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Vätermonate


Ein Drittel der Väter nimmt mehr als zwei VätermonateBild: Hauke H. - photocase.de

Ein Drittel der Väter nimmt mehr als die beiden Vätermonate in Anspruch. Dies ist eine Herausforderung für die Arbeitszeitgestaltung der Betriebe, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Väter - besser als ihr Ruf


Für die Studie wurden über 600 Väter in Elternzeit befragt, zusätzlich Personalverantwortliche und Betriebsräte. Mitte 2008 wurden etwa 18% der Elternzeitanträge von Vätern gestellt. Sie nutzen diese Zeit intensiver als bisher angenommen, so Stephan Reuyß und Svenja Pfahl, die Autoren der Untersuchung.

Über die Hälfte sind in Großbetrieben beschäftigt, vor allem in der öffentlichen Verwaltung. Sie sind in der Mehrheit als qualifizierte Angestellte tätig und haben einen Hochschulabschluss. Sie sind durchschnittlich 37 Jahre alt, die Partnerin ist erwerbstätig, der Wohnort liegt in den "Speckgürteln" um die größeren Städte. Ein Drittel von ihnen nimmt - und das ist eine Überraschung - zwischen drei und zwölf Vätermonate als Auszeit für die Familie.

Von vorsichtig bis familienzentriert


Fünf "Väterzeittypen" wurden ausgemacht:
  • Die Vorsichtigen. Das ist die größte Gruppe, sie umfasst etwa 46% der Väter. Sie nehmen ein bis zwei Vätermonate, fast immer direkt im Anschluss an die Geburt und gemeinsam mit der Partnerin. Sie arbeiten während dieser Zeit nicht, wollen aber ihre berufliche Stellung nicht gefährden und halten die Auszeit daher möglichst kurz. Sie betonen häufig, dass sie auf Wunsch der Partnerin in Elternzeit gehen. Sie haben noch keine Erfahrung mit Elternzeit oder Teilzeitarbeit aus familiären Gründen.
  • Die Paritätischen. Etwa 14% der Befragten nehmen drei bis acht Vätermonate, meist direkt im Anschluss an die Elternzeit der Partnerin. Beiden Partnern ist eine kurze Auszeit wichtig, da ihnen die Karriere wichtig ist.
  • Die umgekehrten Nutzer. Diese sechs Prozent wollen vor allem die Karriere der Frau unterstützen und nehmen daher länger Elternzeit in Anspruch als die Partnerin. Der eigene Beruf ist ihnen nicht so wichtig, sie wollen vor allem die Verantwortung mit der Partnerin teilen.
  • Die Familienorientierten. Das sind etwa neun Prozent, sie nehmen zwischen drei und acht Vätermonate und nehmen im Anschluss unbezahlte Elternzeit. Viele haben schon Erfahrung mit Kindern und beruflichen Auszeiten. Sie wollen, dass die Kinder möglichst lange von einem Elternteil betreut werden.
  • Die Familienzentrierten. Das ist die kleinste Gruppe, etwa fünf Prozent. Sie nehmen zwischen neun und zwölf Vätermonate in Anspruch, im Anschluss gehen sie oft unbezahlt in Elternzeit. Sie haben schon Erfahrung mit Kindern und sie wollen von Anfang an viel Zeit mit dem Kind verbringen. Das ist ihr eigener Wunsch, er geht nicht auf die Partnerin zurück.

Mehr und mehr werden die Vätermonate für Väter zu einem "normalen Vorgang", so Pfahl und Reuyß. Die Sensibilität in den Betrieben für "familiäre Fürsorgeaufgaben" sei dadurch gestiegen. In vielen Fällen sei auf Druck der Väter die Arbeitsorganisation geändert worden, z.B. sei Telearbeit eingeführt worden. Die Väter wollen, so ihr Fazit, "Familienaufgaben übernehmen ohne das mit beruflichen Nachteilen zu bezahlen."

Ralf Ruhl

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