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Stadt, Land, Ziege, Auto


Wo lässt sich mit Kindern besser leben – auf dem Land oder in der Stadt?Bild: © Edyta Pawlowska-fotolia.de

Wo lässt sich mit Kindern besser leben - auf dem Land oder in der Stadt? Und wie bleibt man da am besten mobil?

Natur oder Kinderarzt


"Schatzi, schau mal" ruft meine Süße und ich ahne schon - der Teststreifen hat die erwünschte Farbe. Was folgt ist bekannt: Stolz, Freude, Liebe, Super-Sex. Und viele Diskussionen. Denn meine Süße meint, ein Kind lebt am besten im Dorf. Schließlich braucht es, wie amerikanische Präsidentschaftskandidatinnen nicht müde werden zu betonen, ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.

Ich bleibe männlich kühl und rational und argumentiere mit der Erreichbarkeit des Kinderarztes. Dass die Kita quasi nebenan ist und ab diesem Jahr eine Krippe angeschlossen hat. Dass der Lebensmittelladen nur 200 Meter entfernt ist. Der Laden mit den Kinderklamotten nur eine Viertelstunde zu Fuß. Dass wir in der Stadt viele Wege ganz umweltbewusst mit dem Rad erledigen können. Oder dem Bus.

Zwei Autos sind nötig


Au weia, das war das falsche Wort, wie mir hochgezogene Augenbrauen sofort signalisieren. Wie kann ich es wagen, eine junge oder werdende Mutter in eine überfüllte Sardinendose voll mit testosterongesteuerten 14-Jährigen zu stopfen? Auf dem Land sei es wesentlich einfacher, eine geräumige Wohnung zu finden, die auch noch bezahlbar sei. Da sei dann auch ein Garten dabei oder wenigstens mit benutzbar. Da könnte das Kind nicht nur spielen, sondern auch viel lernen über Pflanzen und Natur und Essen. Schließlich wolle sie dann ein Beet anlegen, Möhren und Erbsen ziehen. Und sich in die Sonne legen, denke ich im Stillen. Gönne ich ihr ja auch. Aber wie komme ich zur Arbeit? Und sie? Und das Kind in die Krippe?

Also Auto. Wie Ihr seht, ist die Entscheidung schon gefallen. Wenigstens habe ich mir abringen lassen, dass der Umzug erst stattfindet, wenn das Kind ein Jahr alt ist. Damit jetzt nicht alles so hektisch wird, wir Zeit haben zum Ausmisten und wir die vielen Kinderarzt-Termine in den ersten Lebensmonaten relativ schnell hinter uns bringen können. Und dass ich meine vier Monate Elternzeit nehme, wenn sie abgestillt hat. Und wir in dieser Zeit den Umzug planen und in Angriff nehmen.

Was in den Kofferraum passen muss?


Sagt sich so einfach. Eigentlich wollte ich ja die Elternzeit damit verbringen, viel Kontakt zu meinem Kleinen zu haben. Naja, jetzt heißt es Keller ausräumen, Kisten packen, alte Bücher ins Antiquariat schleppen und so weiter. Und ein weiteres Auto besorgen. Ja klar, auf dem Dorf brauchen wir zwei. Eins ist die Familienkutsche. Die hat derjenige, der unseren Sohn in die Krippe, zum Doc, zum Kinderturnen oder zu seinen Freunden fährt. Der andere ist für den notwendigen Weg zur Arbeit da.

In den Kinder-Wagen muss viel reingehen. Kinderwagen oder Buggy, Bobbycar, Laufrad oder Schlitten, große Wickeltasche und natürlich der Wocheneinkauf. Das heißt, der Kofferraum muss groß genug sein, hoch genug, damit man sich nicht stößt und die sperrigen Teile auch wirklich hinein passen. Gut zugänglich sollte er sein, also entweder diese neuen Kofferraumöffnungsmethode haben, wo man nur das Beinchen zu heben braucht, damit er aufspringt. Oder eine Schiebetür.

Van, Kombi oder SUV


Das ist klassischerweise also ein Kombi. Oder ein Van. Oder ein SUV, obwohl das Kind ja kein sports utility ist und diese Autos eigentlich nicht für Kindersitz & Co gebaut sind, sondern für Golftasche und Surfbrett. Nebenbei fressen sie viel Benzin, sind schwer und eine echte Umweltbelastung. Größe hat ihren Preis. Das merke ich rasch, wenn ich im Internet Preise vergleiche. Auch für die notwendige Versicherung. Obwohl es da inzwischen Familienrabatte gibt, mehr darüber könnt ihr hier erfahren. Und bei Barzahlung im Autohaus ist auch immer ein Rabatt drin, so zehn bis 20 Prozent.

Vans bieten viel Platz mit ausreichend Beinfreiheit. Das ist nötig, damit Kinderschale und Kindersitz auch gut eingepasst werden können - ohne verdrehte Knie oder Hexenschuss befürchten zu müssen. Allerdings ist bei großen Autos der Fahrkomfort nicht ganz so hoch. Baulich orientieren sie sich eher an Kleintransportern. Daher ist zum Beispiel die Lautstärke im Innenbereich oft recht hoch.

Sicherheit und die Ziege


Sicherheit muss natürlich auch sein. Viel sogar, mit Baby besonders. Airbag ist selbstverständlich, am besten auch Seitenairbag. Und ein Rückfahr-Hilfssystem, damit man die richtige Parklücke findet mit genügend Platz nach hinten, damit man all das Babybeiwerk auch auspacken kann. Ein ausreichend großer Innenspiegel, mit dem man einen Blick auf das Kind werfen kann, wenn es brüllt. Oder nicht mehr brüllt, je nach dem. Die Sicherheitsgurte müssen natürlich lang genug sein, damit man den Kindersitz auch richtig festschnallen kann. Aber das ist ja inzwischen selbstverständlich.

Logisch, dass dann nur noch Geld für einen Kleinwagen übrig ist für denjenigen, der nicht das Glück hat, an diesem Tage das Kind zu seinen verschiedenen Unternehmungen zu kutschieren. Preisgünstig, also relativ alt mit entsprechendem Kilometerstand. Immerhin hat meine Süße so viel Spaß an ihrer Arbeit, dass mir die Familienkutsche auch an zwei Tagen zu Verfügung steht. Das ist schon ganz o.k.

Und mit dem Land habe ich mich auch angefreundet. Jedenfalls im Sommer. Wenn der Kleine seine Hand ausstreckt und Nachbars Ziege daran schnuppert und leckt - ach ja, ein wohliges Gefühl von Wärme. Jedenfalls wenn ich dann die sanfte Hand meiner Süßen im Nacken spüre.

Wer zum Schluss noch Informationen bezüglich der anfallenden Kosten für die Kraftfahrzeugsteuer benötigt, kann das mit diesem Kfz-Steuerrechner gleich erledigen.

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