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Die Wahl des richtigen Geburtsortes

Die Wahl des richtigen Geburtsortes
Bild: mathias the dread - photocase.com

Welches ist der richtige Geburtsort? Neben der Klinik stehen auch Geburtshäuser oder Hausgeburten als alternative Geburtsorte zur Verfügung.

Krankenhäuser: viel Service



Wir kennen alle diese Szene aus dem Fernsehen: Nach der Entbindung darf der glückliche Papa sein Baby drei Minuten durch eine Fensterscheibe bestaunen. Noch vor zwanzig Jahren wurde das Neugeborene erst einmal von der Mutter getrennt und von den Krankenschwestern versorgt. Doch so läuft es heute nirgendwo mehr. Auch in „normalen“ Krankenhäusern“ werden mittlerweile die Wünsche der Eltern respektiert. Ihre Partnerin kann stationär oder ambulant, im Bett oder der Wanne entbinden. Es stehen oft große helle Räume zur Verfügung. Sie sind meist liebevoll gestaltet und berücksichtigen, dass der Vater zur Geburt mitkommen möchte. Umfangreich sind oft auch die Zusatzangebote: Sie können von Aromatherapie, Akupunktur und Entspannungsbäder über Homöopathie und Massagen bis hin zum Zimmer für die Begleitung der Schwangeren reichen. Auf der Homepage der gewünschten Klinik finden Sie ein entsprechendes Leistungsverzeichnis.

Trotz all dieser Vorzüge handelt es sich aber noch immer um ein Krankenhaus. Manche Frauen möchten ihre Schwangerschaft und Geburt nicht als medizinisches Ereignis behandelt sehen. Im Krankenhaus sind die Ärzte die unumschränkten Herrscher und es kommt dort statistisch häufiger zu Geburtseinleitungen, Einsatz stärkerer Medikamente und Kaiserschnitt. Wenn Sie und Ihre Partnerin keine Komplikationen bei der Geburt befürchten müssen, gibt es Alternativen .

Geburtshaus: Entbindung im Mittelpunkt



Ein Geburtshaus vermittelt grundsätzlich eine entspanntere und geborgenere Atmosphäre. Die hektische Betriebsamkeit und klinische Aura, die ein Krankenhaus trotz aller Mühe nicht ganz abstellen kann, fallen hier weg. Geburtshäuser sind eine Art spezialisiertes Familienzentrum. Dort finden Schwangerschaftskurse statt, es gibt Infomaterial für Väter und Mütter und meist auch einen Bereich zum Zusammensitzen und Kaffee- oder Kräuterteetrinken. Der Kontakt der Hebamme zur Mutter ist oft besser, weil die Schwangere und ihr Kind ganz im Zentrum stehen und es keinen Schichtbetrieb wie im Krankenhaus gibt. Dessen Auswirkungen sind sicher auch dann noch zu spüren, wenn Sie mit Ihrer betreuenden Hebamme dort hin kommen. In manchen Geburtshäusern können sich die Wöchnerin sich mehrere Tage lang stationär aufhalten.

Nicht jede Entbindung kann in einem Geburtshaus durchgeführt werden: Wenn die Mutter z.B. durch Alter oder Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehört, dann empfehlen die Hebammen meist eine Klinikgeburt. Darüber hinaus arbeiten die Geburtshäuser mit Kliniken zusammen, in die sie die Schwangere bei unerwarteten Komplikationen schnell und sicher überführen können.

Hausgeburt: Geborgenheit



Wenn die Schwangerschaft unkompliziert verläuft, kann eine Frau auch zu Hause entbinden. Das ist im größten Teil der Welt die Regel und war auch bei uns bis vor etwa 100 Jahren der Normalfall. Der Hauptvorteil einer Hausgeburt ist die Geborgenheit, die das gewohnte Umfeld vermittelt. Manche Familien möchten auch, dass sich alle entscheidenden Dinge in ihrem Leben bei ihnen zu Hause abspielen. Das Persönliche und Intime der Geburt steht für sie im Mittelpunkt. Daher meiden sie die „Öffentlichkeit“ von Kranken- oder Geburtshaus. Die Hausgeburt wird zusammen mit der Hebamme ganz nach den persönlichen Wünschen vorbereitet und durchgeführt. Vom medizinischen Standpunkt ist dagegen nichts einzuwenden, solange kein Risiko wie Mehrlingsschwangerschaft oder Beckenendlage vorliegt. In diesem Fall würde auch die Hebamme keine Hausgeburt unterstützen.

Bei einer Hausgeburt steht keine der in Kliniken üblichen Betäubungen wie die Periduralanästhesie zur Verfügung. Sie sollten sich daher mit Ihrer Partnerin intensiv mit dem Thema der Schmerzlinderung unter der Geburt befassen. Natürlich muss sich Ihr zu Hause auch eignen. Die Wohnung muss sauber und ruhig sein und sie müsse eine ganze Reihe Dinge vorbereiten (siehe Checkliste). Und Sie sollten schon im Vorfeld für eine ruhige Zeit im Wochenbett sorgen. Vor allem aber: Sie müssen ganz hinter der Entscheidung für eine Hausgeburt stehen, weil in diesem Fall ihre ungeteilte Unterstützung nötig ist.

Sven Stemmer
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