Experten-Tipp des Tages
15. November 2017

Erziehung: Nicht rausdrängen lassen!

In der Kindererziehung müssen Männer um Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfen. Also: Lasst Euch nicht entmutigen! Und vor allem: Lasst Euch nicht die Kinder vom Arm nehmen!
Machen wir uns nichts vor: Wenn ein Baby kommt, muss in vielen Fällen der Vater weiter arbeiten gehen, schon aus finanziellen Gründen. Und zuhause ist die Mutter 24 Stunden lang beim Kind. Wenn Sie dann mal etwas mit dem Kind machen wollen, sind Sie vermutlich erst einmal unsicher – und die Mutter oft nur allzu bereit, Ihnen das Kind wieder abzunehmen. Tun Sie sich, Ihrer Frau und vor allem Ihrem Kind dennoch einen Riesen-Gefallen: Ziehen Sie sich nicht aus der Kindererziehung heraus – und lassen Sie sich auch nicht von Ihrer Frau unterschwellig herausdrängen! Wenn Ihre Frau, da sie mehr Zeit mit dem Kind verbringt, einige Dinge besser kann oder weiß, fragen Sie halt kurz nach und legen dann selber Hand an. Nach und nach werden Sie so Ihren eigenen Erziehungsstil entwickeln. Das ist gut für Sie – und für Ihr Kind! Zumal in vielen Erziehungsbereichen typisch männliche Stärken wie Klarheit und die Fähigkeit zu Grenzsetzungen gefordert sind. Was also den Umgang mit unseren Kindern betrifft, müssen halt wir Männer um Gleichberechtigung und Anerkennung kämpfen. Das kann unter Umständen auch mal bedeuten, dass Sie Ihre Partnerin deutlich konfrontieren müssen. Wenn Sie etwa (mal wieder?) Ihr Kind tröstend auf dem Arm halten und die Mutter sich schon mit geöffneten Armen nähert, um Ihnen bereitwillig (und sicher gutmeinend) den Nachwuchs vom Arm zu pflücken, könnten Sie freundlich, aber bestimmt erwidern: „Schatz, er ist schon auf dem Arm!“ Den Mut zu dieser Auseinandersetzung müssten wir Väter meines Erachtens schon aufbringen. Das sollten wir – und unsere Kinder – uns wert sein.
Björn Süfke
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Zur Person

Björn Süfke
Experten - Tipp des Tages

Alter: 43
Wohnort: Bielefeld
eigene Kinder: 3
Mehr über mich:
43 Jahre, drei Kinder, Psychologe und Männertherapeut, Autor von “Männer. Erfindet. Euch. Neu. Was es heute heißt, ein Mann zu sein.”

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