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Mit Kindern ein Beet anlegen


Mit Kindern ein Beet anlegenBild: lumen-digital@photocase.de

Gärtnern mit Kindern macht Spaß! Nicht nur den Kleinen, auch den Eltern: man ist an der frischen Luft und kann beobachten, wie die eigene Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt. Auch kleine Kinder können verschiedene Arbeiten beim Bestellen eines Gemüsebeetes verrichten. Schließlich ist der kürzeste Weg zur Gesundheit der Weg in den Garten!

Ein Beet für Kinder


Nah am Haus ist für Kinder der beste Platz für ein Gemüsebeet. Sie können schnell einmal die Fortschritte begutachten, müssen Geräte nicht weit schleppen und können bei Regen schnell wieder in die Wohnung. Außerdem können sie ihren Freunden stolz zeigen, was sie dort alles anbauen. Und sie natürlich probieren lassen!

Ein Beet für Kinder sollte nicht zu groß sein. Schließlich haben die Kleinen noch nicht die Geduld, mit den einzelnen Arbeiten längere Zeit zu verbringen. Vor allem sollte es schmal sein, da Kinderarme noch nicht so weit reichen wie die von Erwachsenen. Dass auf einem Streifen von vielleicht 1 m mal 50 cm nicht allzu viel wächst, vor allem wenn man mehrere Sorten anbaut, spielt keine Rolle. Es geht ja nicht darum wie viel, sondern darum, dass man etwas selbst Angebautes essen kann.

Herbst ist die beste Anlege-Zeit


Am besten legt man ein ganz neues Beet natürlich im Herbst an, in dem man das vorgesehene Stück Boden umgräbt. Dann erzeugt der Frost im Winter die sogenannte Frostgare, denn er lässt die Schollen zu kleinen Krümeln zerfallen. Notfalls kann man im Frühjahr erst umgraben, dann Hacken bis alles schön zerkrümelt ist. Man kann auch noch später im Jahr beginnen, muss dann aber darauf achten, dass man nur Pflanzen anbaut, die in der verbleibenden Vegetationszeit erntereif werden.

Wenn man bereits einen Gemüsegarten hat, kann man jederzeit ein Stück Beet in die Obhut der kleinen Gärtner übergeben: im Frühjahr im Rahmen der Erstbestellung, aber auch wenn eine neue Bepflanzung ansteht, weil Früchte reif geworden und geerntet worden sind. Besonders interessant ist es für die Kinder, wenn man ein Stück Rasen ganz neu umbricht und sie erleben können, wie daraus ein Stück Gartenland neu entsteht und später Früchte bringt.

Papa Schwerarbeiter


Umgraben und Hacken sind Arbeiten, die Papa erledigt, zumindest wenn die Kinder noch klein sind. Die Feinbearbeitung mit dem Rechen ist leichter und daher für Kinder eher zu bewältigen. Das Legen von Samenkörnern und das Setzen von Pflänzchen ist für die Kinder die wichtigste Arbeit. Schließlich entsteht daraus das, was sie später ernten wollen. Und das sollten sie auf jeden Fall selbst verrichten.
Wenn man selbst noch keine Ahnung von Gartenarbeit hat, beschafft man sich ein gutes Gartenbuch, liest es selbst und bespricht die einzelnen Arbeitsschritte mit den Kindern. Am besten eignet sich ein Buch mit vielen Bildern, die man den Kindern zeigen kann, wenn man mit ihnen das Projekt plant. Viele Bücher zu diesem Thema gibt es sicher auch in den örtlichen Leihbibliotheken.

Die besten Kinderpflanzen


Für Kinder ist es am schönsten, wenn die selbst angebauten Pflanzen schnell wachsen und nach verhältnismäßig kurzer Zeit ein Erfolgserlebnis bescheren. Wenn der Boden geeignet ist - ein wenig sandig sollte er sein - sind Radieschen eine gute Wahl. Auch Salat kann recht schnell geerntet werden. Schnitt- und Pflücksalate sind besser als Kopfsalat, weil man lediglich die benötigte Menge für eine Schüssel Salat auf einmal ernten kann. Feldsalat wächst, wenn andere Pflanzen bereits geerntet sind. Er wird im September ausgesät und kann bis in den Frühsommer hinein geerntet werden. Außerdem ist er pflegeleicht: ein wenig gießen und etwas Kompost, den Rest erledigt er ganz von selbst.

Möhren, auch Karotten genannt, sind die Lieblingsgemüse vieler Kinder. Auch roh schmecken sie lecker, knacken so wunderbar beim Reinbeißen! Möhren brauchen gut gelockerten Boden, sie sollten nicht näher als ca. 3 cm nebeneinander gesetzt werden, denn beim Wachsen verdrängen sie die Erde. Schwerer Lehmboden ist nicht gut geeignet, er muss tief umgegraben werden. Auch sollten Möhren nicht auf frisch gedüngtem Boden gesetzt werden.

