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Welcher Drachen für welchen Wind?

Wie man einen Drachen steigen lässt



Beim Drachensteigen sieht man oft Väter, die sich vor ihren Kindern und der Welt lächerlich machen, indem sie – oft genug erfolglos – mit dem Drachen rennen. Das ist wie im richtigen Leben: sich mit hochrotem Kopf abzustrampeln verhilft in den wenigstens Fällen zum Höhenflug, sondern – das Warten auf den richtigen Moment.

Das Drachen oft auch bei scheinbarer Windstille fliegen, liegt daran, dass in etwas größerer Höhe fast immer etwas Wind herrscht. Wenn das der Fall ist, verirrt sich aber auch immer wieder einmal ein Lüftchen bis zum Boden. Auf diesen kleinen Windstoß wartet man und gibt ihm den Drachen mit. So überwindet das Fluggerät die ersten Meter und gelangt in eine Höhe, in welcher der Wind stetiger weht und dann ist es auch schon geschafft: Es kommt richtig Zug auf die Schnur und der Drachen steigt steil nach oben.

Wenn die Kids beim Warten quengeln, erklärt man ihnen die Sache mit den Gelegenheiten beim Drachensteigen und im richtigen Leben. Wenn dann der eigene Drachen fliegt und die der Väter mit den roten, verschwitzten Köpfen immer noch nicht, haben die Kids ganz nebenbei etwas sehr nützliches fürs Leben gelernt.

Beim Drachensteigen bleibt man möglichst von hohen Bäumen und Gebäuden weg und von Hochspannungsleitungen auf jeden Fall. In der Nähe von Flugplätzen ist es übrigens ausdrücklich verboten, Drachen steigen zu lassen und auch in vielen Naturschutzgebieten und Vogelschutzzonen. Auch die Länge der Schnur ist reglementiert: Mehr als 100 Meter dürfen es in aller Regel nicht sein.
Lenk -und Deltadrachen

Welcher Drachen für welchen Wind?



Früher gab es nur die empfindlichen Papierdrachen, später kamen Stoffdrachen auf, die aber zunächst viel Wind brauchten, da sie recht schwer waren. In den 60er Jahren erschienen dann die so genannten Leichtwinddrachen aus durchsichtiger Kunststofffolie. Sie waren meist mit einem Raubvogelmotiv bedruckt und hatten Holzstäbe, die mit Steckstücken aus Kunststoff verbunden waren. Bei Bruch der Stäbe konnte man in gut sortierten Spielwarenläden sogar Ersatz bekommen.

Heute versteht man unter dem Begriff Leichtwinddrachen, alle Drachen, die auch bei wenig Wind fliegen. Dank Karbonfaserstäben und ultraleichten Segeltuchen können das auch Stoffdrachen sein. Grundsätzlich gilt natürlich, dass ein Drachen aus stärkeren Materialien mehr Wind aushält, aber auch mehr braucht, weil er schwerer ist und umgekehrt. Die gängigen, einfachen Drachen für jedermann eignen sich typischerweise für Windstärke 2 bis etwa 5 und decken damit unsere üblichen Windverhältnisse ab.

Ein besonders leistungsfähiger Stoffdrachen ist der Roloplan. Er braucht ordentlich Wind, kann dann aber auch, je nach Größe, sogar erhebliche Lasten in die Lüfte befördern und wurde früher zum Beispiel auch für Luftaufnahmen eingesetzt. Ursprünglich wurde er von der Stofftierfirma Steiff in Giengen/Brenz gebaut, heute gibt es manchmal Repliken und auch Eigenbauten sieht man hier und da.

Lenkdrachen



Lenkdrachen können noch mehr Spaß machen als gewöhnliche Drachen. Sie werden an zwei Leinen geführt, so dass man sie verkanten und Figuren fliegen lassen kann. Das ist aber nicht ganz einfach und man braucht eine Weile, bis man den Bogen heraus hat.

Es kann nun sein, dass ein Kind – namentlich Jungs können sich auf so etwas versteifen – unbedingt einen Lenkdrachen haben will. Größere Kinder können den Umgang damit durchaus schon lernen und außerdem sind einfache Lenkdrachen auch nicht allzu teuer. Dazu kommt, dass man Lenkdrachen nicht sehr hoch fliegen lässt, die Gefahr also geringer ist, dass sie in Bäumen landen.

Zu den ersten Versuchen mit einem Lenkdrachen sollte man jedoch immer auch einen herkömmlichen Drachen mitnehmen. Wenn es mit dem gelenkten Gerät nämlich am ersten Tag noch nicht so recht klappen will muss man nicht frustriert heim gehen, sondern kann sich mit der gewöhnlichen Variante doch noch ein Erfolgserlebnis verschaffen.

Delta-Drachen



Neben der herkömmlichen Form sieht man heute oft dreieckige Drachen, die so genannten Delta-Drachen. Sie sind etwas aufwendiger konstruiert als die „klassischen“ und kosten etwas mehr. Außer dem mittleren Stab besitzen sie noch Stäbe in den Kanten, die vom Querstab gespreizt werden. Besonders Lenkdrachen sind oft als Delta-Drachen gebaut. Außerdem schreibt man Delta-Drachen besonders gut Leichtwind-Eigenschaften und ein ruhiges Flugverhalten zu.

Volker Wollny
TEIL 2

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Kommentare von Lesern:

 
gabriel Singen:
22.10.2011 16:04
ich brauche eine anleitung für einen foliendrachenbitte danke!
  unmöglicher Beitrag? Bitte melden!
:
07.10.2011 08:50
Super beschrieben Vater, einfach klasse, da ich früher selbst meine Drachen gefertigt habe...
Peter:
24.08.2010 13:51
Super Sache! Habe schon zweimal einen Drachen mit meiner Kleinen gebaut. Die Drachenleiter habe ich noch nicht versucht, aber vielleicht findest Du auf www.lenkdrache.com was. Ist eine alte Seite mit vielen Tipps und Tricks.

Gruß
kms, Westfalen:
12.10.2009 17:15
An Volker, Kassel:

TIPP: drachenforum.net !!! Deutsches Forum, alle möglichen und unmöglichen Drachen.

Viel Spaß!
Volker - Kassel:
05.10.2009 09:45
Hat schon mal jemand Erfahrungen gemacht, wie man mehrere Drachen verbinden kann zu einer Drachenleiter? Wäre dankbar für Tipps!
Volker

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