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Die 7 wichtigsten Don’ts für Schwangere


Väter Unterstützung - Die 7 wichtigsten Don’ts für SchwangereBild: connor212 / photocase.de

Schwangere sind nicht krank. Und auch nicht behindert. Dennoch gibt es einige Dinge, auf die sie unbedingt achten sollten. Manchmal fällt es jedoch schwer, darauf zu verzichten - zum Beispiel auf das Gläschen Sekt oder Zigarette wonach auch immer. Dabei können ihnen die Väter helfen!

Alkohol


Geht gar nicht. Auch nicht das Gläschen Prosecco mit den vielleicht ebenfalls schwangeren Freundinnen. Auch nicht zum Anstoßen darauf, dass es nun endlich geklappt hat. Warum? Weil das Kind mittrinkt! Und zwar jeden Tropfen! Denn Grenzwerte gibt es nicht.

Ab der dritten Schwangerschaftswoche sind nach Angaben von Fachleuten Schäden beim Fötus feststellbar. Das heißt: Frauen sollten, sobald sie von ihrer Schwangerschaft wissen, keinen Alkohol mehr anrühren. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts verzichten jedoch gut ein Fünftel der Schwangeren nicht konsequent auf den kleinen anregenden Kick.

Etwa 10.000 Neugeborene zeigen jedes Jahr eine Teilschädigung durch Alkoholkonsum. Etwa 2000 kommen mit dem voll ausgebildeten Fetalen Alkoholsyndrom auf die Welt. Die Auswirkungen können von Entwicklungs- und Wachstumsverzögerungen bis zu Schädigungen des Zentralnervensystems reichen. Aufmerksamkeitsdefizite, Schwierigkeiten, lösungsorientiert zu arbeiten, Probleme, Ursache-Wirkungszusammenhänge zu erkennen sind nur einige der möglichen schwer wiegenden Folgen.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Keinen Alkohol anbieten, nicht zum Trinken animieren. "Ach, wird schon nichts schaden" schadet am meisten. Außerdem kannst du ihr den Rücken stärken, wenn sie auf Partys, Feiern oder anderen Gelegenheiten nicht trinken will und von anderen "gut gemeint" dazu aufgefordert wird. Und da sein, sie bestärken, wenn es ihr schwer fällt, auf den Alkohol zu verzichten. Vielleicht sogar, indem du selbst für einige Zeit den Feierabenddrink ausfallen lässt. Dafür freut sich deine Liebste bestimmt über einen selbstgepressten O-Saft oder ein gemeinsames Glas alkoholfreien Sekt - der übrigens überraschend gut schmeckt.

Rauchen


Das zweite absolute "don’t": Tabakkonsum. Das wissen zwar eigentlich alle, dennoch rauchen fast 15% der Frauen während der Schwangerschaft. Und zwar nicht nur "mal eine", sondern laut einer wissenschaftlichen Befragung durchschnittlich zehn Zigaretten am Tag.

Der Embryo raucht mit, denn durch die Nabelschnur kommt das Nikotin in den sich entwickelnden Körper. Die Gebärmutter wird schlechter durchblutet, daher bekommt der Fötus weniger Sauerstoff und weniger Nährstoffe. Entwicklungsverzögerungen sind dadurch wahrscheinlich. Das Risiko einer Fehl-, oder Totgeburt ist deutlich erhöht. Ebenso die Gefahr, den plötzlichen Kindstod zu erleiden. Zunächst gesund geborene Kinder von Raucherinnen sind häufiger von verschiedenen Krankheiten betroffen, unter anderem Asthma. Die meisten Kinder haben ein zehn- bis 20% geringeres Geburtsgewicht.

Nikotinpflaster helfen nicht, denn das Gift ist ja da und gelangt trotzdem in den Körper. Eine groß angelegte Studie wies nach, dass nur gut 5% der Raucherinnen während der Schwangerschaft mit den Pflastern eine Entwöhnung schafften. Ähnliches gilt für E-Zigaretten. Auch sie enthalten Nikotin, das durch den Blutkreislauf in den Körper des Kindes gelangt.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Nicht im Beisein der Schwangeren rauchen, die Wohnung und das Auto rauchfrei halten, keine Zigaretten herumliegen lassen. Auf Partys oder Feiern nicht mit anderen "mal eben eine rauchen" gehen, denn dann fühlt sie sich vom Spaß und der Kommunikation mit den Freunden ausgeschlossen. Ihren Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, respektieren. Wer mit dem Rauchen aufhört wird zunächst nervöser sein, durch die Wohnung tigern, reizbar sein. Darauf nicht wütend reagieren, sondern es ansprechen und damit zeigen, dass man sie ernst nimmt.

