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Kranke Kinder


Kranke Kinder - Väter bei der KinderpflegeBild: Sean Prior@fotolia.de

Wenn die Kinder krank sind, können die Eltern sie zu Hause pflegen. Diese Chance nutzen auch immer mehr Väter. Das meldet die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK).

In den letzten Jahren ist die Zahl der Männer, die sich wegen einer Krankheit ihrer Kinder krank meldeten, stetig gestiegen. Im Jahr 2016 wurden nach einer Auswertung der internen Statistik der DAK insgesamt 70.000 so genannte "blaue Scheine" eingereicht. Der Anteil der Väter stieg auf 23 Prozent und erreichte damit eine neue Höchstmarke. Im Vorjahr hatte der Väteranteil noch bei 20 Prozent gelegen. Gegenüber 2010 verdoppelte er sich sogar fast, damals lag er bei 13 Prozent.


Mehr Anträge auf Kinderkrankengeld


Die Krankenkasse beobachtet diesen Trend bereits seit sieben Jahren. Renate Lang, Gleichstellungsbeauftragte der DAK-Gesundheit, bewertet die Entwicklung positiv: „Gleichberechtigung funktioniert nur, wenn die Männer mitmachen – nicht nur im Job, sondern auch bei der Kinderbetreuung. Unsere Auswertung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

In punkto Kinderpflege herrscht ein deutliches Ost-West-Gefälle in Bezug auf den Männeranteil. DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz bezeichnet diese Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern als "traditionell". Die Väter in Thüringen und Sachsen sind mit einem Betreuungsanteil von über 28 Prozent vorn, dicht gefolgt von Brandenburg und Sachsen-Anhalt (27 und 26 Prozent). Das Saarland belegt mit 16 Prozent den letzten Platz nach Rheinland-Pfalz (18 Prozent), Bayern und Baden-Württemberg (je 19 Prozent).


Recht auf Kinderkrankengeld


Wird keine Lohnfortzahlung geleistet, springen die Krankenkassen ein, wenn die Eltern wegen der Betreuung ihrer kranken Kinder zu Hause bleiben. Der Anspruch besteht für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren. Er beträgt bei einem Kind bis zu zehn Arbeitstage, bei allein stehenden Eltern bis zu 20 Arbeitstage. In der Regel werden 80 bis 90 Prozent des ausgefallenen Nettolohns auf Antrag ersetzt.

Ralf Ruhl

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