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Freude an der Musik wecken


Freude an der Musik wecken Bild: NaPra@photocase.de

Musik tut gut - und die Begeisterung für ein Instrument hält oft ein Leben lang. Doch wie können Väter den Spaß an der Musik fördern und erhalten?

Live-Musik und DVD


Klavier oder Gitarre, das spielen gern auch Frauen. Überwiegend Männersache sind bis heute Schlagzeug, Bass oder Trompete. Da ist natürlich der Papa gefragt: Schnell ist aus alten Kochtöpfen ein Drumset aufgestellt und mit den dazugehörigen Kochlöffeln wird hemmungslos getrommelt. Oder wild Klatschen zu aktuellen Hits aus dem Küchenradio - das macht viel Spaß bekommen und kann die Lust am Musikmachen wecken. Ritualisiert vor der Schlafenszeit ein Liedchen intonieren - das können Mama und Papa gemeinsam. Ein schön illustriertes Notenbuch mit Kinder- und Volksliedern darf in keinem Haushalt fehlen. Wenn Sie das Gute-Nacht-Lied nicht selber singen können oder möchten, übernimmt das eine prominente Künstlerin wie Nena, die bekannte Kinderlieder zeitgemäß interpretiert. Hörenswert ist zum Beispiel das CD-Album "Komm lieber Mai".

Auch der Live-Musik im Alltag sollten Sie eine Chance geben: Bei Straßenmusikern nicht gleich vorbeihuschen, sondern bewusst einen Stopp einlegen und lauschen. Auch wenn das Live-Spektakel in der Fußgängerzone nicht gerade virtuos sein mag, vermittelt es für Kleinkinder oft erstmals das Gefühl, ein Konzert zu erleben. Es bleiben Eindrücke. Manchmal sind sie so stark, dass das Kind selber ein Musikinstrument spielen möchte. Das muss nicht gleich ein Profi-Instrument sein. Um herauszubekommen, ob das Kind wirklich Spaß am eigenständigen Musizieren hat, reichen Saxofon oder Klavier aus der Spielzeug-Ecke aus. Der Weg zum aktivieren Musizieren kann auch über den kindgerechten Konsum von Spielfilmen auf DVD oder im Internet führen. Spielt Pippi Langstrumpf auf der Trompete, hat das eine große Bedeutung für die Kleinen. Sie eifern nach, sie wollen dies auch so leichtfertig können wie das Idol. Auch das kann für ein Kind ein Schlüsselerlebnis sein. Nicht zuletzt gibt ein Schnupperkurs, den viele Musikschulen anbieten, eine wirklich gute Chance, im Grund- oder Vorschulalter der Musikalität des eigenen Kinds auf die Spur zu kommen.

Angenehmer Krach


Viele Väter wünschen sich, möglichst bald mit dem eigenen Kind gemeinsam zu musizieren. Was früher kammermusikalisch klang, wird heute eher zur hausinternen Band, die sich an den beliebten Klassikern der Rock- und Popmusik versucht. Das macht Spaß und führt die Familie mit angenehmen Krach zusammen. Doch den Spaß kann man auch schnell verhindern: Wenn Papa allein die Musik aussucht, wenn er auf perfektem Spiel beharrt, das Ergebnis wichtiger ist als die gemeinsame Zeit. Da ist es wichtig, auf die Signale der Kinder zu achten und sie sensibel zu deuten. Und ruhig zu akzeptieren, falls weder Lust noch Talent vorhanden sind. Idealerweise äußert ein Kind von sich aus den Wunsch, ein Instrument erlernen zu wollen. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich nach einem passenden Lehrer für regelmäßigen Unterricht umzuschauen. So jung und geschäftstüchtig wie bei Michael Jackson, dem King of Pop, muss es nicht losgehen, zumal einige Instrumente wie etwa Kontrabass oder Saxofon physiologisch für zarte Kinderhände unpassend sind.

Innere Überzeugungen wecken


Die Freude an der selbst gemachten Musik sollte auf einer inneren Überzeugung beruhen. Daher sollten sie Ihrem Kind auch ein Talent nicht einreden. Verspürt der Sohnemann erst in oder vielleicht nach der Pubertät den Drang, sich übers Trommeln oder das Keyboardspielen auszudrücken, ist dies meist besser als im Vorschulalter an eine Blockflöte gefesselt zu werden. Denn im fortgeschrittenem Alter ist man schon das Lernen gewohnt, kennt seine musikalischen Vorlieben und kann viele Ziele bedeutend schneller erreichen als ein ABC-Schütze. Mozart oder Beethoven sind prominente Ausnahmen aus der Musikgeschichte, die in der heutigen Zeit vielbeschäftigter Kids nicht so einfach nachzuahmen sind. Das Vor- und Nachmittagsprogramm eines Grundschülers war noch nie so umfangreich wie nach der Jahrtausendwende. Vor allem im ersten Schuljahr müssen sich Kinder auf einige ungewohnte Situationen einstellen. Da kann der Musikunterricht schnell zu einer zusätzlichen Belastung werden und den eigentlichen Spielspaß im Keim ersticken. Die Frage nach dem idealen Einstiegsalter lässt sich nicht so klar beantworten. Eins aber steht fest: Ob 6 oder 16 Jahre - nie ist es zu spät für einen vielversprechenden Karrierestart als Musiker. Gut, wenn auch junge Väter musische Talente erkennen und behutsam fördern.

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