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Zeit mit den Kindern intensiv verbringen


Quality Time - Mit Kindern sinnvoll Zeit verbringenBild: slou-photocase.com

Nicht die Menge der mit den Kindern verbrachten Zeit ist wichtig, sondern das, was man in dieser Zeit tut. Das suggeriert der Begriff Quality Time. Nur: Die Kinder sehen es anders!


Es klingt wie eine Ermutigung für gestresste Managerväter: Nicht die Menge der Zeit, die du mit deinem Kind verbringst, ist ausschlaggebend - sondern wie ihr sie verbringt. Das besagt, kurz gesprochen, das Konzept der Quality Time, das seit den 1970er Jahren in der Diskussion um Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wieder bemüht wird. Der Begriff tauchte 1973 zum ersten Mal in einem Zeitungsartikel in Maryland (USA) auf.

Zeit für das Besondere


Diese Zeit soll ausschließlich dazu dienen, die menschlichen Beziehungen zu festigen. Ob es sich dabei um gemeinsames Essen, Kochen, Spazierengehen, Sport, Lesen oder Spielen handelt, ist nebensächlich. Auch das Bundesfamilienministerium bemüht sich, über diesen Weg das Familienleben zu verbessern: "Als Qualitätszeit für Familien betrachten wir verlässliche und selbstbestimmte Zeitoptionen, die Familien bewusst für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Dabei kann es sich sowohl um gemeinsame Ausflüge oder Spielnachmittage handeln als auch um Aktivitäten, wie etwa gemeinsames Kochen und Essen, solange sie bewusst als Familienzeit wahrgenommen werden. Reine Haushaltstätigkeiten oder Hobbys, bei denen andere Familienmitglieder auch anwesend sind, zählen hingegen nicht dazu," so steht es im Memorandum Familie leben.

Trennungsväter und die Netto-Zeit


Richard kann darüber nur sarkastisch lachen. Seit vier Jahren lebt der 38jährige Verlagskaufmann von seinen beiden Kindern getrennt. Er sieht sie an jedem zweiten Wochenende: "Aber eigentlich netto nur für einen Tag, wenn man die Pack- und Wegezeiten abzieht." Mehr gesteht ihm seine Expartnerin nicht zu, obwohl sie nur 50 Kilometer entfernt wohnt.

"Jedes Mal dauert es eine gute Stunde, bis die Kinder sich eingewöhnt haben, geschaut haben, ob in der Wohnung noch alles an seinem Platz ist", sagt er. Aber die Zeit, die er ausschließlich den Kindern zugewandt verbringt, sei höchstens eine Stunde am Tag. Dann wäre eben noch Einkaufen, Essen, Betten machen, Pflege etc. dran.

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