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Nistkasten selber bauen


Nistkasten selber bauenBild: Kerstin Barth

Vögel beobachten vom Balkon oder aus dem Fenster heraus - das macht Kindern und Eltern Freude. Wenn Sie einen Nistkasten selber bauen und in der Nähe aufhängen, gelingt das spielend. Und nebenbei hilft der Nistkasten, die Artenvielfalt zu erhalten.

Aktualisiert im Januar 2014

Holz und Werkzeug


Die Arbeit am Nistkasten beginnt mit dem Holz. Etwa 2 cm dick sollte es sein, am besten Buche oder Tanne. Das ist schön hart, lässt sich aber schwerer bearbeiten, vor allem von Kindern. Daher darf es - es soll ja Spaß machen - ruhig auch Fichte sein. Das sucht ihr am besten mit euren Kindern zusammen aus, im Keller, in Opas Werkstatt oder im Baumarkt. Gleich noch die Öko-Farbe mitnehmen, denn das Anmalen des Nistkastens macht den Kindern sicher am meisten Spaß - und das können sie auch selbständig. Und an einen runden Metallschutz für das Einflugloch denken, den gibt es wahrscheinlich in der Bäderabteilung.

Mit der Stichsäge werden die Bretter für den Nistkasten zugeschnitten. Das Einflugloch muss natürlich in die Vorderseite. Kleinere Vögel, wie etwa Meisen, brauchen hier einen Durchmesser von ca. 2,7 cm, größere, z.B. der Kleiber, 3,2 cm. Das Loch sollte mindestens 17 cm über dem Kastenboden sein, da sonst Katzen oder Marder leicht mit den Pfoten an die Brut herankommen. Also messen, anzeichnen, Loch bohren und mit der Stichsäge aussägen.

Bohren, schrauben, anmalen


Der nächste Schritt: die Löcher für die Schrauben in der Rückwand vorbohren und die Rückwand mit den Seitenteilen verschrauben. Den Boden für den Nistkasten einsetzen, Löcher für die Schrauben in der Vorderwand vorbohren und dann die Vorderwand einsetzen. Sie sollte noch etwas beweglich sein. Das Dach sollte an allen Seiten etwa 2 cm überstehen. Festschrauben und in der Mitte zur Vorderwand hin noch eine Sicherungsschraube anbringen.

Jetzt kommt der für die Kinder schönste Teil: Nach Lust und Laune den Nistkasten mit Ökofarbe anmalen! Wichtig: Wenn verschiedene Farben übereinander angebracht werden sollen, zwischendurch trocknen lassen! Ist für Kinder die schwerste Übung...

Angemalt? Sieht der Nistkasten schön aus? Oder nicht? Egal. Kräftig loben! Den Metallschutz für das Einflugloch in den Nistkasten einsetzen, wahrscheinlich reicht es, ihn festzudrücken. Da auch manche Vögel sich gern an der Brut ihrer Artgenossen vergreifen, können sie so nicht so leicht das Loch vergrößern und räubern. Und heulende Kinder, die unter dem Nistkasten zermatschte und blutige Flaumfedern gesehen haben, sind ja auch nicht das schönste.

Der richtige Ort für einen Nistkasten



Der Nistkasten sollte in 2 bis 3 Metern Höhe aufgehängt werden. Wenn es in einem Baum sein soll, bitte rostfreie Alu-Nägel verwenden, das schützt den Baum. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist am besten, dann ist es den Vögeln im Nistkasten nicht zu hell, nicht in der prallen Sonne und der Regen pladdert nicht durchs Einflugloch. Denn der kommt meist von Westen. Wegen des Regens sollte der Nistkasten leicht nach vorne geneigt sein, dann läuft das Wasser besser ab. Wenn ihr mehrere Nistkästen aufhängen wollt - bitte ca. 10 Meter Abstand halten, damit sich die Tiere nicht gegenseitig stören.

Reinigung


Nach der Brutsaison sollte der Nistkasten gereinigt werden. Bitte Handschuhe anziehen, denn in den Nestern halten sich gern Flöhe und andere unangenehme Zeitgenossen auf, die sich auch am Menschen und in dessen Wohnung wohlfühlen. Zunächst bitte den Nistkasten abhängen, den Boden abschrauben, das Nest entfernen, ausbürsten, den Boden wieder anschrauben und den Kasten wieder anbringen.

Dann wünsche ich viel Spaß beim Bauen des Nistkastens mit den Kindern - und möge der Nistkasten bald Bewohner finden! Die mögen es übrigens gar nicht, wenn man sie während des Brütens und bei der Aufzucht stört. Also lieber mit dem Fernglas beobachten. Das ist, gerade in der Dämmerung am Morgen, auch eine tolle Aktion mit den Kindern.

Ralf Ruhl

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