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Väter lesen vor


Väter lesen vorBild: fotolia-valentin-mosichev

Eine neue Studie will erklären, warum Väter nicht vorlesen. Dabei tun sie es doch!

Väter lesen nicht vor, unterstellen die Stiftung Lesen, die ZEIT und die Bahn. Und deshalb haben sie Väter gefragt, warum sie nicht vorlesen. "Es genügt, wenn einer von uns beiden vorliest und das ist meistens meine Frau", erklärten 55 Prozent der befragten Nicht-Vorleser. Was unter "Mama wird’s schon richten" in der entsprechenden Pressemeldung medial verbreitet wird. Immerhin nur 38 % meinen, dass ihre Frau tatsächlich besser vorlesen kann. Woran kann es also liegen?

Auch der zweite wesentliche Grund wird sofort gegen Väter gewendet: keine Zeit. "Wenn ich nach Hause komme, sind die Kinder schon im Bett", meinen die meisten. Denn 55 % geben an, nicht genug Zeit zu haben. Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der ZEIT: "Ich glaube, das ist ein Trugschluss." Warum das bei den ausufernden Arbeitszeiten, für die er als Arbeitgeber mitverantwortlich ist, ein Trugschluss sein soll, erklärt er jedoch nicht. Und immerhin 52 % der Nicht-Vorleser tun es am Wochenende. Denn dann haben sie Zeit.

Männer machen eben häufig anderes mit ihren Kindern. Laut Studie toben 77 % am liebsten mit dem Nachwuchs im Garten herum. Ist ja auch gut so, schließlich wird der Bewegungsmangel der Kinder in vielen Untersuchungen angeprangert. Und wieso toben Mütter eigentlich weniger mit ihren Kindern?

Vorlesen - ein Arrangement der Geschlechter

Wie so Vieles ist eben auch das Vorlesen Teil des Arrangements der Geschlechter. Wenn Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und mehr zu Hause sind, lesen sie auch mehr vor, ist doch logisch. Viele Untersuchungen zeigen, dass Frauen eher pflegerische und ruhige, Männer eher aktive und herausfordernde Beschäftigungen mit ihren Kindern suchen. Ist doch eigentlich keine schlechte Aufteilung, wenn es denn die meisten so wollen.

93 % der Väter lesen am liebsten witzige Geschichten vor, fand die Studie heraus. An zweiter Stelle stehen Sachbücher, danach kommen mit 70 % die spannenden Stories. Also, liebe Verlage, bringt gute, witzige Bücher auf den Markt, mit denen sich Väter identifizieren können!

Einen wichtigen Hinweis, wie man Vorlesen in andere Aktivitäten integrieren kann, liefert Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Berater der Stiftung Lesen: "Mit Vorlesen assoziieren Väter die Einschlaf-Situation. Dabei kann man nicht nur in der Kuschelecke vorlesen, sondern auch auf dem Spielplatz als Einstimmung in eine actionreiche Piraten-Schatzsuche."

Ralf Ruhl (Nov. 09)


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