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Babypflege für Väter


Babypflege für VäterBild: Adam Borkowski - Fotolia.com

Väter zeigen viel Geschick, wenn es um die Babypflege geht. Es mangelt ihnen auch nicht an Intuition - sie machen alles genauso gut wie die Mütter. Jedenfalls, wenn sie selbstbewusst mit ihrem Kind umgehen und ihre Umgangsart auch gegenüber der Partnerin vertreten.

Emotionen und Babypflege


Väter sind nach der Geburt ähnlichen Emotionen ausgesetzt wie Mütter. Es geht dabei nicht nur um die Sorge über die neue Verantwortung, sondern auch um die Veränderungen in ihrem Leben. Ein Kind benötigt viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Und Väter wollen aktiv am Alltag ihres Kindes teilnehmen! Da die meisten Väter berufstätig sind und von daher weniger Zeit haben als Mütter, übernehmen sie die meisten Aufgaben abends. Dabei geht es allerdings nicht nur um ein wenig Schmusen oder Knuddeln nach Feierabend, es geht genauso um Wickeln und Baden, um eine sanfte Massage, die zusammen mit dem Baby und nicht an ihm gemacht wird. Besonders Neugeborene haben ein besonderes Bedürfnis nach Berührung, nach Wärme, nach Liebe.

All dies kann begleitet werden durch eine sanfte und entspannende Art, verbunden mit einem Lied oder einer Gute-Nacht-Geschichte. Mit jeder Berührung sollten Väter versuchen, dem Kind gegenüber Liebe, Akzeptanz und vor allem Respekt zu vermitteln. Sie erarbeiten sich hierdurch einen eine tiefe Bindung zu ihrem Kind. Diese tiefe Bindung sorgt dafür, dass sich die Körperfunktionen des Babys deutlich verbessern. Der Säugling genießt einen besseren Schlaf und es kommt seltener zu Blähungen oder Koliken. Wenn es um die Körperpflege des Kindes geht, müssen viele neue Handgriffe erlernt werden. Viele Väter haben Angst, mit ihren großen Männerhänden dem Kind Schaden beim Wickeln oder Baden zuzufügen. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit der Mutter äußerst hilfreich, denn an ihrem Verhalten gegenüber dem Säugling lässt sich schnell erkennen, dass ein Baby gar nicht so zerbrechlich ist, wie vielfach angenommen. Vorteilhaft ist es, wenn beide Eltern vor der Geburt einen Säuglingspflegekurs besucht haben. Ansonsten ist es am einfachsten, der Mutter über die Schulter zu schauen, wenn sie das Kind badet, wickelt oder anzieht. Wer es danach selber versucht, wird schnell seine eigene Technik entwickeln.

Das schöne Gefühl der Zusammengehörigkeit


Die Bindung zum Kind entsteht nicht erst durch die Geburt. Sie beginnt bereits in der Schwangerschaft, indem der werdende Vater über den Bauch der Mutter streichelt und Kontakt mit dem Kind aufnimmt. Sie erweist sich auch dadurch, dass er so oft wie möglich versucht, seine Frau zu den Terminen beim Frauenarzt zu begleiten. Außerdem kann man ein Kind bereits im Mutterleib mit der eigenen Stimme vertraut machen - einfach dadurch, dass die werdenden Eltern viel miteinander reden. Viele Väter fühlen sich in den Runden schwangerer Frauen und frisch gebackener Mütter nicht besonders wohl. Aber gerade um Unsicherheiten zu begegnen, sollten Sie sich mit anderen Vätern wie Müttern austauschen. Denn wer bereits Erfahrung besitzt, kann sich von Beginn an noch intensiver und entspannter seinem Baby widmen. Und eine sichere Bindung entsteht umso schneller, je früher der Vater sein Kind nach der Geburt in seinen Armen hält.

Ist eine Geburt komplikationsfrei verlaufen, spricht auch nichts gegen ein gemeinsames Kuscheln zu Dritt. Durch ihr Stillen hat die Mutter intensiven Körperkontakt. Ähnliche intensive Nähe kann der Vater erreichen, indem er das Kind an seinen freien Oberkörper anlehnt. Kinder nehmen so sehr früh den engen Hautkontakt und vor allem den Geruch des anderen wahr.

