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Hurra, ich werde Vater!


Hurra, ich werde Vater!Bild: © detailblick - Fotolia.com

Stolz und Freude sind oft die ersten Reaktionen von Männern auf die Nachricht, dass sie bald Vater werden. Stolz auf die Vaterschaft ist eine wunderbare Grundlage für die lebenslange Vater-Kind-Beziehung. Drei Männer berichten über ihre Freude auf das Kind - und ihre neue Lebensaufgabe.

Da wächst mein Kind im Bauch!


"Wow! Ich war das! Mein Kind wächst in ihrem Bauch!" Jörg, 31, Physiotherapeut, ist tagelang mit geschwellter Brust herumgelaufen und hat die freudige Nachricht erst einmal allen Freunden und Verwandten mitgeteilt. Seine Freundin bekam diese Freude natürlich auch zu spüren. "Wir hatten eine sehr schöne Zeit miteinander", schmunzelt Jörg. "Unsere Freund meinten, wir sähen richtig frisch verliebt aus."

Er barst regelrecht vor Energie, begann ein Buch zu schreiben und überlegte sich, eine eigene Praxis einzurichten. "Ich hatte in den ersten Monaten der Schwangerschaft eine absolute Hochphase und dachte, ich kann alles schaffen. So viel Energie hatte ich!"

Als seine Freundin die Grippe bekam wurde ihm klar, dass er seine Energie in Zukunft mehr in die Familie würde stecken müssen. "Ich will ja mit meiner Familie zusammen sein, nicht sie mit dem Kind allein lassen. Aber bis eine Praxis läuft dauert das ein paar Jahre, eine 40-Stunden-Woche gibt es da nicht." Deshalb hat er diese Pläne erst einmal zurückgestellt.

Potenz in allen Lebenslagen


Dietmar ist Besitzer eines Geschäfts für Anglerbedarf. Seine erste Reaktion auf die Nachricht, dass er Vater werden würde: "Am liebsten gleich noch eins machen! Wir haben uns sexuell noch mal richtig ausgetobt. Ich fühlte mich so potent wie noch nie!" Das kam auch seinem Geschäft zugute. Er expandierte, stellte neue Mitarbeiter ein. "Das war viel Arbeit, war aber letztlich gut für die Familie," resümmiert er. Denn als das Kind da war, waren die Leute eingearbeitet und er konnte sich ein paar Tage frei nehmen, ohne Angst um seinen Laden haben zu müssen.

Walter, 30, arbeitet als Tischler. Er fing sofort an, das Kinderzimmer einzurichten, Wiege und Wickelkommode zu bauen. "Wenn ich das Holz ausgesucht habe, Maß genommen und die Säge angesetzt habe, hatte ich schon vor Augen, dass bald mein Kind darin liegt. Ich wollte etwas tun, nicht nur schauen, wie der Bauch wächst."

Ein starker Energieschub


Viele Männer setzen den Energieschub, den die Schwangerschaft bei ihnen auslöst, in handwerkliche Tätigkeiten um. Das klingt ganz traditionell, aber eine Familie braucht eine Bleibe, ein Kind einen sicheren Ort. Klar, auch Frauen können mit Hammer und Säge umgehen. Aber in den ersten drei Monaten mit Brechreiz und in den letzten mit super-rundem Kugelbauch juckt es die wenigsten in den Fingern, nach Werkzeug zu greifen. Also ist es logisch und förderlich für die Familie, wenn der Mann diesen Job übernimmt.

Walter fragte aus finanziellen Gründen bei Freunden und Bekannten nach Second-Hand-Klamotten für das Baby. "So konnte ich Fragen stellen und bekam einiges mit vom Leben mit dem Kind." Das bestätigt auch die Forschung: Wenn Männer Umgang mit Kindern haben, die Anwesenheit von Kindern in ihrem Umfeld normal ist, können sie ihren Kinderwunsch eher äußern und sich praktisch das Leben mit einem Kind vorstellen.

Und: Wer seine eigene Kindheit als unbelastet oder glücklich bezeichnet setzt lieber Kinder in die Welt als jemand mit schlechten Erfahrungen. Die Freude am eigenen Leben ist somit der beste Grund, Kinder zu bekommen. Was übrigens auch die Partnerin mitbekommt. Eine positive Grundeinstellung zeigt Stärke, zeigt, dass auch die Schwierigkeiten, die mit einem Kind unweigerlich kommen, gemeinsam zu meistern sind.

Ralf Ruhl

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