderen wird vorgehalten, dass sie geradezu in die Arbeitswelt fliehen. Doch sind beruflich stark engagierte Väter automatisch schlechtere Väter? Männer tun auf ganz verschiedene Art etwas für ihre Familien. Eine augenzwinkernde Typologie von Thomas Gesterkamp. |
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Der Abteilungsleiter
Der Abteilungsleiter bemüht sich, seinen Kindern die Verhaltensregeln des Arbeitslebens nahezubringen. Er strukturiert den Kontakt zu ihnen entlang jener Normen, die er am besten kennt. Er sorgt sich um ihre Durchsetzungsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft, kümmert sich um sportliche Leistungen und Schulnoten, um den richtigen Umgang, kurz: um die Zukunft. Allerdings funktionieren Kinder anders als Arbeitnehmer - schon deshalb, weil man sie zwar abmahnen, aber nicht fristlos entlassen kann. Im Beruf haben Störungen, Befindlichkeiten und Krisen meist keinen Platz; man hat zu funktionieren und die vereinbarte Leistung zu erbringen. Die Orientierung an diesen Erfahrungen kann Männer verleiten, mit den Problemen ihrer Kinder zu fordernd umzugehen. Wenn Väter ständig Dienstanweisungen erteilen, gelten sie als streng, bleiben aber relativ einflusslos. |
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Der engagierte Vollzeitarbeiter
Auch Männer, die im Beruf eine volle Stelle haben, können gute Väter sein. Das klingt banal, geht in der weiblichen Schelte über die private "Alltagsvergessenheit" ihrer Partner aber oft unter. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Väter, die zu hundsgemeinen Zeiten aufstehen und zur Arbeit fahren, um am Nachmittag Zeit für ihre Kinder zu haben. Schichtarbeiter in der Industrie oder Angestellte im öffentlichen Dienst, die Gleitzeitangebote eigenwillig als Frühdienst interpretieren, nutzen die ihnen angebotenen Möglichkeiten. Ob es für den Arbeitgeber effektiv ist, wenn ein Finanzbeamter schon um sechs Uhr morgens am Schreibtisch sitzt, nach der Mittagspause aber nicht mehr erreichbar ist, sei dahingestellt. Für die Familie jedenfalls haben solche Freiräume bei der Zeitgestaltung große Vorteile. Papa kann Einkäufe erledigen, Fahrdienste übernehmen oder bei den Hausaufgaben helfen. Er bekommt einfach mehr mit, weil er früher als andere Väter präsent ist. Im Kontakt zu den Kindern nicht auf die mütterliche "Außenministerin der Kommunikation" angewiesen zu sein gibt Selbstbewusstsein - und ein Gefühl von Unabhängigkeit. |
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Der Heimwerker
Der Heimwerker mischt sich nicht mehr ein in die Belange von Frau und Kindern. Statt mit den anderen Familienmitgliedern zu besprechen, was ihnen nicht gefällt und was sie anders haben möchten, ziehen sich Väter zurück: in den Fußballverein, an den Stammtisch, in die Werkstatt. Ein passionierter Heimwerker, das wird häufig abgewertet oder übersehen, kann für die Familie äußerst nützlich sein. Mag seine Frau auch schimpfen, wenn er Brennholz hackt oder das Werkzeug im Keller sortiert, während sie den Wäscheberg abarbeitet: Häufig steckt hinter dem Rückzug des Mannes ein von beiden Seiten akzeptierter Versuch, unlösbar scheinenden Konflikten aus dem Weg zu gehen und so die Beziehung nicht zu gefährden. |
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Der Traditionelle
Das traditionelle Paar verzichtet auf jeden Anspruch von paritätischer Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern. Es hat durchaus Chancen, respektvoll miteinander umzugehen. Im günstigen Fall werden sowohl der Beitrag der Frau als auch der des Mannes gegenseitig geachtet. Der Vater weiß, dass die Mutter durch die Übernahme der Familienarbeit auf eigene berufliche Möglichkeiten verzichtet hat. Er ist bereit, zu Hause bestimmte Tätigkeiten verantwortlich zu übernehmen. Männer sind dann oft für Finanzen, das Auto, den Garten, den Hausbau oder ausgewählte Bereiche der Erziehung zuständig. Kommunikationsfähigkeit und Geduld eines solchen Paares müssen hoch entwickelt sein. Sie muss seinen Mangel an lebendigen Familieneindrücken ausgleichen. Er muss ihren Vorsprung an alltäglicher Kompetenz aushalten - und ihre Informationsdefizite akzeptieren, wenn es um die Zumutungen des beruflichen Alltags geht. |
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