zur Druckansicht

Ehevertrag

Ehevertrag
Bild: sofa83@photocase.com

Ihr wollt heiraten oder seid bereits verheiratet und denkt über mögliche Folgen einer Trennung oder eines plötzlichen Todesfalls nach? Dann solltet ihr einen Ehevertrag in Betracht ziehen. Wann er sinnvoll ist und welche Fallstricke man beachten sollte, liest du hier.

Die Ehe und ihre Folgen



Sicherlich willst du es vor deiner Hochzeit nicht hören: Aber in Deutschland wird fast jede zweite Ehe geschieden (Quelle: Statistisches Bundesamt). Speziell für Väter sind die finanziellen Folgen oft katastrophal und reichen bis zum wirtschaftlichen Ruin. Umgekehrt sind häufig auch die Mütter durch eine Scheidung monetär benachteiligt. Grund genug also, sich bis zum Kauf der Trauringe Gedanken über einen Ehevertrag zu machen. Aber auch wenn die Ehe vor dem Aus steht und eine Verständigung mit der Partnerin noch möglich ist, kannst du mit einem Ehevertrag einen hässlichen Rosenkrieg vermeiden.

Zugewinngemeinschaft: Manchmal sehr ungerecht



Ist durch einen Ehevertrag nichts anderes geregelt, tritt durch die Heirat der Güterstand der Zugewinngemeinschaft ein, § 1363 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Danach darf zwar jeder Ehepartner bei einer Scheidung sein sogenanntes Anfangsvermögen behalten, also alles
  • was ihm vor der Ehe gehörte, und
  • was ihm während der Ehe geschenkt sowie vererbt wurde.
Allerdings wird der während der Ehezeit entstandene Zugewinn (Vermögenszuwachs) bei der Scheidung geteilt. Der Zugewinn umfasst die Erträgnisse aus den Gegenständen, die den einzelnen Ehepartnern gehören, sowie dasjenige, was während der Ehe erwirtschaftet wurde.

Gefährlich ist diese Regelung vor allem für Unternehmer, Selbstständige und Vermögende. Hat etwa der Ehemann bei der Heirat ein kleines Unternehmen geführt und dieses im Laufe der Ehejahre ausgebaut, muss er die dadurch entstandene Wertsteigerung im Scheidungsfall zur Hälfte an seine Ehepartnerin auszahlen. Das kann dazu führen, dass der Unternehmer sein Geschäft schließen bzw. veräußern muss, weil er sonst den Zugewinn nicht ausgleichen kann. Ebenso birgt das während der Ehezeit geerbte elterliche Eigenheim Gefahren. Steigt der Wert der Immobilie, hat auch hier der andere Ehepartner Anspruch auf die Hälfte des Zugewinns.

Ein weiterer Fallstrick besteht darin, dass es beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft kein negatives Anfangsvermögen gibt. Das hat erhebliche Auswirkungen, wenn ein Ehepartner bei der Heirat hoch verschuldet ist. Hilft ihm der andere Partner während der Ehe, diese Schulden zu begleichen, wird dies bei einer Scheidung im Rahmen der Zugewinngemeinschaft nicht berücksichtigt. Ebenso ungerecht kann der gesetzliche Regelfall bei großen Altersunterschieden zwischen den Ehepartnern oder aber bei einer Heirat mit einer ausländischen Partnerin sein, wo bei einer Scheidung das Recht des betreffenden Auslandstaats möglicherweise Anwendung findet.
TEIL 1

Kommentar zu diesem Thema schreiben:

Name, Ort:
Mein Kommentar:

Kommentare von Lesern:

 
Celina, München:
22.07.2015 12:24
Mein Partner hat eine kleine EInzelfirma vor der Ehe gegründet , was passiert wenn wir uns scheiden lassen und kein Ehevertrag haben? Werden die Schulden auch geteilt? oder GARNICHTS, da die Firma VOR der Ehe gegründet wurde?
  unmöglicher Beitrag? Bitte melden!
ochsner, jona sg. ch:
22.09.2010 20:07
ich habe kleinere Schulden, wenn ich jetzt heirate kann man meinen Partner mit meiner vor der Ehe gemachten Schulden belasten?

Regionale Infos für Väter

Bitte wählen:





TEIL 1

Checkliste: Ist ein Ehevertrag sinnvoll?

Können Sie als Vater auch nur eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten, ist Ihnen der Abschluss eines Ehevertrags - besser vor, notfalls während der Ehe - unbedingt zu empfehlen.

Sind Sie Unternehmer, Freiberufler oder haben Sie Vermögen?

Rechnen Sie während der Ehe mit einer nicht unbedeutenden Schenkung oder Erbschaft?

Ist Ihre (künftige) Ehepartnerin hoch verschuldet?

Stammt Ihre (künftige) Ehepartnerin aus dem Ausland und könnte bei einer Scheidung das Recht dieses Staates gelten?

Sind Sie wesentlich älter als Ihre (künftige) Ehepartnerin?

Haben Sie Ihren (gut bezahlten) Job aufgegeben, um sich um die Kinder zu kümmern, während Ihre (künftige) Ehepartnerin weiter arbeitet?

Bezahlen Sie in die Altersversorgung ein, während Ihre (künftige) Ehepartnerin dies trotz der Möglichkeit dazu nicht macht?

Haben Sie ein gewisses Vermögen erwirtschaftet und ist absehbar, dass Sie berufsunfähig werden?

Weitere Infos

Scheidungsratgeber
Jochem Schausten: Trennung, Scheidung, Unterhalt - für Männer. 6., aktualisierte Auflage 2009, 176 Seiten, Broschur mit CD-ROM, 16,80 Euro, Rudolf Haufe Verlag,
ISBN 978-3-448-09346-9
www.haufe.de


Musterverträge kostenlos
www.vorlagen-kostenlos.de (dort Ehevertrag)


Anwälte für Familienrecht online
http://www.deutsche-anwaltshotline.de

Mehr auf Väterzeit.de


Heiraten? Ja bitte!
Was spricht für die Ehe?

Sorgerecht
Verfassungsgericht urteilt für unverheiratete Väter

Gemeinsames Sorgerecht


Väter sollen gleichberechtigt behandelt werden

Unisex-Versicherungen


Einheitliche Tarife für Mann und Frau

Elterliche Sorge
Infos zum Sorgerecht und die grundsätzlichen Positionen

Versorgungsausgleich


Väter streiten für Mütterrente

Vaterschaftsanerkennung


Worauf müsst ihr achten?

Zeugungstermin berechnen

Hier können Sie Zeugungstermin berechnen.
zur Druckansicht