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Väter wollen nicht die besseren Mütter, sondern gleichberechtigte Partner sein

Moderne Väter wechseln die Windeln
Bild: Litha

Wer sind sie, die „neuen Väter“? Ein Begriff, der bereits Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts für Diskussionsstoff sorgte und nicht jedermann gefällt. Er lässt sich aber ersetzen. Zum Beispiel durch „moderne Väter“ oder „gleichberechtigte Väter“. Doch was zeichnet sie aus? Worin unterscheiden sie sich von ihren Vorgängern?

So manches Wörterbuch erklärt uns den Vater auch heute noch als Erzeuger, Haupt der Familie und Ernährer. Eine Rolle, auf die seine Funktion tatsächlich lange Zeit reduziert war.

Das alte Rollenbild ist in den letzten Jahrzehnten heftig ins Wanken geraten. Vom strengen Patriarch zum gleichberechtigten Papa, der liebevoll sein Kind „bevatert“. Ein Quantensprung.

Die Ergebnisse jüngerer Studien zeigen, dass sich zunehmend eine Trendwende abzeichnet. Väter sind heute weit mehr als früher bereit, sich aktiv und mit erheblichem Einsatz im Alltag für ihre Kinder zu engagieren. Sie wollen an der Erziehung gleichberechtigt mitwirken.

„Wer die Geburt miterlebt hat, ist so voller Liebe für sein Kind, dass er sich mehr um es kümmert.“



Während Männer hierzulande noch bis in die 70er Jahre hinein während der Geburt als unerwünscht galten, sind 90 von hundert Vätern inzwischen bei der Geburt ihres Kindes dabei. Ein wichtiger Aspekt, der vom ersten Augenblick an ein hohes Maß an Nähe und Zuwendung ermöglicht. Der Forscher Kyle Pruett vom Child Study Center der Universität Yale begründet, warum der Vater von Anfang an so wichtig ist, mit einem simplen Prinzip: „Wer die Geburt miterlebt hat, ist so voller Liebe für sein Kind, dass er sich mehr um es kümmert.“

Liebevolle „mütterliche“ Zuwendung ist eben keine Frage der Geschlechtszugehörigkeit. Die amerikanischen Psychologen Ross Parke und Douglas Sawin fanden während ihrer Studien mit Vätern heraus, dass diese sich ebenso interessiert, sensibel und gefühlvoll gegenüber ihren Kindern zeigen, wie es Mütter üblicherweise tun. Wenn man sie denn lässt. Lediglich im Spielverhalten unterscheiden sich die Männer deutlich. Es fiel den Forschern nämlich auf, dass Väter sehr spontan und voller Freude mit dem Baby spielen, dabei zwar weniger verbalen Kontakt zu ihrem Kind haben, als die Mütter, dafür aber mehr taktilen. Das heißt, sie berühren das Kind öfter und setzen den eigenen Körper häufiger als Spielzeug ein.

Sie bestärken ihre Sprösslinge darin, Neues auszuprobieren und motivieren sie deutlicher zum Durchhalten.


Teil 1

Vom Patriarch zum Partner

Teil 2

Männer auf dem richtigen Weg - Karriere und Kind

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