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Bundesliga live mit Kindern


Fussball Bundesliga mit Kindern besuchenBild: fotolia - Rui Araujo

Die Fußball-Bundesliga ist in ihrer neuen Spielzeit. Und wieder werden die Fans ins Stadion pilgern, ViP's Geschäfte tätigen, der Vater mit den Kindern oder der ganzen Familie die Tribünen bevölkern. Über 13,4 Millionen Zuschauer waren es in der Saison 2018/19, 43.800 im Schnitt pro Spiel. Was Sie als Vater wissen müssen.

Top-Bedingungen für alle

Im Gegensatz zu manch anderer europäischer Liga sind die Möglichkeiten für Stadionbesucher in Deutschlands Eliteliga nahezu perfekt. Nicht umsonst sagt 2006er-Weltmeister und Bayern-Stürmer Luca Toni, auf die Vorzüge der Bundesliga angesprochen: Die ganze Familie kann ins Stadion. In Italien fast undenkbar. Marode Stadien nebst Fan-Randale verleiden der "la famiglia" den "calcio" auf der Apennin-Halbinsel.

Das Kapitel hat der Deutsche Fußball glücklicherweise hinter sich gelassen. Der einstige Proletarier-Sport mit Gewaltexzessen in Liga 1 ist längst hoffähig geworden und Fußballklubs mit Jahresumsätzen mittelständischer Unternehmen kümmern sich geschäftstüchtig um ihre Kunden.


Früh an den Verein binden, kicken mit dem Maskottchen

Beim Zweitligisten HSV ist es der Kids-Club, beim VFL Wolfsburg der Wölfi-Klub: Kindern wird mit attraktiven Angeboten die Klubmitgliedschaft schmackhaft gemacht. Das reicht vom Einlaufen auf den Rasen mit den Profis bis hin zu Trainingslagern für die Kleinen.

Viele Vereine bieten Stadionführungen an, einige haben eigene Museen eingerichtet. Der FC Schalke 04 bietet z.B. eine spezielle Führung für Kinder an. Zum Sonderpreis geht es durchs Stadion und im Museum können Videos der Highlights er ereignisreichen Fußballgeschichte der Knappen bestaunt werden.

In jedem Stadion einen Familienblock - gerne mit dem Namen eines Sponsors versehen. Vorteile sind: Der Block ist nur für Familien, rauchfrei und preislich sehr interessant. Zum Beispiel gibt's beim Vfl Wolfsburg die Karte für ein Kind (bis einschließlich 15 Jahre) für 8 Euro, bis 6 Jahre 3 Euro. Der Erwachsene zahlt in der Wölfi-Kurve 15 Euro. Beim FC Augsburg zahlen Erwachsene im Familienblock 29 Euro, Kinder bis 14 Jahre 8 Euro. Durchaus faire Preise!

Bei anderen Clubs, wie Werder Bremen oder dem FC Bayern, zahlen Kinder 50% des Erwachsenen-Preises. In dieses Saison kostet der günstigste Sitzplatz in Bremen 20 bis 35 Euro für Erwachsene, in München 30 Euro. Wollen die Eltern das Spiel ohne Kinder genießen, können die im Bayern-Stadion die LEGO-Spielwelt für ihre Drei- bis Neunjährigen buchen.

Die Deutsche Bahn bietet für viele Erstliga-Spiele kombinierte Tickets für Bahnfahrt und Eintrittskarte ins Stadion an. Das kann sich lohnen, wenn der Bahnhof in Stadionnähe liegt und man sich den Stress der Autobahnrückfahrt nicht antun möchte. Infos gibt es auf den Webseiten der Bahn oder der Vereine.

Allerdings sind auf den Webseiten der Vereine die Preise für Familien oder Kinder nur mit einigem Durchhaltevermögen zu ermitteln. Für die elektronische Ticket-Order muss man sich registrieren lassen.

Ebenfalls nicht so vorteilhaft: die Familienblöcke sind oft in den Stadionecken. Damit sind sie zwar gut separiert. Aber auch weit weg vom Geschehen.

Ein Spiel dauert 90 Minuten - mindestens

Die alte Fußballerfloskel muss bedenken, wer überlegt, ob Sohnemann oder Töchterchen auch mal mitkommen sollten. Und sogleich sich selbst fragen: Packt er/sie das von der Aufmerksamkeit? 1,5 Stunden reine Spielzeit, dazu 15 Minuten Pause, An- und Abreise - da kommt eine Menge zusammen.

Aber wie bei allem sind da Kinder sehr individuell. Im Bekanntenkreis ging schon die Zweijährige auf dem Schoß mit ins Stadion und war fasziniert vom Geschehen auf und Abseits des Rasens. Obwohl das wohl eher die Ausnahme ist. Der Sechsjährige, der nun langsam seine Fußballleidenschaft entwickelt, für den Top-Protagonisten des Vereins schwärmt und auch mal Rasen schnuppern will, ist eher der Fall.

Kinder nicht ins Abseits stellen

Grundsätzlich sollte man beim Stadionbesuch mit Kindern davon ausgehen, dass auch bei der liebsten Nebenbeschäftigung der Welt, die Kleinsten nach wie vor im Vordergrund stehen. Sich also klarmachen: Wenn’s nicht geht, geht’s nicht und notfalls vorzeitig die Heimreise antreten.

"Training" beim lokalen Amateurklub

Eine sehr gute Möglichkeit, das Interesse und die Leidensfähigkeit der Kleinen zu testen, sind die unzähligen Amateurvereine, die Sonntag für Sonntag ihre Punktspiele austragen. Das sportliche Niveau ist zwar längst nicht so hoch wie in Deutschlands Eliteklasse, dafür ist der Eintritt günstig, gering sind Lautstärke, Anfahrt und Gedränge. Bei Bouletten, Bier und derben Sprüchen kann man die Liebsten dann behutsam ans Topniveau heranführen.

Eintritt frei, hautnah dabei

Bei allen Bundesligisten ist das Training fast immer öffentlich. Ausnahme ist das Abschlusstraining vor dem Spieltag, meist also am Freitag. Ansonsten kann man Ribéry, ter Stegen, Mariio Götze oder Vedad Ibisivic auf Grasnabenhöhe erleben und sich im Anschluss ein Autogramm holen. Gerade in den Ferienzeiten ein willkommener Spaß für die Kleinen. Die Trainingszeiten erfährt man auf den Homepages der jeweiligen Bundesligisten.

Christoph Hermanny
aktualisiert 8/19 Ralf Ruhl

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