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Sorgerechts-Umfrage


Sorgerechts-UmfrageBild: © Fotowerk - Fotolia.com

Das Bundeskabinett will noch in diesem Jahr das Sorgerecht für unverheiratete Väter reformieren. Wir hatten Sie gefragt, welche Regelung Sie für die günstigste halten. Hier finden Sie die Ergebnisse des Online-Votings.

Wie soll das Sorgerecht in Zukunft geregelt sein? Das hatten wir auf www.vaeter-zeit.de gefragt. Hier haben hauptsächlich Männer geantwortet. Die gleiche Frage stellten wir auf www.kidsgo.de, hier haben vor allem Frauen abgestimmt. An der nichtrepräsentativen Umfrage beteiligten sich 221 Mütter und 125 Väter, also insgesamt knapp 350 Personen.
Bild: Ergebnisse väterzeit

Die Ergebnisse


Männer sprechen sich mit 75% noch deutlicher als die Frauen (62%) für ein gemeinsames Sorgerecht aus. Aber immerhin 21% der Mütter gegenüber 6% der Väter stimmen für das Antragsmodell (der Vater kann auf Antrag das Sorgerecht bekommen). Dass nur die Mutter bestimmen darf befürworten immerhin 14% der Frauen, erstaunlicher Weise auch fast 13% der Männer. Dem Vater das alleinige Sorgerecht zubilligen wollen nur 6% der Väter und nur 1% der Mütter.
Bild: Ergebnisse kidsgo



Kommentar


Die Zahlen sprechen dafür, dass das alleinige Sorgerecht in der Gesellschaft als ein aussterbendes Modell angesehen wird. Nur noch jede siebte Mutter beharrt darauf, für ihre Kinder die einzig entscheidungsberechtigte Person zu sein. Demgegenüber votieren zwei von drei Müttern für gleiche Rechte für beide Eltern von Anfang an. Und nur eine Minderheit von einem Fünftel spricht sich dafür aus, dass der Vater nur auf Antrag bei Gericht das Sorgerecht zugesprochen bekommen kann, die Mutter also noch eine deutlich stärkere Machtposition hat. Dieses Modell wird allerdings auch von den Regierungsparteien bevorzugt. Demnach muss der Vater vor Gericht das Sorgerecht beantragen und darstellen, dass der Umgang mit ihm dem Kind nicht schadet. Das alles ist aufwendig und dauert seine Zeit. So kann eine unwillige Mutter immer noch Fakten schaffen und die Beziehung zwischen dem Kind und seinem Vater negativ beeinflussen, wenn auch wesentlich eingeschränkter als früher. Die Mehrheit der Eltern hat jedoch andere Vorstellungen: Wenn knapp zwei Drittel der Mütter offenbar ihrem Partner zutrauen, dass er die richtigen Entscheidungen für sein Kind treffen kann, und drei Viertel der Väter dies auch wollen, so ist das Sorgerecht für beide Elternteile von Geburt an der einzig richtige Weg. Offenbar agieren Eltern inzwischen wesentlich gleichberechtigter als es ihnen von Politikern und Politikerinnen zugetraut wird. In diesem für alle Familien so wichtigen Thema hinkt die Politik der Realität deutlich hinterher.

Ralf Ruhl

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