Medikamente


Braucht man, wenn man krank ist. Das gilt auch für Schwangere. Dennoch gelangen die Wirkstoffe über den Blutkreislauf ins Kind. Was für es belastend sein kann. Das Wichtigste ist jedoch das Ausheilen der Krankheit. Denn verschleppte Krankheiten neigen zur Chronifizierung und schaden Mutter und Kind mehr als die nötigen Tabletten. Dennoch ist Vorsicht geboten bei Medikamenten, der Arzt und die Apothekerin sollten unbedingt über die Schwangerschaft informiert werden. Auch pflanzliche Mittel können dem Ungeborenen schaden.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Auf die Dosierung der Medikamente achten, Einkauf und Haushalt während der Krankheit erledigen, Tee kochen, sich ans Bett setzen und Geschichten vorlesen.

Sport


Bewegung tut gut, auch schwangeren Frauen. Aber die richtige muss es sein! Was den Puls schnell in die Höhe treibt, gehört sicher nicht dazu. Auch Sportarten wie Reiten, Handball oder Skifahren, bei denen Stürze häufig sind, können schaden. Auch Joggen und Aerobic werden nicht empfohlen, denn die Bänder sind durch die Schwangerschaft lockerer und anfälliger für Verletzungen. Beim Schwimmen oder Radfahren hingegen wird der Bauch entlastet, das trägt zum Wohlfühlen bei. Der Bauch verändert den Schwerpunkt des Körpers; daher fällt es schwerer und ist risikoreicher, neue Bewegungsformen zu erlernen.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Dauerkarte fürs Schwimmbad kaufen, sie beim gemeinsamen Sport nicht zur Leistung antreiben, mit ihr gemeinsam etwas langsamer an die Sache gehen - hinterher ein paar schnelle Runden allein sind ja auch noch möglich.

Vegetarisch essen


Viel Obst und Gemüse, das ist gesund. Und Vegetarierinnen, die auf Fleisch verzichten, aber Ei- und Milchprodukte essen, brauchen keine Angst zu haben, dem Kind zu schaden. Meint jedenfalls die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Es wird jedoch empfohlen, Jod, Folsäure und möglicherweise Eisen zusätzlich auf den Speiseplan zu setzen. Rein vegane Ernährung, so die ErnährungshüterInnen, könne jedoch zu Mangelerscheinungen beim Kind führen und die Entwicklung seines Nervensystems beeinträchtigen. Wer vegan schwanger sein will sollte sich also medizinisch beraten lassen und möglicherweise Nahrungsergänzungsmittel nehmen.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Einkaufen, kochen, übers Essen reden, darauf achten, dass mögliche Nahrungsergänzungsmittel auch genommen werden.

Katzenklo


Katzen haben oft Parasiten, sogenannte Toxoplasmen. Die können sich auf den Menschen übertragen, wenn er mit Kot in Berührung kommt. Katzenklo sauber machen - das sollten Schwangere nicht tun. Beim Embryo können diese Erreger schwere Missbildungen hervorrufen, sie können auch zu Fehlgeburten führen, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Wer einmal eine Infektion mit Toxoplasmen hatte, ist normalerweise immun. Wer eine Ansteckung befürchtet, sollte für die Zeit der Schwangerschaft die Katze am besten anderweitig unterbringen.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Den Katzenjob übernehmen, auch das Streicheln, vor allem aber die Katzenkloreinigungsprozedur.

Rohe Lebensmittel


Roh gilt normalerweise als gesund. In der Schwangerschaft jedoch nicht! Listerien und Toxoplasmoseerreger können in Rohprodukten auftreten. Deshalb rät das Netzwerk "Gesund ins Leben", das vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird, auf Produkte aus Rohmilch, rohen Eiern, rohem Fleisch oder Fisch zu verzichten. Dazu gehören auch Salami, Teewurst oder Cabanossi. Und Sushi. Und Zabaione und Tiramisu. Leider. Erhitzen für mindestens zwei Minuten über mehr als 70 Grad Celsius tötet die Erreger ab. Das Steak sollte also well done sein und das Spiegelei Sunnyside down.

Das Essen, auch Obst und Gemüse, gut waschen, nach dem Kochen die Hände gründlich schrubben, ebenso die benutzten Kochgeräte - das sollte genügen.

So können Männer ihre Partnerin unterstützen: Lieber alles eine Minute länger kochen, gut die Lebensmittel waschen, das Holzbrett richtig schrubben und nicht nur nach kurzem Wischen wieder ins Regal stellen. Sie bei Heißhunger auf problematische Speisen vertrösten, eine Schwangerschaft dauert ja nicht ewig. Und ihr wunderbaren Ersatz anbieten. Das habt ihr doch drauf, oder?

Ralf Ruhl

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