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Fernreisen mit Kindern


Fernreisen mit Kindern Bild: Anweber-photocase.com

Reisen sind für Kinder und Erwachsene ein zauberhaftes Erlebnis. Für die Kleinen ist überall dort Zuhause, wo Mama und Papa sind. Und die Kinder lassen uns die Welt durch ihre Augen sehen. Oft sind sie viel schneller als die Großen, wenn es darum geht anzukommen und neue Kontakte zu knüpfen.

Mit einem Kleinkind in die Tropen


Eine Familienreise auf einen anderen Kontinent will sorgfältig geplant sein: Welche Krankheiten und Risiken sind zu erwarten? Welche Impfungen sind notwendig? Und nicht zuletzt: wie viel Geld muss man mitnehmen?

Die besten Ratgeber sind Eltern, die gerade von einer ähnlichen Reise zurückkehren. Von Deutschland aus sieht vieles schwieriger und gefährlicher aus, als es erscheint, wenn die Reise erst einmal losgeht. Die Warnungen von Tropenmedizinern und Auswärtigem Amt scheinen, mit einigem Abstand, vielen Reisenden übertrieben.

Flug und Versicherung


Bei den meisten Fluggesellschaften zahlen Kinder unter zwei Jahren etwa 10% des Flugpreises, haben dafür aber keinen Anspruch auf einen Sitzplatz. Ab dem zweiten Lebensjahr bekommen sie einen Sitzplatz zugesprochen und bezahlen dafür 75% des Vollpreises. Wenn ein Kind zwischen Hin- und Rückflug sein zweites Lebensjahr vollendet, zahlt es ebenfalls 75%. Daher kann es klug sein, die Flüge einzeln zu buchen.

Die Preise verschiedener Auslandskrankenversicherungen unterscheiden sich nicht wesentlich. Bei den Leistungen gibt es jedoch Unterschiede: Die Haftungssummen variieren zum Teil beträchtlich. Manche Gesellschaften versichern einen Heimaturlaub in Deutschland während eines längeren Auslandsaufenthaltes mit.

Die ersten sechs Wochen im Ausland können für zehn bis 15 Euro versichert werden. Eine Versicherung über diesen Zeitraum hinaus wird teurer. Die Krankenversicherung kostet dann mindestens einen Euro pro Tag. Für Erwachsene über 28 Jahre etwas mehr. Einen Sondertarif für Kinder gibt es nicht. Es lohnt sich daher, eine günstige Versicherung für die ersten sechs Wochen und eine weitere für die übrige Zeit abzuschließen.

Die Impf-Frage


Bei Reisen in die Tropen stehen Eltern wieder einmal vor der Impfentscheidung. Eine Beratung beim Tropenmediziner hilft einzuschätzen, welche Impfstoffe existieren und welche Impfungen im schulmedizinischen Weltbild als unbedingt notwendig gelten. Eine solche Beratung kann aber auch ungerechtfertigte Ängste schüren. Vorurteile über die Gesundheitsversorgung von Entwicklungsländern sind bei Ärzten verbreitet. Die Malariaprophylaxe beispielsweise wird immer wieder mit dem Hinweis darauf empfohlen, dass es im Reiseland an Medikamenten und medizinischem Fachpersonal fehle. Doch trotz des allgemeinen Mangels ist die Versorgung für westeuropäische Touristen in den meisten Gebieten bestens gesichert.

Grund dafür ist ein positiver Rassismus, der in vielen Ländern Alltag ist. Kinder sterben auf der Strasse, weil ihre Angehörigen sich die einfachsten Medikamente nicht leisten können. Gleichzeitig ist die Versorgung der Kinder hellhäutiger Reisender bestens gewährleistet. In machen Ländern legitimiert die Hautfarbe noch heute, dass sich der Fremde in einer Menschenschlange nicht hinten sondern vorn einreiht. Es ist nicht einfach, mit derart unfreiwilligen Privilegien umzugehen. Denn bei der Gesundheitsversorgung will, trotz aller gefühlten Ungerechtigkeit, doch niemand auf sie verzichten.

Hände waschen nicht vergessen!


Die beste Vorbeugung für Krankheiten aller Art sind sauberes Trinkwasser, das richtige Essen und frisch gewaschene Hände. Das Problem beim Leitungswasser sind die Stromausfälle. Denn das öffentliche Leitungssystem ist undicht - überall auf der Welt. Dass Wasser aus den Leitungen austritt ist kein Problem. Problematisch wird es, wenn der Wasserdruck bei Stromausfällen abfällt und Flüssigkeit aus dem Erdreich in die Leitungen der Wasserversorgung eindringt. Wo das regelmäßig passiert, sind so viele Bakterien im Trinkwasser, dass es krank macht.

In südlichen Ländern gibt es einfach andere Bakterien als bei uns - und wir werden krank, wenn wir mit ihnen in Kontakt kommen. Einheimischen schaden sie nicht. Deshalb empfiehlt es sich, Wasser zu kaufen und nur Gekochtes und Frittiertes oder selbst geschältes Obst und Gemüse zu essen.

Mit Kindern ist es am Besten, schon einige Zeit vor der Abreise zu üben, regelmäßig die Finger zu waschen, aus der Flasche zu trinken, liegen zu lassen was herunterfällt und auch Gurken und Äpfel vor dem Verzehr abzuschälen.

Lebensgefährliche Busfahrten


Neben diversen exotischen Krankheiten birgt der Verkehr in vielen Ländern die größten Risiken für Leib und Leben. Die meisten Todesopfer fordern missglückte Überholmanöver, die in Frontalzusammenstößen enden. Deshalb empfiehlt es sich, einen Sitzplatz zwischen den Achsen zu wählen. Die Plätze hinter den Hinterrädern sind wegen der häufigen Auffahrunfälle gefährlich. Außerdem schwankt das Hinterteil der Busse auf unebenen Strassen stark, was vor allem bei Kinder zu Übelkeit und Erbrechen führt.

Wie groß sind Elefanten?


Aber bei all dem bitte die Vorfreude nicht vergessen! Ich freue mich besonders darauf, meiner Tochter zum ersten Mal in ihrem Leben einen Elefanten zu zeigen. Sie kennt sie aus Büchern und als Figuren. Aber ich wette, sie hat keine Ahnung wie gewaltig groß so ein Tier ist. Und dieses Staunen ist jede Mühe einer umsichtigen Reiseplanung wert!

Nils Hilliges

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