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Wie viel Ultraschall ist nötig?


Wie viel Ultraschall ist nötig?Bild: Stefan Merkle - Fotolia.com

Was ist Ultraschall und wie viele Untersuchungen damit sind nötig? Wir geben einen Einblick in die Methode und eventuelle Risiken.

Was ist eine Ultraschalluntersuchung?


Die Ultraschalluntersuchung wird auch als Sonographie oder kurz "Sono" bezeichnet. Mit ihr kann der Arzt in verschiedene Organe und Körperregionen hineinschauen. Dazu erzeugt das Gerät mit seinem Schallkopf einen für den Menschen unhörbaren Ton. Der liegt zwischen zwei und zwanzig Megahertz; das Menschliche Ohr kann maximal 16 000 Hertz wahrnehmen. Diese Schallwellen werden in den Körper eingestrahlt und von den verschiedenen Geweben unterschiedlich absorbiert oder reflektiert. Der Schallkopf registriert den zurückgeworfenen Schall und leitet die Informationen an einen Computer weiter. Der errechnet daraus ein Bild, das Sie sich auf dem Monitor ansehen können. Es gibt zwei- und dreidimensionale Bilder und auch sogenannte 4D-Sonographien. Dabei handelt es sich um bewegte Bilder, in denen Sie z.B. den Herzschlag erkennen können.

Wann wird Ultraschall eingesetzt?


Sonographie ist kostengünstig und gilt als risiko- und schmerzfrei. Deshalb wird sie routinemäßig zur Diagnose eingesetzt. In Deutschland werden drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft empfohlen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Die erste Untersuchung findet in der 9. bis 12. Woche statt, die zweite in der 19. bis 22. und die dritte in der 29. bis 32. Woche. Mit der Sonographie lässt sich die Schwangerschaft bestätigen, ihr Verlauf beobachten und der Geburtstermin bestimmen. Außerdem kann der Arzt die Versorgung und Entwicklung des Kindes überwachen und mögliche Krankheiten und Fehlbildungen im Vorfeld erkennen.

Die Aussagekraft der Untersuchungen ist jedoch begrenzt. Bei Übergewicht der Mutter oder einer ungünstigen Lage des Kindes können die Bilder undeutlich werden. Das kann zu Fehldiagnosen führen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat Ultraschall?


In Deutschland gilt das Risiko von Ultraschall für Mutter und Kind als gering. Dieser Befund ist durch klinische Untersuchungen gut abgesichert. Zwei Schweizer Forscher veröffentlichten 1993 im ‚British Medical Journal’ eine Studie, in der sie den Schluss zogen: "Ultraschalluntersuchungen haben keinen Einfluss auf die Gesundheit des Babys." Allerdings erteilten sie auch weitergehenden Hoffnungen von politischer Seite eine Absage: Ultraschalluntersuchungen "verbessern nicht die Geburtenrate oder helfen dabei, weniger Problemkinder zu haben." Es gibt aber auch Forscher, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen. So veröffentlichte Dr. Doreen Liebeskind vom New Yorker ‚Albert Einstein College of Medicine’ Ende der siebziger Jahre eine kritische Studie. Demnach beschädigt Ultraschall den Aufbau der Zellen und verändert die DNA.

Pro oder Contra Ultraschall?


Ultraschall wird in der Medizin nicht nur zum Abtasten von Organen benutzt. In der sogenannten Stoßwellentherapie werden damit Gallensteine zertrümmert. Manche Tiere nutzen Ultraschall, um sich zu orientieren - wie die Delphine. Andere aber auch, um ihre Beute zu betäuben. Das ist möglich, denn diese Welle ist Energie, die zum Teil absorbiert wird und so Wirkung entfalten kann.

Natürlich ist die Energie bei einer Ultraschalluntersuchung nur sehr gering. Andererseits ist ein Fötus, besonders zu Beginn der Schwangerschaft, nur wenig stabiler als eine Seifenblase. Wenn Sie also eine negative Wirkung nicht plausibel ausschließen können, bietet es sich an, nur wirklich notwendige Untersuchungen durchführen zu lassen. Zu denen gehört zum Beispiel nicht das pränatale Fotoshooting. Aber auch die Schwangerschaft selbst oder später die Lage des Kindes kann der Arzt leicht mit anderen Mitteln feststellen. Sollte Ihre Frau oder Sie selbst zu einer bekannten Risikogruppe gehören, kann Ultraschall als Diagnoseverfahren sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn die Mutter schon älter oder Diabetikerin ist. Oder wenn es in Ihrer Familie erbliche Vorbelastungen gibt. In diesem Fall können mögliche Fehlbildungen ab etwa der 19. Schwangerschaftswoche erkannt werden. Als notwendig kann also die zweite der empfohlenen Untersuchungen bei Risikoschwangerschaften angesehen werden.
Bei gesunden, jungen Müttern kann vermutlich auch auf diese verzichtet werden. Schwangerschaft und Geburt sind nämlich ganz natürliche Vorgänge, die im Normalfall auch ohne jede Gerätemedizin funktionieren.

Sven Stemmer

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