Guter Sex braucht Zeit |
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Die Erinnerungen an den Geburtsvorgang können den Mann in seiner Lust hemmen. Oft ist es jedoch die Gewohnheit, die einer wiedererwachenden Sexualität im Wege steht. So hat es Wolfgang erlebt: „Zuerst fiel es mir schwer mich mit der Pause unserer aktiven Sexualität zufrieden zu geben. Als sie dann wieder Lust bekam konnte ich kaum auf sie eingehen. Zu sehr hatte ich mich daran gewöhnt, mein sexuelles Verlangen in dieser besonderen Zeit nicht mit ihr zu teilen.“
„Die ganzen Monate hatte ich Lust auf meine Frau. Als sie schließlich wieder zu mir kam ging es einfach nicht“, erklärt Peter. Das ist nicht selten. Ob es im Einzelfall dann Erektionsprobleme sind, ob der Orgasmus ausbleibt, ob es einfach nicht so schön ist wie früher oder ob dem Mann plötzlich die Lust vergeht: Nach monatelangem sexuellem Ausnahmezustand ist nichts wie früher.
Denn monatelang haben Männer gelernt das Schmusen besser ankommt als jede sexuelle Annäherung. Und dann sollen sie funktionieren? „Nachdem sie mich so oft zurückgewiesen hatte, konnte ich mir kaum vorstellen mich meiner Frau mit meiner Lust wieder zu zeigen“, erinnert sich Jan.
Wolfgang bringt es auf den Punkt: „Ich hatte mich so lange zurückgehalten meine Frau mit meiner Lust zu überfallen. Nun war sie an der Reihe zu warten und mich zu unterstützen bis ich wieder konnte.“
Nils Hilliges |
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Das große schwarze Loch
„Als unsere Tochter ein Jahr alt wurde, hatte ich mit meiner Frau neu gelernt wie wir uns gegenseitig sexuell befriedigen können. Mit dem Mund mag ich sie bis heute nicht wieder verwöhnen“, offenbart mir Jan, „irgendwie hindern mich meine Erinnerungen an die Geburt daran.“ Das Geburtserlebnis braucht auch bei Männern Zeit um verarbeitet zu werden. Es hilft mit der Partnerin und mit anderen Männern über das erlebte zu sprechen.
Das einst heilige weibliche Geschlechtsorgan soll in der väterlichen Vorstellung schließlich nicht zum „große schwarzen Loch“ werden. Berührungsängste sind verständlich. Die Vagina verändert sich mit der Geburt und fühlt sich auch anders an.
Und auch die sexuellen Vorlieben der Partnerin sind vielleicht mit einmal ganz anders als gewohnt. Das kommt vor. „Als wir dann endlich wieder beide Lust hatten, war manches neu und ungewohnt. Meine Frau wollte dass ich sie anders anfasse als sie es früher mochte“, berichtet Wolfgang, „uns half es damals darüber zu sprechen.“ |
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Das erste Mal
Viele Paare erleben ihre erste Vereinigung nach der Geburt, als würden sie es zum ersten Mal zusammen tun. Das klingt romantisch. Doch Unsicherheit und Ängste sind mit im Gepäck. „Wir hatten gelernt uns zu genießen, uns gegenseitig Lust zu machen und uns zu befriedigen. Dann war alles anders. Nichts funktionierte wie früher.“ erzählt Peter. Darauf sollen Männer und Frauen vorbereitet sein: Das erste Mal ist meistens ein Reinfall. Das zu wissen entschärft die Situation.
„Es hatte auch etwas Verbindendes, wie ahnungslos und unsicher wir beide in dieser Situation waren. Wir konnten darüber lachen und gemeinsam erforschen was uns Spaß macht“, erinnert sich Jan. Das klingt gut: Gemeinsam forschen und erkunden und auf neuen Wegen wieder zusammen finden. Nicht selten berichten Paare, wie sie sich dabei noch besser kennen gelernt haben und sich seit dem noch mehr genießen können. |
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TEIL 3
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