Krankheit und Vorsorge


Durch diese Nähe erfahren Väter auch etwas über eventuelle Krankheiten ihres Kindes. Auch Väter sollten einmal an einer Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt teilnehmen. Hier können sie sich über den Gesundheitszustand und die Entwicklung ihres Kindes erkundigen. Auf diese Weise entwickeln Väter automatisch mehr Eigenständigkeit im Umgang mit ihrem Baby. In einer schwierigen Situation kann dann schneller und routinierter nach einer Lösung gesucht werden. Oberstes Ziel einer Familie muss es immer sein, sich gegenseitig zu entlasten, in dem man gleichzeitig die lösungsorientierten Fähigkeiten des anderen Partners erfasst.

Abendritual mit Badewanne


Nimmt sich der Vater nach Feierabend oder am Wochenende einige Stunden allein mit dem Baby, kann bald ein fester Zeitpunkt fixiert werden, an dem der Vater ganz alleine für die Fütterung zuständig ist. Und selbstverständlich kann er das Ins-Bett-Bringen übernehmen.

Vorher ist die tägliche Wasch- und Plantschaktion angesagt. Dabei sollte nicht gänzlich auf pflegende Zusätze verzichtet werden, denn ausschließlich Wasser laugt die Haut zu sehr aus. Babyhaut ist viel trockener, weil in diesem Stadium die Talgdrüsen des Kindes noch nicht richtig arbeiten. Daher braucht sie rückfettende Produkte. Die dünne Hautschicht macht das Kind auch anfälliger gegen Kälte und Verletzungen. Daher sollten Väter auf Substanzen zurückgreifen, die seifenfrei sind und keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Ideal sind pH-neutrale Produkte aus Pflanzenölen oder -extrakten. Im Frühjahr und Sommer sollte auch auf einen geeigneten Sonnenschutz geachtet werden. Ganz besonders wohl fühlen sich Babys beim täglichen Bürsten der Haare mit einer weichen Babybürste. Mit dieser Technik lässt sich auch gleichzeitig gegen den Milchschorf vorbeugen.

Vom Säugling zum Windelrocker


Um dem Windeldrama vorzubeugen: Legen Sie sich sich vor dem Wickeln sämtliche Utensilien zurecht. Denn kein Vater sollte auch nur eine Sekunde in die Versuchung kommen, sein Kind alleine auf dem Wickeltisch liegen zu lassen. Auch kleine oder spitze Gegenstände haben auf dem Tisch nichts zu suchen, zu groß ist die Gefahr, dass sie das Kind verschluckt oder sich verletzt. Zum Wickeln selbst werden eine saubere Windel, ein angefeuchteter Waschlappen und Babycreme benötigt. Ganz wichtig: Egal, ob Sie dem Kind die Windel entfernen oder eincremen, eine Hand hat dabei immer das Kind zu halten. Nach dem Entfernen der Windel sollte das Kind noch einige Zeit mit nacktem Po strampeln. Darüber freut sich nicht nur jedes Kind, es beugt auch gegen Wundsein vor.

Durch ihr Miterleben der Geburt können Väter von sich aus Stück für Stück einen Teil des "Babylandes" erobern. Verantwortung bedeutet nicht nur, der Ernährer der Familie zu sein. Verantwortung bedeutet vielmehr, eine unterstützende Umgebung für Mutter und Kind zu schaffen. Das bedeutet auch, zur Entlastung der Mutter beizutragen. Vielfach reicht alleine sein Dasein aus, um mit der Zweier- in eine verschmelzende Dreierbeziehung übergehen zu können. Es ist die Herausforderung eines großen Interesses an der eigenen Familie.

Wer es schafft, ganz mit Leib und Seele im Einklang mit seinem Kind zu sein, und sei es auch nur für eine Stunde, wer es schafft, gegenüber seinem Kind zu sagen: "Ich bin stolz auf dich!", wer sein Kind aus den Manipulationen seiner eigenen Kindheit befreit, der schafft eine Grundlage zu einem erfüllten Leben. Wer sich von den Wutausbrüchen seines Kindes anstecken lässt, ist unfähig, respektvolle Grenzen zu setzen. Weitaus wichtiger ist es für ein Kind, in diesem die persönliche Verantwortung zu wecken. Es muss gelingen, zwischen Eltern und Kind ein Band zu knüpfen, das ein Leben lang anhält. Und genau diese Chance dazu gilt es zu nutzen.

Dietmar Kern

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