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Lesen als Grundlage für den Umgang mit neuen Medien

Welche Medien dürfen Kinder?
Bild: Franz Pfluegl - Fotolia.com
Die Studie „Vorlesen in Deutschland“, die 2007 unter anderem von der Stiftung Lesen herausgegeben wurde, zeigt, dass sich regelmäßiges Vorlesen und Erzählen in der frühen Kindheit positiv auf den Spracherwerb und die Lernfähigkeit von Kindern auswirkt sowie selber Lust auf Lesen macht.

Lesen als Schlüsselqualifikation



Die Bedeutung des Lesens als Basiskompetenz schlechthin ist allgemein anerkannt, es ist eine Schlüsselqualifikation, die unverzichtbar für die gesamte schulische und berufliche Laufbahn ist. Neben der Förderung der Sprach-, Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit regt das Vorlesen die Phantasie an und erweitert das Wissen. Positive Erlebnisse werden im Zusammenhang mit Büchern vermittelt, Kinder werden spielerisch an Geschichten und Bücher herangeführt und lernen beim Zuhören Sprache kennen.

Lesen und neue Medien



Die Nutzung neuer Medien, wie zum Beispiel dem Internet, ist ohne Textverständnis nicht vorstellbar. Neue Medien sind stark textorientiert und erfordern die Fertigkeit zu Lesen. Ein hohes Leseverständnis bei Büchern oder Zeitschriften hilft, auch die Texte im Internet zu verstehen. Nur wer lesen kann und daraus Bilder im Kopf sinnvoll kombiniert, kann die neuen Medien richtig nutzen.
In diesem Zusammenhang entsteht die Frage, welchen Stellenwert das Buch in dem Medien-Mix ausmacht, in dem Kinder heute aufwachsen. Experten sind dabei der Meinung, dass es beim Lesen genauso wie bei der Nutzung neuer Medien weniger um eine eng umschriebene Lesekompetenz geht, sondern vielmehr um das Verstehen von Texten, Bildern oder Symbolen. Es geht darum, das Sinnverstehen zu fördern, eine Grundlage für das Verstehen der Welt. So können Kinder, die die Grundfertigkeit des Textverständnisses einmal erlernt haben, mit dem Computer oder dem Internet ihr Sinnverstehen kreativ erweitern.

Vorlesen verbindet



Schon bei wenigen Monaten alten Babys spielt das Vorlesen eine große Rolle. Auch wenn die Kleinsten den Inhalt noch nicht verstehen, das Kind und die vorlesende Person sind sich beim Vorlesen sehr nahe, körperliche und geistige Nähe werden miteinander verbunden und das Kind erfährt die beruhigende Wirkung der ihm bekannten Stimme. Sind die Kinder etwas älter und können gemeinsam mit den Eltern Bilderbücher ansehen, sollten sich die Erwachsenen nach dem Tempo und dem Rhythmus des Kindes richten. So hat man Zeit für Kommentare, Erklärungen, Wiederholungen und um einen persönlichen Bezug zum Leben des Kindes herzustellen.

Das Lernpotential des Vorlesens



Für etwas ältere Kinder ist das Vorlesen bzw. das gemeinsame Bilderbuch-Anschauen eine der wichtigsten Lernmöglichkeiten. Die Forschung belegt, dass z.B. das Sprechen-Lernen beim gemeinsamen „Lesen“ in einem Bilderbuch besonders intensiv gefördert wird. Hier kann das Kind lernen, wie man eine Geschichte so erzählt, dass andere sie auch verstehen, also wer was wann wie wo tut.

Bezug zu der Welt des Kindes



Schließlich erkennt das Kind Parallelen zwischen der erzählten Geschichte und den eigenen Erlebnissen, sieht, dass die dargestellten Personen seine Wünsche nach Abenteuer, Selbständigkeit, Geborgenheit und Schutz teilen. Aus Forschersicht hilft dies dem Kind, den eigenen Alltag aus der Distanz zu betrachten und schöne wie schlimme Erfahrungen einzuordnen und zu bewältigen. Geeignet zum Vorlesen sind also Bücher, die mit den anderen Vorlieben und Hobbys der Kinder zusammenhängen.

Das Kind als Regisseur



Wichtig ist auch das eigenständige Blättern des Kindes in den Büchern, um besonders interessante Dinge zu suchen und Themen zu überspringen, die ihm unheimlich sind oder ihm Angst machen. Dieses selbständige Filtern von Informationen ist eine wichtige Voraussetzung für den späteren Umgang mit dem vielfältigen Angebot der elektronischen Medien. Das Kind wird darin geschult, selbständig für sich spannende Informationen herauszufiltern.

© SCHAU HIN! Redaktion

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Lesestoff

Geeigneten (Vor-)Lese-Stoff findet man übrigens in der aktuellen Zusammen- stellung „NEUES vom Buch- und Medienmarkt für Kinder und Jugendliche“ der Stiftung Lesen (Ausgabe Frühjahr 2008).

Weitere Infos finden Sie im Internet unter der
Stiftung Lesen

SCHAU HIN! Initiative

SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikations- unternehmens Arcor, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. „SCHAU HIN!“ informiert Eltern über die Angebote moderner Medien, wie Fernsehen, Internet, Mobilfunk und Computerspiele, und gibt Hilfestellung, für den kindgerechten Umgang mit Medien.
schau-hin.info

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