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Väter als Geburtsbegleiter - Muss ein guter Vater schon bei der Geburt dabei sein?


Väter als GeburtsbegleiterBild: Marinou M - Fotolia.de
Einfach da sein." "Sich darauf einlassen." "Wahrnehmen, was meine Frau dann braucht." "Händchen halten." "Sie mit dem Auto ins Krankenhaus fahren." Auf die Frage an die zukünftigen Väter, die zum ersten Mal dabei sein werden, habe ich im Geburtsvorbereitungskurs häufig diese Antworten bekommen.

Ihre Offenheit zeigt in der Essenz, dass die Männer oftmals ein gutes natürliches Gespür dafür haben, was machbar oder eben nicht machbar ist. Das Wesentliche erahnen sie bereits, nämlich Vertrauen, wohlwollendes Dasein und Präsenz zu zeigen. Was heisst dabei sein? Welche Qualität muss das Dabeisein haben, um für die Gebärende unterstützend zu wirken? Denn die alltäglichen Situationen im Leben eines Mannes, im Beruf, in der Gesellschaft, stehen dazu oft im krassen Gegensatz. Er soll oft der "Macher" sein, derjenige, der alles im Griff hat und die Kontrolle behält. Aber das Geschehen während der Geburt ist eine neue Situation für den werdenden Vater und er steht bisher ohne Erfahrung da. Die Geburt ist nicht planbar, eigentlich nicht berechenbar und nicht von außen kontrollierbar.

Die Geburtsbegleitung erfordert vom Mann, seiner Partnerin den Rücken zu stärken, aber eher als "Diener der Frau". Hilfreiche Unterstützung kann geschehen durch Zurücktreten, wahrnehmen, rezeptiv sein, zurücknehmen, zulassen, vertrauen, aushalten und halten.

Die Physiologie der Geburt



Um gute Bedingungen für den natürlichen Ablauf der Geburt zu haben, spielt die Umgebung und das menschliche Umfeld eine wesentliche Rolle. Was sind hier die Grundbedürfnisse der Gebärenden? Wissenschaftliche Erkenntnisse des bekannten Gynäkologen und Geburtshelfers Michel Odent (Wurzeln der Liebe) haben gezeigt, dass die Schwangere, um natürlich gebären zu können einen ganz bestimmten Cocktail an Geburtshormonen ausschütten sollte: Oxytozyn zum Geburtsbeginn und für die Wehentätigkeit der Gebärmutter. Weiter sind körpereigene Schmerzmittel, die Endorphine, notwendig um gut mit den Wehen umgehen zu können. Und noch viele andere wichtige Hormone werden in der selben Drüse gebildet- nämlich im Gehirn, genauer gesagt im Stammhirn. Der entwicklungsgeschichtlich jüngere Teil des Gehirns, der Neokortex, ist u.a. zuständig für die intellektuellen Fähigkeiten. Bei der Geburt sollte nun von außen vermieden werden, diesen intellektuellen Anteil zu aktivieren. Die Führung hat das Stammhirn, das wir auch mit den Säugetieren gemeinsam haben. Um das zu unterstützen, ist es für die Geburt von Vorteil der Frau eine geschützte Atmosphäre zu ermöglichen, damit sie abschalten, vergessen und sich gehen lassen kann. Das ist sehr hilfreich, damit ganz automatisch dieser Hormonmix ausgeschüttet wird.

Was kann ein Mann tun?



Was kann der Mann für eine Rolle übernehmen, damit dieses Programm ungestört abläuft? Der werdende Vater kann gerne die Vermittlerrolle für das Krankenhauspersonal übernehmen, um seine Frau zu vertreten. Er übernimmt, wenn nötig z.B. Formulare, Fragebögen, medizinische Details und Erklärungen. Seine Partnerin bleibt dadurch ganz ungestört im Geburtsprozess. Es ist gut die Intimsphäre zu schützen.
Er kann dafür sorgen, dass die Partnerin weitgehend von Stress oder Verunsicherung abgeschirmt wird.

Nicht immer selbstverständlich ist, dass der Partner besser keine Foto- oder Filmaufnahmen während der Geburt macht. Da die Töne und das Verhalten der Gebärenden meist mehr aussagen, macht es keinen Sinn sich allein auf die technische CTG-Überwachung zu konzentrieren.

Helles Licht kann auch einen Reiz auf den Neokortex aktivieren und deswegen ist es sinnvoll für abgedunkeltes Licht zu sorgen.

Teil 1

Physiologie der Geburt
Was kann ein Mann tun?

Teil 2

Geburts-Checkliste für den Mann

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