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Heiraten? Ja bitte!


Was spricht fürs heiraten, was dagegen!Bild: shock - Fotolia.com

Nicht Liebe, Erbe, Steuer oder Versorgung des Partners sind für Väter die Gründe für eine Hochzeit: Die Diskriminierung der unverheirateten Väter zwingt sie dazu!

"Love and marriage goes together like horse and carriage" sang Frank Sinatra (Liebe und Heirat gehören zusammen wie Pferd und Wagen). Das ist natürlich Quatsch. Und die Fernsehserie "Eine schrecklich nette Familie" mit Ed O’Neill als Al Bundy, für die das Lied als Titelmelodie fungierte, unterstrich das so deutlich wie die Scheidungsraten, die alljährlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht werden. Nach einer Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts hält eine heute geschlossene Ehe nur noch durchschnittlich zweieinhalb Jahre!

Liebe kann also kein Grund für die "ewige Bindung" sein. Früher waren es das Erbe des Hofs, das Zusammenhalten des Besitzes oder in höfischen Kreisen machtpolitische Aspekte. Alles für den Durchschnittsmenschen kein Grund mehr zum Standesamt zu laufen. Auch die Geburt eines Kindes ändert das zunächst nicht, schließlich ist "unehelich" weder für Kind noch für Eltern heute noch ein Makel.

Aber wenn die Liebe endet sieht das anders aus. Denn der unverheiratete Vater hat kein Sorgerecht! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Er darf für das Kind da sein, es füttern, wickeln, betreuen, für es bezahlen - aber rechtlich hat er nichts zu melden! Anmeldung zur Schule, Pass beantragen, Reisevisum beantragen, Religionswechsel, Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, Führerschein ab 16 - da hat er keine rechtliche Handhabe.

Aber es gibt doch das gemeinsame Sorgerecht? Ja, wenn die Mutter zustimmt. Dann können die Eltern eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben. Und das kann auch bei einer Trennung nicht so einfach rückgängig gemacht werden. Aber ein gemeinsames Sorgerecht, bei der weiterhin beide Eltern für die wesentlichen Belange des Kindes auch rechtlich zuständig sind, gibt es nur nach der Scheidung.

Mit unschöner Regelmäßigkeit wird die Bundesrepublik Deutschland vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt. Weil sie Vätern in der Praxis die gemeinsame Sorge für das Kind vorenthält. Und das wird leider auch so bleiben. Denn weder klerikal-konservative Politiker, noch feministisch orientierte Politikerinnen haben ein Interesse, das zu ändern und gehen somit eine für Väter und Kinder unheilige Allianz ein.
Wer also als Mann nach der Geburt für sein Kind auch rechtliche Belange wahrnehmen, über die wesentlichen Dinge des Lebens mitentscheiden und sich nicht ausbooten lassen will, dem bleibt nichts anderes übrig als zum Traualtar zu schreiten. Möglichst vor der Geburt.

Ralf Ruhl

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