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„Väter tun auch, was sie sagen“

Moderne und traditionelle Väter in Selbstbild und Wirklichkeit
Bild: Ivan Polushkin-Fotolia.de

Interview mit Rainer Volz über moderne und traditionelle Väter in Selbstbild und Wirklichkeit – und wie Frauen sie sehen

Wie sieht der moderne Vater aus?



Wir haben in unserer Studie „Männer in Bewegung“ vier Typen von Männern unterschieden. Der traditionelle Vater sieht sich in erster Linie als Ernährer der Familie und Geldverdiener. Für die Kindererziehung und den Haushalt ist bei ihm die Frau zuständig. Der moderne Mann dagegen ist partnerschaftlich eingestellt. Er sieht sich nicht nur als Geldverdiener, sondern auch als emotional engagierter Vater. Vor zehn Jahren war zwar auch schon viel guter Wille da, die Praxis war aber noch nicht so weit entwickelt. Inzwischen tun die modernen Väter ganz klar auch das, was sie sagen. Sie sind bei der alltäglichen Betreuung der Kinder engagiert. Und zwar nicht nur bei den angenehmeren Tätigkeiten wie Spielen, Sport treiben oder spazieren gehen, sondern sie sind auch bei den unangenehmeren, mit Feuchtigkeit und „starken Düften“ verbundenen Arbeiten dabei, wie Windeln Wechseln oder das Kind auf den Topf setzen.

Wie viele moderne Väter gibt es?



Rund ein Fünftel der Männer in Deutschland sind modern eingestellt; denen steht ein gutes Viertel traditioneller Männer gegenüber. Die Zwischengruppen sind die balancierenden Männer, die sowohl traditionell als auch modern denken und handeln, und mit knapp einem Drittel die größte Gruppe sind die suchenden Männer. Die sind weder traditionell noch modern eingestellt. Möglicherweise sind sie nicht mehr traditionell, sind aber in ihren Einstellungen noch nicht beim modernen Vaterbild angekommen.
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Kommentare von Lesern:

 
Birgit:
21.02.2013 22:14
Das stimmt. Ich gehe jetzt nach der Geburt des zweiten Kindes lieber Vollzeit arbeiten, da das Zuhausesein zwar schön aber auch sehr anstrengend ist. Gottseidank verdiene ich mehr als er, sodaß das "Geldargument" nicht zieht. Ich bin meinem Lebensgefährten so dankbar, daß er sich entschieden hat, Elternzeit zu nehmen und sich um die Beiden kümmert. Beim ersten Kind habe ich schließlich auch beruflich ziemlich zurückgesteckt und ich finde in einer Partnerschaft sollte es fair zugehen und die Kindererziehung nicht nur der Frau angelastet werden. Das hat eigentlich unsere Beziehung gerettet. Hätte er Nein gesagt, gäbe es bestimmt kein zweites Kind und vielleicht wären wir dann jetzt gar nicht mehr zusammen.
Das das Haus nicht so sauber ist und der Haushalt nicht so top geführt wird, wie wenn ich zuhause wäre, ist mir mittlerweile ziemlich schnurz. Es gibt Wichtigeres im Leben. Ich meckere nicht darüber und wenn es mir zu dreckig wird, dann putze ich eben mal alle paar Wochen einmal durch.
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Chris,Westerwald:
06.05.2010 12:51
Mir ist gerade aufgefallen das ich recht oft das Wort "man" benutzt habe.....Ich bitte das zu entschuldigen :-)
Chris,Westerwald:
06.05.2010 12:47
Hi,Ich finde die Zeit ist gekommen Gleichberechtigung Partnerschaftlich zu leben.Und zwar nicht nur mit Worten sondern auch mit Taten.Mein Leben hat mit der Geburt meines Sohnes, den Genuss der Vater-zeit für sich entdeckt. Nach meiner Meinung sollte jeder Mann das mal gemacht haben.Es ist eine sehr interessante Erfahrung und bereichert ungemein.Leider wird man als Vater (in)Elternzeit immer noch belächelt.Man muss sich dumme Kommentare von Männern anhören, die sich selbst noch nie so einer Herausforderung gestellt haben.Ich erspare euch Details .Meine Meinung nach 9 Monaten Elternzeit ist::"Unsere Frauen machen einen super Job mit der Kindererziehung".Arbeiten gehen ist leichter.Es ist ein Unding wie wenig Anerkennung unsere Gesellschaft erziehenden Eltern zukommen läßt.Familie+Kinder+Haushalt ist eine Vollzeitjob.Leider weis ich das erst seit ich es selber mache.Den Haushalt bekomme ich nicht ganz so gut hin wie es meine Frau macht.Aber ich gebe mir mühe.Als Gegenleistung für die ganze Mühe,bekommt "Mann" etwas was man mit Worten nicht beschreiben kann.Man hat direkt teil am Leben des kleinen.Man ist nicht nur Vater sondern auch Freund,Spielgefährte,Lehrer des Kindes.Man hat teil an jeder Neuigkeit die es entdeckt.Teilweise wird man selber wieder etwas zum Kind :-).Wenn man Morgens den kleinen beim Aufstehen aus dem Bett holt, und dieses kleine wesen einen anstrahlt, mit einer Herzlichkeit die seines gleichen sucht, ist der ganze Tag ...egal wie schwer er noch werden wird gerettet. Wie gesagt umdenken ist angesagt.Väter traut euch. Vielleicht denkt ja nach meiner kleinen Ausführung der ein oder andere darüber nach mal für eine weile die seiten zu wechseln!Ich würde mich freuen...Gruss Chris

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Dr. Rainer Volz



Dr. Rainer Volz ist Sozialwissenschaftler und Referent bei der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Vor 10 Jahren veröffentlichte er mit Paul Zulehner die Studie „Männer im Aufbruch“. 2009 folgte die Untersuchung „Männer in Bewegung“. In beiden repräsentativen Studien wurden Männer zu ihrem Selbstbild und Frauen zu ihrem Bild über Männer befragt.

Studie Männer in Bewegung

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und kann hier heruntergeladen werden:

zur Studie

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