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Wenn der Geburtstermin überfällig ist


Wenn der Geburtstermin überfällig istBild: mdi - Fotolia.com

Eine Schwangerschaft mitzuerleben ist spannend und interessant. Wenn sich der Nachwuchs aber nicht an den Termin hält, werden ganz andere Gefühle wach: Ungeduld und Sorge. Der errechnete Geburtstermin ist allerdings keine exakte Wissenschaft und am Ende kommt das Baby wann es will.

Schon überfällig oder noch im Rahmen?


Ist der Geburtstermin überschritten, wächst die Ungeduld und zu den eigenen Fragen kommen die von Verwandten und Freunden hinzu. Dabei ist es alles andere als ungewöhnlich, wenn ein Kind nicht exakt zu dem Termin kommt, der errechnet worden ist. Nur etwa vier Prozent aller Säuglinge kommen wie vorhergesagt zur Welt.

Wird der Geburtstermin um rund eine Woche überschritten, ist dies nichts Besonderes. Etwa siebzig Prozent aller Neugeborenen kommen zehn Tage zu früh oder zu spät. Medizinisch spricht man ab der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche von einer Überschreitung des Termins und ab der 42. Woche von einer Übertragung.

Wann man nachhelfen muss


Aber ab wann soll man dem Nachwuchs auf die sprichwörtlichen Beine helfen? "Wenn der Termin überschritten ist, werden in kürzeren Intervallen Untersuchungen durchgeführt. In der Regel alle zwei Tage", erklärt Alisa Kaldenbach, Beleghebamme aus Bremen. "So wird sichergestellt, dass keine Anzeichen einer Gestose vorliegen und genügend Fruchtwasser vorhanden ist. Außerdem werden mit dem CTG die Herztöne des Kindes überwacht. Je weiter der Geburtstermin überschritten ist, umso engmaschiger werden die Untersuchungstermine."

Spätestens drei oder vier Wochen nach dem errechneten Geburtstermin sind die meisten Babys auf der Welt. In aller Regel wird aber bereits bei zehn bis vierzehn Tagen Verspätung intensiver über eine Einleitung der Geburt gesprochen. Ab diesem Zeitpunkt erhöhen sich gesundheitliche Risiken für das Kind stark.

Auch der Vater wird nervös


Als Vater werden Sie ebenfalls in die Pflicht genommen: Sie können Ihre Stärken ausspielen und der Fels in der Brandung sein. Sowohl ihre Partnerin als auch ihr trödelndes Kind brauchen Sie. "Mit jedem Tag wird man ein bisschen nervöser und fragt sich, ob mit dem Kleinen alles in Ordnung ist", berichtet Marius W. aus Frankfurt, dessen Sohn Paul Anfang 2011 mit neun Tagen Verspätung auf die Welt kam. "Für mich war es aber nicht nur wichtig, über alles Bescheid zu wissen - ich war bei jeder Untersuchung dabei - sondern auch meiner Frau das Gefühl zu vermitteln, dass alles okay ist. Ich dachte mir, dass es schon reicht, wenn alle anderen nervös sind und ich bin mir sicher, dass auch Paul das mitbekommen hat. Am Ende ist alles gut gelaufen und es war auch beruhigend zu wissen, dass eine gewisse Verspätung vollkommen normal ist."

Wie die Geburt eingeleitet werden kann


Es gibt eine ganze Reihe von medizinischen Maßnahmen, um die Geburt einzuleiten. Zu den zuverlässigsten Methoden zählt der Wehentropf, bei dem die Mutter das Hormon Oxytozin bekommt. Ist der Muttermund noch nicht weich genug für eine Geburt, werden auch häufig Prostaglandine gegeben.
"Ich rate den meisten Müttern, bereits drei bis vier Wochen vor dem Termin Himbeerblättertee zu trinken, drei bis vier Tassen am Tag. Das wirkt wahre Wunder", sagt Alisa Kaldenbach. "Ist der Termin verstrichen, hilft auch ein Cocktail aus Rizinusöl, Saft und Wasser, obwohl der nicht sonderlich lecker ist und nicht selten zu Durchfall und Übelkeit führt. Als Alternative zu Prostaglandinen kann man auch das homöopathische Mittel Caulophyllum verabreichen."

Ist der Termin überschritten, gilt es Ruhe zu bewahren und sich klar zu machen, dass dies vollkommen normal ist. Reden Sie mit Ihrem Arzt und der Hebamme und finden Sie heraus, welcher Weg der beste ist, um Ihre Partnerin und das Baby zu unterstützen. Wie in den vergangenen rund vierzig Wochen ist es jetzt wichtig, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Haushalten Sie mit ihrer Energie, damit Ihnen nicht auf den letzten Metern vor dem Ziel die Puste ausgeht.

Andreas Schnell

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