Von Tomate bis Kürbis


Tomaten lieben es warm und sonnig, brauchen viel Wasser und Erde mit vielen Nährstoffen. Sie lassen sich auch im Topf auf dem Balkon ziehen. Wenn das Wetter mitspielt, zeigen sie den kleinen Gärtnern die komplette Entwicklung vom Samenkorn über Wachstum und Blüte bis zur fertigen Frucht. Die enthält wiederum Samenkörner, aus denen man im nächsten Jahr neue Pflanzen zieht. In einem nassen Sommer kann es jedoch einen Totalausfall der Ernte geben. Sie zeigen den kleinen Gärtnern, dass die Erzeugung von Nahrungsmitteln im hohen Maße von Wetter und Klima abhängig ist.
Erbsen und Bohnen sind Rankpflanzen. Sie brauchen Stangen oder ein Geflecht, um daran in die Höhe zu wachsen. Lässt man die Saat vor dem Stecken eine Nacht in frischem Wasser einweichen, keimen sie schneller. Toll ist das Erbsen-Ernten: In den reifen Hülsen liegen die Früchte schön nebeneinander, man kann sie aufbrechen und direkt in den Mund stecken.
Kürbis mögen viele Kinder, nicht nur wegen Halloween. Er ist recht anspruchslos, braucht ein wenig Wasser und Kompost. Er wächst schnell zu beeindruckenden Früchten heran, auch die Blüten sehen prachtvoll aus. Manchmal kann man dem Kürbis fast schon beim Wachsen zusehen! Allerdings braucht er viel Platz, ein Mini-Beet ist daher nicht geeignet.

Ein Tipp: Macht euch bei Hobbygärtnern in der Nachbarschaft schlau. Die wissen genau, ob und wie man den am Ort vorhandenen Boden bei der Neuanlage eines Beetes mit Sand verbessern muss und welche Pflanzen am besten gedeihen. Außerdem freuen sie sich, wenn sie Kindern ihr Hobby erklären können.

Arbeiten im Jahreslauf


Wenn man selbst gärtnert, ist der Kompost für das Gemüsebeet der Kinder kein Problem. Andernfalls muss man ihn kaufen. Es lohnt sich aber, für die Zukunft einen kleinen Komposthaufen anzulegen. Dort hinein kommen dann auch die Abfälle von gekauftem Gemüse sowie der Grasschnitt und weitere Gartenabfälle.

Der Gartenbau mit Kindern hat in seinen einzelnen Phasen verschiedene Erfahrungen zu bieten hat. Man kann bereits im Spätwinter beginnen, Pflänzchen für das Frühjahr aus Samenkörnern vorzuziehen. Wenn es warm genug ist, kommt die Bestellung, wobei die Kinder je nach Alter mit Hand anlegen können. Während der Wachstumszeit fallen Pflegearbeiten wie das Auszupfen von Unkraut oder das Hacken an.

Umwelterziehung live


Bei allen Arbeiten gibt es eine Menge zu entdecken und zu beobachten, z.B. wie Samenkörner in Töpfchen oder Schälchen auf der Fensterbank keimen und sich kleine Pflänzchen daraus entwickeln. Beim Herrichten der Beete mit Kompost kann man den Kindern erklären, wie aus abgestorbener Biomasse wieder Erde wird, die dann neuen Pflanzen als Nährstoffquelle dient. Pflänzchen, die man nicht selbst zieht, sondern beim Gärtner kauft, holt man am besten zusammen mit den Kindern in einer Bio-Gärtnerei. Dabei können sie sehen, wie gesundes Obst und Gemüse im großen Stil erzeugt werden.

Da sich die Pflanzen während des Wachstums ständig verändern, gibt es im Garten immer wieder Neues und Spannendes zu sehen: die Entwicklung von Blüten und Früchten, wie die Pflanzen auf das Wetter reagieren, aber auch wie kleinere und größere Tiere mit den Pflanzen umgehen. Ein natürlich bewirtschafteter Garten ist ein interessantes Ökosystem, an dem Kinder viel über die Natur lernen können.

Keine Chemie!


Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel sollten, insbesondere im Kinder-Garten, ein absolutes No Go sein. Beim Gärtnern bekommen die Kinder einen Bezug zu den verschiedenen Gemüsearten und ihrem Wert für eine gesunde Ernährung. Kleine Kinder sollten nur an Ihrem eigenen Beet arbeiten und nicht zur Mithilfe im Garten der Großen herangezogen werden. Hacken, Unkraut zupfen und Ähnliches macht auf dem kleinen Beet Spaß, auf einem großen wird es jedoch schnell langweilig und kann Kindern den Spaß am Gärtnern gründlich vermiesen. Wenn sie größer werden, kann man sie langsam auch mit solchen Aufgaben betrauen und auf diese Weise an ein nützliches, interessantes und erholsames Hobby fürs ganze Leben heranführen.

Volker Wollny

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