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Elterngeld: Stolperstein Lebensmonat


Elterngeld: Stolperstein LebensmonatBild: Macavity@photocas.de

Elternzeit für Väter - eine schöne Sache. Insbesondere, wenn sie bezahlt wird. Aber wenn der Geburtstag des Kindes nicht auf den Ersten des Kalendermonats fällt, muss man aufpassen, sonst können empfindliche Einbußen beim Elterngeld die Folge sein.

Elterngeld ist Lohnersatzleistung


Die Elternzeit und das damit verbundene Elterngeld wurden 2007 eingerichtet. Die Koppelung ans Netto-Einkommen soll auch Vätern mehr Möglichkeiten geben, in den frühen Lebensmonaten an der Betreuung und Erziehung eines Kindes teilzunehmen. Theoretisch können Väter bis zu drei Jahre lang eine Auszeit vom Job nehmen, für bis zu zwölf Monate davon können sie Elterngeld beziehen.

Die Elternzeit muss beim Arbeitgeber beantragt werden, und zwar schriftlich spätestens sieben Wochen vor Beginn. Der Arbeitgeber kann den Antrag nicht ablehnen und muss die gewährte Elternzeit bescheinigen.

Auf den genauen Geburtstag kommt es an


Und schon kann es Probleme geben. Denn der Auszahlungsmodus des Elterngeldes bemisst sich nach den Lebensmonaten des Kindes. In den meisten Fällen stimmen diese nicht mit Kalendermonaten überein. Der erste Auszahlungsmonat beginnt mit dem ersten Lebenstag des Kindes. Wurde es z.B. am 17. 2. geboren, so beginnt der Auszahlungsmonat immer am 17.

Viele Arbeitgeber versuchen Väter davon zu überzeugen, ihre Elternzeit nach ganzen Kalendermonaten zu nehmen. Das ist abrechnungstechnisch meist einfacher für die Buchhaltung und oft sind auch Arbeitsabläufe so leichter zu planen. Wenn ein Vater nun aber ganze Kalendermonate in Elternzeit geht, dann überschneiden sich Lebens- und Kalendermonate.

Behörden rechnen anders


Unser Beispielvater will nun, wie viele andere auch, die ersten Lebensmonate des Kindes gemeinsam mit seiner Partnerin erleben. Er entscheidet sich, für März und April Elternzeit und Elterngeld zu beantragen. Aus seiner Sicht sind das zwei Monate. Aus Sicht der Behörde sind es aber drei! Und von denen arbeitet er im ersten und letzten in Teilzeit. Die Mutter hat - auch das ist in den meisten Fällen so - Elternzeit und -geld für zehn Monate beantragt (nach dem Mutterschutz). Der Vater kann demnach nur zwei Monate Elterngeld beziehen. Somit wird der letzte Monat als unbezahlte Elternzeit gerechnet, während er für den ersten Monat nur einen Teilbetrag erhält.

Wenn die Elternzeitmonate aufgeteilt werden


Noch komplizierter wird es, wenn er seine beiden Elternzeitmonate getrennt beantragt - etwa einer nach der Geburt und einer zum Eintritt in den Kindergarten. Dann werden aus den zwei vollen Kalendermonaten vier Teilzeit-Lebensmonate, von denen nur zwei bezahlt werden. Das Elterngeld kann sich so beinahe halbieren.

Daher unser Tipp: Elternzeit und Elterngeld unbedingt nach den Lebensmonaten des Kindes beantragen! Sie verschenken sonst Geld. Und verbringen viel Zeit damit, mit Behörden zu korrespondieren. Aber die sollte doch Ihrem Kind gehören!

Autor: rocktpapa

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