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Vaterschaftstests: Abhilfe bei plagenden Fragen


VaterschaftstestBild: athomass@fotolia.com

In einer idealen Welt wird ein Baby in eine liebevolle, auf Vertrauen basierende Beziehung hineingeboren. Mama und Papa heißen den neuen Erdenbürger freudig willkommen und dem harmonischen Familienleben steht nichts im Wege. Doch leider spielt das Leben manchmal anders. Vielleicht lag der Zeitpunkt der Empfängnis nicht in einer festen Beziehung, sondern während einer Affäre? Oder macht ein Seitensprung die Vaterschaft des Partners ungewiss? Es gibt viele Situationen, in denen Frauen wie Männer mit Zweifeln konfrontiert sind, was die Vaterschaft eines (ungeborenen) Kindes angeht. Dann stellt sich oft die Frage: Vaterschaftstest – ja oder nein?

Vaterschaftstest – es muss nicht immer ein Drama sein


Das Wort Vaterschaftstest hat immer einen fahlen Beigeschmack. Man verbindet es mit Untreue, Streit und Misstrauen. Das muss nicht immer der Fall sein: Gerade in der heutigen Zeit, in der offene Beziehungen und Freundschaft plus keine Seltenheit sind, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass bei der Verhütung auch etwas schiefgeht. Wird die Frau schwanger und hatte im entsprechenden Zeitraum mehrere Geschlechtspartner, so ist die Frage nach dem Vater des Kindes nun einmal ungewiss. Es ist dann sicherlich für alle Beteiligte, allen voran das Baby, von großem Belang zu wissen, wer der biologische Vater ist. Denn was wäre die Alternative? Dass das Los entscheidet, wer in Zukunft gemeinsam mit der Mutter für das Kind Sorge trägt? Oder dass das Kind ganz ohne Vater aufwächst? In manchen Situationen führt folglich kein Weg am Vaterschaftstest vorbei.

Vaterschaftstests in einer festen Beziehung


Etwas anders sieht die Lage aus, wenn die Vaterschaft innerhalb einer festen Beziehung oder Ehe in Zweifel gezogen wird. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Frau einen Seitensprung offengelegt hat oder ein solcher vom Mann vermutet wird. In solchen Situationen kommt es natürlich ganz stark auf die individuelle Situation des Paares an. Wie wahrscheinlich ist es, dass das ungeborene Kind nicht vom Vater ist? Wie stark sind die Zweifel des Mannes? Weiß der andere Mann davon, dass er als möglicher Vater in Frage kommt? Die Lage ist hier meist sowieso emotional extrem aufgeladen. Bei der Entscheidung, ob ein Vaterschaftstest die richtige Lösung ist, sollte sich das Paar vorher darüber bewusst werden, wie sie mit dem möglichen Ergebnis eines Vaterschaftstests umgehen werden. Was bedeutet es für die Beziehung, wenn das Kind nicht vom Partner ist? Wäre der Mann bereit ein Kind großzuziehen, das biologisch gesehen nicht von ihm abstammt? Für manche Menschen ist eine solche Ungewissheit unerträglich. Im schlimmsten Fall kann das Nicht-Wissen dazu führen, dass ein Kind, das biologisch vom Partner abstammt, unbewusst oder bewusst abgelehnt wird. In solchen Fällen kann es besser sein, Gewissheit zu haben – selbst, wenn ein negativer Vaterschaftstest die Situation komplizierter macht.

Vaterschaftstest – im Sinne des Kindes?


Neben den Belangen der Eltern sollte natürlich das Wohl des Kindes im Zentrum stehen. Dieses trägt schließlich keinerlei Schuld an dem Chaos rund um seine Empfängnis. Dabei sollten Sie bedenken, dass das Wissen, wer der eigene Vater ist, für die Identität und Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen eine große Rolle spielt. Auch aus gesundheitlicher Sicht kann die Kenntnis über den biologischen Vater eine Rolle spielen. Das Wissen um erbliche Krankheiten in der Familie oder genetische Fehler können in der Zukunft des Kindes für eine schnelle Diagnose entscheidend sein. Im Notfall kann dem biologische Vater für Blut-, Knochenmark- oder gar Organspenden dank genetischer Übereinstimmung eine lebenswichtige Rolle zukommen. Über die Entscheidung, ob ein Vaterschaftstest im Sinne des Kindes die beste Entscheidung ist, sind viele individuelle Faktoren zu beachten. Ein klares Richtig oder Falsch gibt es hier nicht.

Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?


Haben Sie sich nach gründlichem Überlegen für die Durchführung eines Vaterschaftstests entschieden, gibt es gute Nachrichten. Dank des ständigen Fortschrittes der Wissenschaft ist die Durchführung eines Vaterschaftstests heute so einfach und günstig wie nie zuvor. Ein Test-Set kann man online bestellen und den Vaterschaftstest anschließend selbstständig zu Hause durchführen. Dafür entnehmen Sie mit dem beigelegten Wattestäbchen Speichel aus dem Mund des Kindes, des Mannes und eventuell der Mutter und schicken die entnommenen Proben ins Labor. Das Ergebnis des Vaterschaftstests kann je nach Anbieter schon innerhalb von 4 Tagen nach Ankunft im Labor mitgeteilt werden. Die Ergebnisse dieser privat durchgeführten Vaterschaftstests sind dabei mit mehr als 99,999% absolut zuverlässig. Preislich unterscheiden sich die Tests je nach Anbieter und liegen etwa bei 150 Euro.

Der Vaterschaftstest vor Gericht


Manchmal ist die Frage, ob ein Vaterschaftstest sinnvoll ist, weniger von persönlichen Emotionen und mehr von rechtlichen Hintergründen geprägt. Die biologische Vaterschaft ist in Deutschland schließlich mit gewissen Rechten und Pflichten verknüpft. Ob es nun um ein Umgangsrecht oder Unterhaltszahlungen geht: manchmal kann ein Vaterschaftstest vor Gericht ein entscheidendes Beweismittel darstellen. Es ist dabei wichtig zu beachten, dass nicht alle Vaterschaftstests vor Gericht Bestand haben. Damit der Test gerichtsverwertbar ist, müssen nämlich besonders strenge Regeln bei der Analyse eingehalten werden. Bei manchen Anbietern kann die Option „gerichtsverwertbar” für einen Aufpreis gewählt werden.

Pränatale Vaterschaftstests – keine Ungewissheit während der Schwangerschaft


Ein Vaterschaftstest konnte bis vor Kurzem erst nach der Geburt eines Kindes durchgeführt werden. Damit war oft erheblicher Stress während den ungewissen Schwangerschaftsmonaten verbunden. Was viele nicht wissen: mittlerweile gibt es die Möglichkeit, einen pränatalen Vaterschaftstest durchzuführen. Dafür werden lediglich Blutproben der Mutter und ein Wangenabstrich des potentiellen Vaters benötigt. Ein Risiko für das ungeborene Kind sowie auf eine Fehlgeburt besteht damit nicht. Ein solcher pränataler Vaterschaftstest ist bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche möglich und mit mehr als 99,99% sehr zuverlässig. Ein solcher pränataler Vaterschaftstest ist jedoch mit Kosten verbunden. Der Preis variiert auch hier je nach Anbieter und möglichen Zusatzoptionen.

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