Der Kult ums Kind |
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Liebe und Humor
„Ich liebe es, Vater zu sein“, gesteht der 44jährige Londoner James Brown, Gründer des britischen Männermagazins loaded und Chefredakteur von sabotagetimes.com. „Es ist die beste Sache der Welt. Dank meines Sohnes Marlies kann ich meine Kindheit noch einmal durchleben, während ich zuschaue wie er seine genießt.“ Jon Williams, Schreiner aus dem walisischen Aberystwyth sieht das ähnlich: „Vater sein ist super, denn zumindest eine zeitlang habe ich jemanden um mich, der denkt, dass ich die Verkörperung von James Bond, Steve Gerrard und Ray Mears gleichzeitig bin.“
Wenn trotz aller Begeisterung einmal Not am Mann sein sollte, gibt es im Inselkönigreich sogenannte Dad-Clubs, die Vätern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch in den virtuellen Weiten tun sich die Papas zusammen: Auf dadclub.co.uk gibt es wohlmeinende Tipps garniert mit einem deftigen Schuss Humor: „…wenn du ein Vater bist, der unter Schlaf- und Sexmangel leidet und dessen geistige Gesundheit flöten geht, dann könnte diese Site genau das richtige für dich sein.“ Natürlich kann es nicht ohne einen ironischen Seitenhieb auf die Mamis gehen, denn die neuen Super-Väter wollen alles besser machen: „Wenn du ein Elternteil bist und nach vernünftigen Ratschlägen, nützlichen Hinweisen und Mitgefühl suchst – suche nicht hier! Versuche es mit mumsnet.com. Die können das gut.“
Die Wurzeln des neuen Vaterkults liegen sicher auch in der Emanzipationsbewegung der Frauen in den 60er Jahren. In dem Maße in dem Frauen sich ihren Platz in der Arbeitswelt eroberten, waren Väter gefordert sich stärker mit dem Nachwuchs zu beschäftigen und entdeckten, dass es nicht nur Spaß macht den Kleinen die Welt zu erklären, sondern sie auch gemeinsam mit ihnen zu erleben. |
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Der Kult ums Kind
Der Vater als bester Freund? „Früher stand das Elternpaar im Mittelpunkt der Familie“ sagt Martina Klett-Davis vom britischen Family & Parenting Institute in London, „und die Kinder sollte man sehen, aber nicht hören. Jetzt liegt das Hauptaugenmerk auf den Kindern. Es gibt eine Studie, laut der früher das letzte Schweinekotelett beim für den Mann als Oberhaupt der Familie reserviert war. Jetzt würde dieses Schweinekotelett an die Kinder gehen. Der Vater wurde früher als Brotverdiener betrachtet und bekam eine Sonderbehandlung. Jetzt sind die Kinder der Weg zur emotionalen Erfüllung in der Familie.“
Ähnlich wie die Emanzipation der Frauen ist auch die Emanzipation der Väter im dritten Jahrtausend bisweilen ein schwankendes Brett: „Im Allgemeinen macht es mir großen Spaß, ein Vater zu sein, aber ich habe auch eine egoistische Seite, die sich nach Unverantwortlichkeit sehnt“, gibt Drehbuchautor Mark Tilton aus London zu, der eine 17jährige Tochter hat: „Das ist etwas schade, aber ich glaube viele Männer haben diese Seite. Meine Tochter ist jetzt fast erwachsen. Wie sich herausgestellt hat, bin ich ein guter Vater, aber es war nicht immer leicht.“
Frank Heinz Diebel |
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TEIL 2
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Ilse Brübach:
30.06.2010 18:43
Ich fand den Bericht sehr gut. Die neue Generation der neuen
Väter ist gut dargestellt. Super. Ich finde es sehr gut wie die
junge Generation das Thema angeht und sehr gut bewältigt.
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