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Treue, Lust und Leidenschaft


Die meisten Männer vernachlässigen ihr Sexualleben in der Kinderzeit.Bild: cede - Fotolia.com

Die meisten Männer vernachlässigen ihr Sexualleben, wenn Kinder kommen oder da sind. Sie laufen Gefahr, sich in ihrer aufrechten Sehnsucht nach Lust und Leidenschaft von ihren Partnerinnen abzuwenden. Denn die sexuelle Pause nach der Geburt ist für den Mann eine Durststrecke. Und auch danach bedeutet es viel Arbeit, das partnerschaftliche Sexualleben wieder in Schwung zu bringen. Doch diese Investition lohnt sich!

Kinder bedeuten eine Gefahr für das Sexualleben


Der renommierte Therapeut und Sexualforscher Bernie Zilbergeld stellt klar: "Kinder bedeuten eine Gefahr für das Sexualleben. Versuchen sie so oft wie möglich etwas Zeit ohne Kind zu verbringen, ganz gleich wie klein es ist." Das Begehren ist nie wieder so groß wie zu Beginn einer Beziehung. Und es mag leicht sein dieses Begehren mit einer anderen Frau wieder zu finden. Doch das ist kein sicherer Weg Lust und Leidenschaft langfristig zu erhalten.

Aus langjähriger therapeutischer Erfahrung weiß Zilbergeld: "Erfüllende Erotik ist das Ergebnis von Zeit, Vertrauen, Kooperation und einiger Mühe." Und eben dies sind Qualitäten langfristiger Beziehungen. Die sexuelle Ekstase beim ersten Mal und der phantastische Sex mit einer Unbekannten sind in der irrealen Phantasiewelt der Massenmedien beheimatet nicht in unserer Welt.

"Guten Sex zu haben ist eine Entscheidung", das ist Zilbergelds Botschaft, "denn Sex will gelernt sein. Und Sex mit der gleichen Person verändert sich." Das Fazit: Ein erfüllendes und befriedeigenes Sexualleben in langfristigen Beziehungen ist möglich, wenn wir uns dafür entscheiden daran zu arbeiten.

Dieses Fazit kann Vätern eine Ermutigung sein Durststrecken durchzustehen und ein Ansporn dafür sich für Lust und Leidenschaft in ihrer Paarbeziehung einzusetzen. Das wird Zeit und Anstrengungen kosten. Doch es winkt ein süßer Lohn.

Guten Sex zu haben ist eine Entscheidung


Jeder Vater wünscht seinen Kindern in einem sicheren und friedlichen Umfeld aufwachsen zu dürfen. Sicherheit und Freiheit sollen sie genießen. Sollen den festen Boden unter ihren Füßen spüren und die Flügel zum Fliegen ausbreiten dürfen.

Was Erwachsene brauchen ist genau das was wir unseren Kindern wünschen: Einen festen Boden unter den Füßen und Flügel zum Fliegen! Das sind auch die Pole zwischen denen Leidenschaft und Lust gedeihen können. Und wie steht es mit der Treue?

Sexuelle Kontakte außerhalb der Beziehung


Jedes Väterbuch und jedes Papahandbuch bietet zum Thema Treue nicht viel mehr als eine Randbemerkung: "Finger weg vom Seitensprung!" Die Schwierigkeiten die wir uns mit den Exklusivrechten an der einen Partnerin einhandeln werden nicht thematisiert. Die Sexualität läuft Gefahr Gewohnheit zu werden und in Eintönigkeit zu verfallen.

Zilbergeld nennt es das Selbstverständlichkeitssyndrom, wobei Mann und Frau in langfristiger Beziehung das sexuelle Interesse aneinander verlieren. Er rät "dem Selbstverständlichkeitssyndrom mit allen Mitteln entgegenzuwirken." Alle Mittel? Gehört dazu auch der Seitensprung? Könnte er nicht ein geeignetes Mittel dagegen sein beim Sex in Selbstverständlichkeiten zu verfallen?

Seitensprung gegen die Eintönigkeit?


Partner, die sich gegenseitig gestatten auch sexuelle Kontakte außerhalb der Beziehung zu haben, geben sich damit eine große Freiheit. Beziehungsdeals und Absprachen zu diesem Thema sind gut. Dabei werden notwendige Sicherheiten und größtmögliche Freiheiten verhandelt. Bei derartigen Absprachen besteht allerdings die Gefahr, dass die emotionalen Auswirkungen unterschätzt werden. Die erste Frage lautet, ob die emotionale Sicherheit ausreichend gewährleistet ist. Die zweite Frage ist, in wie weit die möglichen emotionalen Auswirkungen der Absprachen kontrollierbar sind.

In Partnerschaften mit Kindern sei zur Vorsicht geraten. Kinder registrieren Erschütterungen der elterlichen Vertrauensbasis wie Seismographen. Denn die Stabilität der Paarbeziehung der Eltern bietet die Sicherheit, die Kinder für ihre Entwicklung brauchen. Erst die Sicherheit, dann die Freiheit. Genauso ist das auch mit der Lust und der Leidenschaft der Eltern. Damit sie gedeiht, muss zuerst die notwendige Sicherheit gewährleistet sein. Erst auf dieser Basis wird die größtmögliche Freiheit ausgelotet.

Zilbergeld geht von konventionellen Beziehungskonventionen aus und rät jedes Geständnis einer Affäre oder eines Seitensprungs gut zu überdenken.

Erotik im Mittelpunkt


Wie können Männer Lust und Leidenschaft durch die Höhen und Tiefen des familiären Zusammenlebens frisch halten? Zilbergeld hält gleich eine ganze Liste von Ratschlägen bereit.

Männer können sich dafür entscheiden und darum bemühen tollen Sex zu haben. Zeit spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle. Guter Sex braucht Zeit. Zeit für die Sinnlichkeit, Zeit für Gespräche, Zeit ohne Kinder, Zeit ohne Alltagsstress.

Distanz ist der erotischen Anziehung zuträglich. Distanz kann räumlich verstanden werden, geht aber darüber hinaus. Eigene Gefühle, Meinungen und Interessen sind der erotischen Anziehungskraft sehr zuträglich.

Erotik will wichtig genommen und in den Mittelpunkt gestellt werden. Zilbergeld empfiehlt Paaren zu "erotisieren": Er ermutigt Männer das mit ihren Partnerinnen zu teilen, was sie erotisch stimuliert. Konkret kann das bedeuten zusammen über erotische Phantasien zu sprechen, Pornos anzusehen oder verschiedene Praktiken auszuprobieren.

Zuletzt noch ein Hinweis für die erotischen Stunden, in denen es nicht möglich ist kinderfreie Zeit zu organisieren. Es schadet Kindern nicht beim Liebesspiel der Eltern zuzusehen! Alles was mit Liebe geschieht wird keinem Baby und keinem Kleinkind schaden.

Nils Hilliges

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