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Das Kind im Elternbett


Besteht die Gefahr, das Kind im Schlaf zu ersticken?


Erdrücken ist während des Schlafs wohl nur in volltrunkenem Zustand möglich, zumal die meisten Eltern kleiner Säuglinge einen eher leichten Schlaf haben. Zur Sicherheit kann man ein Stillkissen um das Kind herumlegen. Wenn man es bis ganz ans Kopfende schiebt, kann das Köpfchen auch nicht unter die Decke geraten, und es fühlt sich wohler mit der Begrenzung am Kopf. Wer aber permanent Angst hat, dem Kind Schaden zuzufügen, und deswegen kein Auge zubekommt, sollte den Nachwuchs wieder ausquartieren.

Stimmt es, dass das gemeinsame Schlafen dem plötzlichen Kindstod vorbeugt?


In seinem Buch "Schlafen und Wachen" vermutet der Kinderarzt Dr. William Sears, dass man das Risiko für ein Baby, an plötzlichem Kindstod zu sterben, verringern kann - indem man gemeinsam mit dem Kind in einem Bett schläft. Die Nähe zu dem Kind ermöglicht es den Eltern, Warnsignale schneller wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
Sears geht zudem davon aus, dass auch nächtliches Stillen das SIDS-Risiko (Sudden infant death syndrom) mindern kann. Durch das Saugen wird der Sauerstoffgehalt im Blut verbessert, und das Kind befindet sich vermehrt im leichteren REM-Schlaf.

Die Professorin für Anthropologie und Ernährungswissenschaften Dr. Katherine A. Dettwyler beschreibt in einem Artikel über das Durchschlafen die Gefahr für ein Baby, in einer Tiefschlafphase das Atmen zu unterbrechen und nicht mehr aufzunehmen. Liegt jedoch die Mutter neben dem Kind, stimuliert sie anscheinend durch ihre Berührungen das Baby und erinnert es durch ihre eigenen Atemzüge und Bewegungen daran, weiterzuatmen.

Was tun, wenn das Kind die Nacht zum Tage macht?


Viele kleine Knirpse freuen sich bevorzugt mitten in der Nacht sehr darüber, dass Mama und Papa nun ganz offensichtlich für sie da sind, und wollen spielen und unterhalten werden. Regel Nr. 2 für entspanntes Schlafen kommt von einem überzeugten Kind-im-Elternbett-Paar: "Unser kleiner Schreihals fing an, offensichtlich nur aus Langeweile nachts Rabatz zu machen. Daraufhin haben wir unser Krähbündel mehrmals entschlossen im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür gesetzt. Nach zwei Nächten verlagerte sich der Spieltrieb wieder in die frühen Morgenstunden." Hier ist gerade auch der Vater gefragt: Ein entschiedenes, männlich tiefes "Ruhe!" wirkt oft Wunder.

Wann ist es Zeit, dass das Kind aus dem elterlichen Schlafzimmer auszieht?


1. Keine Panik, es ist noch kein Kind freiwillig für immer im Elternzimmer geblieben. Früher oder später wollen sie alle in ihr eigenes Zimmer, meistens mit zwei bis drei Jahren. Es gibt Glücksfälle, da schlafen die Kinder in dem Moment durch, da sie endlich im eigenen Zimmer ungestört sind.

2. Am besten für das Kind ist es, wenn es erst auszieht, wenn es die Reife und den Wunsch dazu entwickelt hat. Andererseits ist ein Kind im Elternzimmer auch nicht glücklich, wenn es insgeheim unerwünscht ist. Dann schenkt man ihm lieber reinen Wein ein und macht ihm den Umzug so angenehm wie möglich: gemeinsames Einrichten des Zimmers und Bettchens am Tag, das Abendritual genauso wie immer (Routine hilft!) und danach ganz ruhig und undramatisch, aber konsequent darauf bestehen, dass es dort auch schlafen bleibt. Je älter das Kind ist, desto besser wird es das verstehen.

Und das Fazit?


Fakt ist: Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Alle Beteiligten - Eltern wie Kind(er) - müssen sich mit der gewählten Schlafsituation wohl fühlen und ausreichend Schlaf bekommen. Sollte das nicht der Fall sein, muss man darüber reden und ggf. etwas ändern. Das kann sogar der vorübergehende (!) Auszug eines Elternteils aus dem Schlafzimmer sein - ehrlich gesagt trifft es dann wohl meistens den Mann.

Für Eltern, die vom Konzept "Kind im Elternbett" überzeugt sind, gibt es nichts Schöneres, als wenn der Morgen mit dem strahlenden Lächeln eines pausbackigen Mondgesichts beginnt. Und mit einer Runde Herumalbern zwischen den Decken, für das man mit einem überglücklichen Kichern belohnt wird. Für alle anderen gilt: Wer es nicht ausprobiert, weiß nicht, was er eventuell verpassen würde.

Teil 1

Kind im Bett - Sexverbot

Mehr Geborgenheit


Teil 2

Erstickungsgefahr?

Wann sollte das Kind aus dem elterlichen Bett ausziehen?

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