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Wenn der Vater täglich die Mutter macht


Wenn der Vater täglich die Mutter macht - Rollentausch in der FamilieBild: Heinz Brockert
Väter, die einen Kinderwagen schieben oder ihr Kleines liebevoll auf dem Arm tragen, sind im Münchner Stadtbild nicht mehr wegzudenken. In der Einstellung der Männer zu Familien- aufgaben hat sich grundsätzlich etwas geändert. Mann beteiligt sich und nimmt frau traditionelle Betreuungsaufgaben ab. Das ist an Wochenenden auch auf den Spielplätzen zu sehen. Mütter und Großmütter sind nicht mehr unter sich.

Ihre Zahl ist noch gering - Väter in der Elternzeit



Noch gering, aber im Wachsen, ist die Zahl der Väter, die sich nach der Geburt eines Kindes und der gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutzzeit die Kinderbetreuung nach Maßgabe des Gesetzes zur Elternzeit mit der Mutter teilen. Das merken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Familienbildungsstätten, denn in den Kursen wie dem Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP), das eine spielerische Frühförderung für Babys ab der 6 Lebenswoche bietet, tauchen immer häufiger Väter auf. "Es gibt immer mehr Väter, die nach einigen Monaten mit ihrer Frau tauschen und dann für sie in den Kurs gehen", sagt Barbara Renken von der Evangelischen Familien -Bildungsstätte "Elly-Heuss-Knapp" in München.

Krabbelgruppe oder PEKiP-Kurs - Männer machen mit



Werner Bücker ist einer von ihnen. Mit Sohn Eric nimmt er Woche für Woche auf den blauen Matten des PEKiP-Kurses in der Evangelischen Familienbildungsstätte in der Herzog-Wilhelm-Straße Platz, erfreut sich wie die anwesenden Mütter an der wachsenden Unternehmungslust der Kleinen, singt mit ihnen, macht Fingerspiele oder schaukelt die Babys abwechselnd in einem großen gelben Tuch, was sie besonders gern mögen.

Rollentausch zur Hälfte der Elternzeit


B. war sich mit seiner Frau Vera von Anfang an einig, dass zur Hälfte der Elternzeit die Rollen gewechselt werden: Die Mutter ging voll in ihren Beruf zurück und er übernahm alle Aufgaben zu Hause. "Ich habe mich von Geburt an in die Betreuung des Kleinen eingebracht, so dass die Umstellung für ihn nicht so groß war, als ich dann tagsüber die Hauptbezugsperson wurde", sagt er.

Der Mann als Mutter - Welche Vorteile hat das Kind?



Gibt es Unterschiede zwischen ihm und seiner Frau im Zugang zu dem Kind? B: "Im Zugang direkt nicht, aber jeder hat auch seine eigene Rolle bei dem Kind. Ich bin extrovertierter, tobe wohl ein bisschen wilder mit ihm herum. Die Vera ist mehr kuschelig. Jeder von uns hat seine eigene Art, mit dem Kind umzugehen und das ist für seine Entwicklung wichtig. Es lernt schon früh unterschiedliche Verhaltsmuster kennen. Wichtig ist, dass beide Eltern authentisch sind. Natürlich stimmen wir uns in der Erziehung ab. Es soll in wichtigen Dingen nicht der eine so und der andere so sagen. Aber im Alltag mit dem Kind gehen wir unterschiedliche Probleme mit unterschiedlichen Methoden an."

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