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Mädchen und Pferde


Mädchen und PferdeBild: fotolia - Anita Zander

Zunächst fängt das Pferdealter ganz harmlos an: Plötzlich tauchen die ersten Pferdebücher auf dem Nachtkästchen auf, Pferdeposter erscheinen an den Wänden und Fernsehsendungen über Pferde erfreuen sich großer Beliebtheit. Irgendwann ist das Thema "Pferd" dann allgegenwärtig, es wird von nichts anderem mehr geredet.

Wenn es sich irgendwie machen lässt, wird das Mädchen den Kontakt zur Pferdeszene suchen und meist auch finden. Dann wird jede freie Minute im Reitstall verbracht, neue Bekannte tauchen auf und das Interesse an den Dingen, die früher in waren, kann vollständig erlahmen.

Wenn das ganze auch (scheinbar) besorgniserregende Ausmaße annimmt, das Pferdealter ist absolut kein Grund zur Beunruhigung. Es ist eine ganz normale Entwicklungsphase, der Übergang vom Puppenalter in das Jungsalter. Bislang verschwand die Pferdeliebe nämlich typischerweise, wenn die zweite große Liebe in Gestalt eines jungen Mannes auf den Plan trat.

Die neuen Reiterinnen

Das allerdings ändert sich derzeit gerade: Mehr und mehr junge Frauen, die im Pferdealter in die Szene gekommen sind, entdecken den Pferdesport als wunderbare Freizeitbeschäftigung fürs ganze Leben und bleiben ihm treu. Das geht schon so weit, dass sie die Männer, welche diesen Sport bisher dominiert haben, aus den Startlisten und von den Siegerplätzen der Turniere verdrängen.

Im Pferdealter geht es den Mädchen noch gar nicht um Sport, Abenteuer und erholsame Freizeitgestaltung, denn sie üben hier weibliche Verhaltensweisen ein: Das Pferd ist der Übergang von der Puppen- zur echten Familie, es wird umsorgt, gehätschelt und liebgehabt. Deswegen findet man die Mädchen auch eher im Stall als auf dem Reitplatz. Da aber Frauen heutzutage nicht nur das Recht auf einen Beruf, sondern auch auf Freizeitgestaltung haben, geht die Mädchenschwärmerei oft in die ernsthafte Beschäftigung mit dem Pferd als Freizeitpartner über. Die Jahre des Striegelns, Ausmistens und der Lektüre von Pferdebüchern kommen diesen Reiterinnen natürlich zugute, sie haben hier dem männlichen Reiternachwuchs einiges voraus.

Chance für Väter...

Pferde waren früher Männersache und sind auch heute alles andere als purer Mädchenkram. Das Pferdealter ist also eine Zeit, in der man als Vater eine wunderbare gemeinsame Basis mit seiner Tochter haben kann. Die Suche nach einem geeigneten Reitstall kann der Anfang eines gemeinsamen Hobbies sein. Man muss nur wissen, dass Mädchen in Pferden etwas anderes sehen als Männer und zum Beispiel nicht genervt reagieren, wenn Töchterchen bei den Besuchen in diversen Reitetablissements aus keinem Stall fort zu bekommen ist und anschließend stundenlang von Blumenwiese, Pik-As und Jimmy schwärmt.

... und auch für den Rest der Familie

Reiten ist eine Lifetime Sportart, was gleichzeitig bedeutet, dass es ein Sport für die ganze Familie und auch im Erwachsenenalter noch erlernbar ist. Jungs können sich ebenfalls für Pferde begeistern, obschon Winnetou heute nicht mehr aktuell ist und auch Mami wird man eher auf einen Reiterhof bekommen als auf eine Gokart-Bahn. So hat man mit dem Reiten eine Sache, welche der ganzen Familie etwas gibt und daher eine prima Basis für gemeinsame Freizeitgestaltung ist.

Seitdem Reiten für viele erschwinglich ist, gibt es Reiterhöfe, die mit dem vornehmen Reitverein alter Prägung nicht mehr viel zu tun haben und auf denen Leute, die keine eigenen Pferde haben sondern auf "Verleihern" reiten, nicht über die Schulter angesehen werden. Eine besondere Chance bietet sich hier zudem allein erziehenden Vätern: Da die Freizeitreiterei bereits von Frauen dominiert wird, hat man(n) gute Aussichten hier auch eine neue Partnerin kennen zu lernen.

Reitgelegenheiten

Reiten ist groß in Mode und daher gibt es praktisch überall Reiterhöfe, auch mit Mietpferden ("Verleiher"). Man sollte darauf achten, dass auf dem Reiterhof auch ausgeritten wird, denn nur auf dem Reitplatz und/oder in der Halle zu reiten, ist auf die Dauer öde. Ganz besonders gut ist es, wenn man die Reitgelegenheit zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann, denn Mädchen im Pferdealter möchten am liebsten ständig dort sein. Bei einem kurzen Weg ist es auch problemlos möglich, dass das Kind ein Pferd pflegt und dafür reiten darf. Übrigens eine recht gängige Praxis, weil Pferdebesitzer schon lange herausgefunden haben, dass Mädchen im Pferdealter erstklassige und verantwortungsvolle Pferdepflegerinnen sind.

Auch bei einer Reitbeteiligung (man beteiligt sich an den Kosten eines Pferdebesitzers und darf dafür reiten) sollte der Stall in der Nähe sein, denn die umfasst in aller Regel nicht nur die Beteiligung an den Kosten, sondern auch die an der Arbeit.

Volker Wollny

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