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Doppelbelastung für werdende Väter

Schwangerschaft - Doppelbelastung für werdende Väter
Bild: © Markus Bormann - Fotolia.com

Der Bauch: eine gewaltige Kugel. Die dazugehörige Frau: Dauererschöpft. Die Wohnung: vernachlässigt. Im letzten Drittel der Schwangerschaft kann die Frau körperlich nicht mehr so viel machen. Durch die Doppelbelastung in Beruf und Haushalt kommt viel Mehrarbeit auf den werdenden Vater zu.

Rollenwechsel



Spätestens im letzten Drittel der Schwangerschaft lässt sich der Kräfte zehrende Prozess, den die Entstehung eines Kindes mit sich bringt, am Dauererschöpfungszustand der Frau ablesen.
Die althergebrachte Rollenverteilung gibt es nur noch selten, in den meisten Haushalten von Paaren hat sich eine Arbeitsteilung herausgebildet, in denen die Aufgaben klar verteilt sind - mal mehr, mal weniger gerecht.

Doch ab dem sechsten oder siebten Monat der Schwangerschaft kann das kaum noch funktionieren. „Es gibt zwar Frauen, die bis kurz vor der Geburt durchpowern“, so Marcel Maus von der Schwangeren-Beratungsstellte „Esperanza“ der Caritas in Bonn. Normal sei das aber nicht. Klar: Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, schwer tragen verboten, bücken kompliziert, jeder Schritt doppelt und dreifach anstrengend. Nun muss der Mann verstärkt die Haushaltsführung übernehmen und nach Feierabend Kochlöffel, Besen und Bügeleisen schwingen.

Männer an den Herd



Patrick aus Hamburg hat diese Umstellung ziemlich gefordert. Der 31-Jährige arbeitet Vollzeit als Industriekaufmann, seine Lebensgefährtin Martina hat einen Halbtags-Job als Kassiererin. Der Großteil der häuslichen Arbeit wurde daher bisher von ihr geleistet. Auch als Martina schwanger wurde, änderte sich daran zunächst nichts, denn im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, litt sie nicht unter Übelkeit und Erschöpfung.

Doch ab der Hälfte der Schwangerschaft war Martina von ihrer Arbeit als Kassiererin dermaßen erschöpft, dass sie nicht die Kraft hatte, ihre bisherigen Aufgaben im Haushalt wahrzunehmen. „Ich musste nach und nach mehr mit anpacken. Irgendwann hatte ich das Gefühl, alles erledigen zu müssen, obwohl ich von halb zehn bis halb sieben im Büro war“, sagt Patrick. Patrick wurde durch die Doppelbelastung Beruf/Haushalt immer erschöpfter und gereizter. „Man weiß ja nicht, wie sie sich fühlt. Man sieht nur, dass sie auf der Couch sitzt und Tee trinkt“. Kam es dann zum Streit, hatte Patrick sofort ein schlechtes Gewissen, obwohl er sich oft im Recht fühlte.
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Kommentare von Lesern:

 
Silvia Florian, Wuppertal:
03.07.2013 14:14
Mir kommen die Tränen bei so viel Drama ...
  unmöglicher Beitrag? Bitte melden!
kristin, thüringen:
18.06.2013 17:04
naaaaaaaja.... bei der Arbeitsteilung im haushalt hat sich trotz Emanzipation nicht viel verändert. immernoch ist die frau diejenige die neben fulltime Job die meisten arbeiten erledigt. das ist natürlich ganz normal und wird nicht nicht kritisiert bzw es wird nicht extra jedesmal dafür gedankt. wenn es mal andersrum ist, über ein paar Wochen, dann wird ein riessen Drama drum gemacht, wie schwer es doch der mann hat und lob braucht um nicht aufzugeben oder sich unfair behandelt zu fühlen.
arme Männerwelt, die hat es ja schon immer so schwer und wird ungerecht behandelt...

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