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Liebesleben mit Kind


Liebesleben mit KindBild: Fotolia Maya Kruchancova

Willkommen in der Dreierbeziehung! Mit der Geburt eines Kindes beginnt das Leben zu Dritt. Jede Familie findet ihre eigenen Wege zusammen zu lieben und zu leben. Die Zeit, die Vater, Mutter und Kind wirklich zusammen sind, ist meistens ziemlich knapp. Als Vater sollten Sie auf alle möglichen Katastrophen gefasst sein.

Zu Zweit hat es ganz gut geklappt. Die Paarbeziehung funktionierte so gut, dass ein Kind entstehen durfte. Nun ist es angekommen. Und der Neuankömmling verändert das Familiengefüge. "Ein Baby sprengt die Paarbeziehung auf" sagt die Hebamme Anja Lorenz. In ihrer langjährigen Berufserfahrung hat sie viele Paare bis zu dem einen großen Ereignis begleitet, dass alles verändert: Die Geburt.

Mit der Geburt eines Kindes ist dann plötzlich noch jemand da. Ein Baby, das die ganze Liebe und Fürsorge des Vaters und der Mutter in Anspruch nimmt. Vorbei ist es mit den zweisamen Stunden, in denen die ganze Welt sein konnte sie sie wollte, solange nur zwei Liebende zusammen waren. Jetzt sind sie zu dritt. Und in vielen Situationen haben die Bedürfnisse des Babys Vorrang. Die Liebesbeziehung der Eltern steht hinten an.

Dreierbeziehung: Vater, Mutter, Kind

Eltern dürfen ihn erleben, den Blick durch die rosarote Brille. Es ist romantisch zusammen ein Kind zu bekommen. Und es ist ein Wunder wie es entsteht. Väter lernen dabei auch eine andere Seite kennen. Wenn sie mit ihrer Liebsten schmusen und die Erregung steigt - und das Kind schreit! Die Zeit nach der Geburt wird für viele Väter zur Durststrecke. Auch wenn das Kind durchschläft, in der Sexualität zwischen Vater und Mutter ist nichts wie früher.

Während Vätern die Lust mit der Geburt ihres Kindes nicht unbedingt vergeht, ist sie bei Frauen zunächst gedämpft. "Schwangerschaft ist ein Prozess, der 9 Monate vor der Geburt beginnt und erst 9 Monate nach der Geburt endet", meint Hebamme Ronsöhr. In dieser Zeit wünschen sich viele Frauen Zärtlichkeiten die nichts mit Sexualität zu tun haben. Vielleicht sind Frauen in dieser Zeit so symbiotisch mit ihrem Kind verbunden, dass die sexuelle Vereinigung mit einem weiteren Wesen, dem Vater, für sie nicht interessant ist. Für Väter ist das eine schwierige Zeit.

Eins steht fest: Weder Schlafmangel noch Babygeschrei sind der erotischen Annäherung förderlich. Vater, Mutter und Kind sind aufs Engste und für ein Leben lang miteinander verbunden: Das Baby ist immer mit dabei. Bei Tag und bei Nacht, beim Essen, beim Schlafen und sogar auf der Toilette: Das Baby ist immer mit dabei. Auch wenn die Eltern es Wochen oder Monat nach der Geburt wieder wagen miteinander zu schlafen: Das Baby ist immer mit dabei.

Soll das Baby im Elternbett, im Kinderbett oder gleich im eigenen Zimmer schlafen? Was wenn es aufwacht und zuschaut? Was wenn das Kleinkind zu den Liebenden krabbelt und mitspielen will?
Pauschale Lösungen gibt es nicht

"Pauschale Lösungen gibt es nicht", meint der dänische Familientherapeut Jasper Juul, "Partnerschaft und Kindererziehung sind in vieler Hinsicht ein lebenslanges Experiment". Jede Familie muss ihre eigenen Wege finden zusammen zu lieben und zu leben.

"Früher hieß es Familien sollten um fast jeden Preis zusammenhalten. Heute heißt es jedes Familienmitglied solle zuerst sich selbst ernst nehmen", so beschreibt Juul den europäischen Wertewandel. Der viel gelesene Therapeut stellt die Möglichkeiten einer Synthese beider Maximen heraus: Wenn jedes Familienmitglied sich selbst ernst nimmt und für sich einsteht, stärkt das den Zusammenhalt als Familie.

Für Väter ist Juuls Argumentation interessant. Es geht nicht allein darum, dass Väter ihre Frauen unterstützen und alles nur Erdenkliche für ihr Kind tun. Es ist gut für den Familienzusammenhalt, wenn sie für sich selbst einstehen, sich selbst ernst nehmen und ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht unter den Teppich kehren.

Eifersucht um Zärtlichkeiten

In den ersten Monaten nach der Geburt sind Mutter und Baby symbiotisch verbunden. Und die Brust scheint allein dem Baby zu gehören. Da können Väter schon mal eifersüchtig werden. Juul empfiehlt Vätern: Sprechen sie mit ihrer Partnerin. Finden sie kreative Lösungen.

Eifersucht um Zärtlichkeiten ist kein exklusives Väterthema. Das Kind, das beim Liebesspiel aufwacht und zu seinen Eltern krabbelt, will eben auch dabei sein und nicht ausgeschlossen werden. Und manche Mutter spürt ein Verlangen nach der achtsamen Zärtlichkeit, die ihr Partner dem gemeinsamen Kind zuwendet. Die Bedürfnisse aller Beteiligten sind wichtig.

Was kann helfen damit die Dreierbeziehung zwischen Vater, Mutter und Kind funktioniert? Klare Absprachen sind ein Weg. "Ich habe mit meiner Frau verabredet, dass ich bei jedem Wiedersehen den ersten Kuss bekomme. Unser Kind bekommt erst den zweiten Kuss. Das ist wichtig für unsere Beziehung als Liebende", berichtet Mike Römer, Vater eines einjährigen Kindes.
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Pauschale Lösungen gibt es nicht

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Wenig Zeit für alles

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